Friedhelm Funkel hatte kräftig rotieren lassen und mit Fink, Thurk, Streit und Weissenberger gleich 4 Spieler, die noch in Dänemark begannen, anfangs draußen gelassen. Dafür waren die Ex-HSV-Spieler Takahara (er absolvierte sein 100. Bundesligaspiel) und Meier sowie Cimen und Köhler ins Team gekommen. Hinten spielte Cimen zentral in einer Dreierkette, davor kümmerte sich Spycher ausnahmsweise mit seinem Landsmann Huggel um das zentral defensive Mittelfeld. Dies gelang ihm hervorragend, der kleine Schweizer lieferte eine makellose Leistung ab. Köhler spielte dafür hinten links. Das Spiel hatte zunächst nicht viele Höhepunkte zu bieten. Beide Teams neutralisierten sich mit konzentrierten Defensivleistungen. Doch das 1:0, ein ausnehmend schöner Volley-Schuss von Meier aus 14 Metern in den Winkel, tat dem Spiel gut.
Der HSV antwortete zunächst mit zwei Freistößen, die Ljuboja und Trochowski an die Latte zirkelten. Schon dort blitzte die individuelle Klasse der Gäste auf. Wenig später war es dann passiert: Ljuboja tauchte alleine vor Pröll auf und tunnelte den Frankfurter Schlussmann. Die Eintracht zeigte eine beeindruckende Reaktion und spielte sofort weiter nach vorne. Überhaupt war es von diesem Moment an ein rassiges Spiel, denn auch der HSV wollte unbedingt mit einem Dreier nach Hause fahren und fuhr immer wieder schnelle Konter. Nach der erneuten Führung durch Amanatidis hätten die Hessen das Spiel mit etwas Glück auch entscheiden können. Doch stattdessen brachte Doll "Eintracht-Schreck" Guerrero (letztes Jahr drei Tore in zwei Spielen gegen Frankfurt). Der Peruaner ging auf rechts auf und davon und überlief Cimen, um dann präzise auf Sanogo zu flanken, der den Ball ganz frei aus 3 Metern nur noch einköpfen musste.
Die Schlussphase hatte Dramatik und hochklassige Chancen vor allem auf Frankfurter Seite zu bieten. Hamburg versteckte sich aber nicht und kam mit den schnellen Angreifern auch immer wieder gefährlich nach vorne. Zu einem Treffer kam es auf beiden Seiten jedoch nicht mehr. So bleibt die Eintracht auch im 9. Pflichtspiel der Saison ungeschlagen und verteidigt den einstelligen Tabellenplatz.
Eintracht Frankfurt |
| Hamburger SV |
14 | Torschüsse | 10 |
4 | Ecken | 1 |
11 | Flanken | 10 |
43 | Ballkontakte | 57 |
53 | + Zweikämpfe | 47 |
19 | Fouls | 20 |
2 | Abseits | 4 |
Amanatidis (5) | Die meisten Torschüsse | Trochowski (4) |
Meier, Thurk (3) | Die meisten Torschussvorlagen | Guerrero (3) |
Ochs (62) | Die meisten Ballkontakte | Sorin (78) |
Kyrgiakos (84 %) | Die Zweikampfstärksten | Fillinger (69 %) |