21.09.2022
Training

Perspektivwechsel für Rode, Chandler und Grahl

Für den Erwerb der B+ Lizenz nehmen drei Eintracht-Profis am DFB-Projekt Players Pathway teil. Am Riederwald stand eine Praxiseinheit auf dem Plan.

Nach erfolgreicher Pilotphase im vergangenen Jahr geht der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erneut mit dem Projekt Players Pathway an den Start. Das Ausbildungsprojekt richtet sich zur frühzeitigen Berufsorientierung gezielt an Spielerinnen und Spieler, die ihre Karrieren erst kürzlich beendet haben, sowie an aktive Profis im betagteren Fußballeralter. Bereits im vergangenen Jahr nahm mit Makoto Hasebe ein Frankfurter erfolgreich an Players Pathway teil.

Diesmal ist die Eintracht mit Kapitän Sebastian Rode, Timothy Chandler und Jens Grahl gleich dreifach vertreten. Daneben zählen weitere namhafte Profis zum Teilnehmerfeld, unter anderem Schalke-Profi Dominick Drexler, Dennis Diekmeier, Kapitän des SV Sandhausen, und Julian Korb, der aktuell bei Holstein Kiel unter Vertrag steht. Im Rahmen einer Praxiseinheit waren die Teilnehmer am Montag und Dienstag, 19. und 20. September, im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) am Riederwald zu Gast, wo sie an den Trainingseinheiten der U14 und der U15 von Eintracht Frankfurt teilhaben durften. Ziel der Praxiseinheit war es, eine im Vorfeld eigens entwickelte, rund zehnminütige Übung unter aktiven Coaching-Bedingungen durchzuführen. Neuland für die Adlerträger und deren Teilnehmerkollegen, die somit erstmals in die Rolle des Trainers schlüpften.

Den Anfang machte Rode, der eine Übung zum Thema Überzahlspiel kreierte. „Es war tatsächlich das erste Mal, dass ich in dieser Form eine Gruppe trainiert habe. Und es war gar nicht so einfach“, beschreibt der Leader seine ersten Gehversuche als Übungsleiter und ergänzt: „Es hat aber großen Spaß gemacht. Die Jungs haben es super gemacht und eine hohe Intensität an den Tag gelegt.“ Ob der Perspektivwechsel eine langfristige Zukunft hat, werde sich noch herausstellen, sagt der 31-Jährige. „Es ist natürlich sehr spannend, in den Trainerbereich hineinschauen und eine Übung selbst auch leiten zu dürfen. So habe ich die Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln und generell zu schauen, ob dieser Bereich für mich persönlich eine Perspektive haben könnte.“

Während Rode seinen Schützlingen noch Lösungsansätze zum Überzahlspiel näherbrachte, war auf der anderen Platzhälfte bereits Chandler gefordert. Das Frankfurter Eigengewächs machte im Alter von elf Jahren seine ersten Schritte als Nachwuchsfußballer am Riederwald. Nun gab er an Ort und Stelle auch sein Coaching-Debüt. In seiner Übung lag der Fokus auf dem Ballbesitzspiel sowie dem sofortigen Gegenpressing nach Ballverlust. Zwischenzeitliche Pausen nutzte der Außenverteidiger für Feedbackgespräche und erörterte mit den U14-Spielern gemeinsam Verbesserungsvorschläge. „Die Jungs sind sehr lernwillig und extrem motiviert“, so die lobenden Worte des Adlerträgers.

Eine Besonderheit der Praxiseinheit bestand darin, dass nicht nur die beiden DFB-Ausbilder Markus Reiter und Dennis Weiland die Beobachterrolle einnahmen. Denn neben aktivem Coaching war es Aufgabe der Protagonisten, jeweils zwei Teilnehmerkollegen unter die Lupe zu nehmen und deren Anleitungen zu bewerten. Präsentiert wurde das Feedback im Rahmen einer Theorie-Einheit am Mittwochvormittag.

Neben dem aktiven Coachen ist es Aufgabe der Teilnehmer, jeweils zwei Trainerkollegen zu beobachten und bewerten.

Nachdem Grahl am Montag einzig auf das Bewerten seiner Kollegen bedacht war, griff er zur U15-Trainingseinheit am Dienstag aktiv ins Geschehen ein – und tauschte dafür auch inhaltlich die Rollen. Während er als Torhüter das Ziel verfolgt, den Kasten sauber zu halten, zielte seine Übung im Speziellen darauf ab, über die Außenpositionen zum Abschluss – und im besten Falle zum Torerfolg – zu kommen. „Die Übung zu leiten und den Torwart ins Schwitzen zu bringen, hat mir richtig viel Spaß gemacht“, so Grahl augenzwinkernd. „Generell ist das Projekt sehr spannend und auch mit viel Theorie verbunden.“

Im Rahmen des Projekts, das insgesamt rund acht Monate in Anspruch nimmt und 230 Lerninhalte abdeckt, nimmt der DFB Rücksicht auf die Verfügbarkeiten der aktiven Spieler. Die Präsenzphase wurde daher in die Länderspielpause gelegt. Regelmäßige Theorieeinheiten werden in digitaler Form abgehalten. Eine weiterer Praxistermin ist für Dezember angesetzt. Bis es so weit ist, schnüren  Rode, Chandler, Grahl und Co. erstmal selbst wieder die Fußballschuhe – und das häufiger denn je.

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