Pünktlich um 10:00 Uhr warteten unsere beiden WM-Teilnehmer Pirmin Schwegler und Habib Bellaid an der Commerzbank-Arena. Ein Mitarbeiter der Eintracht kutschierte sie am Vormittag in die Sportschule nach Grünberg. Derweil trainierten ihre Mannschaftskollegen im strömenden Regen vor etwa 200 Zuschauern. Die kühle Witterung tat allen gut, denn die Jungs sind nach einer harten Trainingswoche doch relativ platt.
Dennoch hat sich die Mannschaft für das morgige Testspiel bei einer Marburger Allstar-Auswahl vorgenommen, nicht wieder drei Gegentreffer zu kassieren, wie am Mittwochabend in Homberg/Ohm. „Das darf uns einfach nicht passieren, egal wie müde wir sind“, ärgerte sich Marco Russ am Tag nach dem mühsamen 10:3-Erfolg gegen den Kreisoberligisten FSG Homberg/Ober-Ofleiden.
Keinen Frust mehr verspürt Pirmin Schwegler ob des frühzeitigen WM-k.o. der Schweizer Nationalmannschaft in Südafrika. „Das habe ich ganz schnell abgehakt. Nach dem Spanien-Spiel waren wir die Helden, nach dem Honduras-Spiel die Deppen. So ist der Fußball. Alles kann sehr schnell gehen“, so der Mittelfeldspieler.
Der 23 Jahre alte Schweizer ist nun aber wieder froh, in Frankfurt zu sein. „In meiner ersten Urlaubswoche habe ich nichts gemacht, aber danach sofort wieder angefangen, mit Freunden zu kicken und an die Eintracht zu denken.“ Was die Saisonziele angehe, so wisse er, dass die Fans von der Europa League träumen würden. „Aber es wird sehr schwer, Klubs wie Dortmund, Leverkusen oder Wolfsburg hinter sich zu lassen. Klar, wir wollen als Mannschaft in dieser Saison wieder ein großes Stück weiter kommen und werden versuchen, dass Maximum herauszuholen“, verspricht Pirmin, der innerhalb eines Jahres zu einer unverzichtbaren Größe im SGE-Team geworden ist.
Beim dritten Vorbereitungsspiel am morgigen Sonntag im Marburger Georg-Gaßmann-Stadion (15:00 Uhr) wird Pirmin Schwegler wohl noch nicht dabei sein. „Ich denke nicht, dass ich spielen werde.“ Am nächsten Mittwch (18:30 Uhr) in Kehl gegen Racing Straßburg ist der defensive Mittelfeldmann aber dann wohl mit von der Partie.
Nach dem heutigen ca. 120minütigen Vormittagstraining und einem sportlergerechten Mittagessen versammelte Michael Skibbe seine Schützlinge zu einer Ernährungsberatung. Eine Fachfrau referierte darüber, was Profifußballer zu sich nehmen bzw. besser meiden sollten. Anschließend hatte der Kader trainingsfrei, wobei die meisten Eintracht-Profis müde in ihre Hotelbetten gefallen sein dürften.
Morgen Vormittag wird noch mal locker trainiert, gegen 13:00 Uhr geht es dann per Bus ins etwa 30 Minuten entfernte Marburg. Zeitgleich heißt es dann auch Abschied nehmen von der Sportschule Grünberg. Nicht unerwähnt bleiben darf an dieser Stelle, dass das Team der Sportschule ein exzellenter Gastgeber war. Alles klappte wie am Schnürchen, die Trainingsbedingungen waren optimal und der Service erstklassig.
Erstklassig war aber auch die Werbung, die Trainer und Mannschaft für die Eintracht betrieben. Kaum ein Autogrammwunsch der mehr als 1000 Zaungäste in dieser Woche blieb unerfüllt. Egal ob Trikots, T-Shirts, Fotos, Wimpel – Michael Skibbe und Co. schrieben sich die Finger wund.
Der letzte Eintrag ins “Grünberger Trainingslager-Tagebuch“ erfolgt am morgigen Sonntag mit dem Spielbericht vom Test in Marburg.