Wer in den vergangenen zwei Jahren, seit Nathaniel Brown das Trikot von Eintracht Frankfurt trägt, mit dem 22-Jährigen zusammengearbeitet hat, sparte nicht mit Komplimenten. Auch der neue Cheftrainer Adi Hütter zeigte sich bestens im Bilde, als er am Montag auf der Vorstellungspressekonferenz auf den WM-Fahrer zu sprechen kam: „Er ist ein toller Spieler. Ich habe ihn in vielen Spielen gesehen. Er hat mir extrem gut gefallen. Ein moderner linker Außenverteidiger mit einer super Schnelligkeit.“
Ihre Wertschätzung deutlich zum Ausdruck brachten auch die Eintracht-Fans, die an der Abstimmung zum Mainova Player of the Season teilnahmen. Über die Hälfte, etwa 51 Prozent, wählten Brown zu ihrem Spieler der Saison. Dahinter folgen Jonathan Burkardt mit 13 Prozent und Can Uzun mit neun Prozent.
Auch andere Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Brown kam in der vergangenen Saison auf 42 Pflichtspiele, die meisten mit Kapitän Robin Koch. Die Bundesliga für sich betrachtet, lief Brown am häufigsten aller Adlerträger auf: 33 Mal, 29 Mal davon in der Startelf. National gelangen ihm je vier Tore und Vorlagen. Hinzu kommen zwei Assists in der UEFA Champions League. In seiner Premierensaison in der Königsklasse stand Brown in jedem der acht Ligaphasenspiele in der Anfangsformation.
Auch wenn der Gegner den Ball hatte, war Brown auf Zack, das belegen 81 angesetzte Tacklings in der Bundesliga – teaminterner Topwert.
Weitere Ausreißer nach oben bildeten etwa das erste A-Länderspiel im Oktober, vorläufig gekrönt von der Nominierung für die FIFA-Fußballweltmeisterschaft. Im Februar trug Brown beim Auswärtsspiel in München erstmals die Eintracht-Kapitänsbinde. Das vergangene Länderspiel gegen Finnland bestritt Brown erstmals über 90 Minuten als Teil der DFB-Elf.
Am Tag, als die Berufung für die WM amtlich war, richtete Bundestrainer Julian Nagelsmann im Verkündungsvideo folgende Worte an Brown: „Manchmal glaube ich, du weißt selbst nicht, wie gut du bist, was in dir steckt, welche Athletik, welche Kreativität, wie genial du in der Positionsfindung bist. Du kannst eine ganz, ganz tolle WM spielen. Glaub an dich, gib Gas.“
Daran soll es bei einer in dieser Saison gemessenen Spitzengeschwindigkeit von 35,78 Kilometern pro Stunde nicht scheitern.

