Situation
Auch wenn sich am Donnerstag natürlich zwei sich nichts schenken wollende Gegner gegenüberstehen werden, ist eine Gemeinsamkeit nicht von der Hand zu weisen. Zumindest im etwas weiteren Sinne. Denn wie Eintracht-Chefcoach Adi Hütter in der Vorsaison gelang es Apollon Limassol im vergangenen August, den FC Basel in die Knie zu zwingen. Während dem Österreicher dies 2017/18 gar zweimal gelang, als Meister in der Schweizer Super League sowie im Halbfinale des Pokals, setzten sich die Zyprioten in den Playoffs für die UEFA Europa League im Rückspiel entscheidend durch. Vor heimischer Kulisse genügte aufgrund der mehr erzielten Auswärtstreffer bei der 2:3-Niederlage im Hinspiel ein 1:0. Zuvor hatte sich der Underdog bereits in insgesamt sechs Vergleichen FC Stumbras Kaunas, Zeljeznicar Sarajevo und Dinamo Brest entledigt. Die Grundlage für diesen Mammut-Auftakt hatte die Truppe von Trainer Sofronis Avgousti mit der Vizemeisterschaft gelegt.
So großen nationalen Glanz Apollon, angelehnt an den griechischen Sonnengott „der Leuchtende“, auch verströmt, international gleichen die Auftritte meist allenfalls einem vorsichtigen Flackern. Als größter Erfolg gilt der Einzug in die zweite Runde des Pokals der Landesmeister 1991/92. Da war Allan Souza noch nicht mal geboren. Der Brasilianer in Frankfurter Diensten verbrachte die vergangene Saison leihweise auf der Mittelmeerinsel, ist für die Gruppenphase und damit gegen seinen Ex-Klub aber nicht spielberechtigt. Im Gegensatz zu Andre Schembri, dem Frankfurt durchaus ein Begriff ist, weil er im Trikot von Stadtnachbar FSV in der Hinrunde 2014/15 auf neun Zweitligaeinsätze kam, mittlerweile aber das Trikot von Apollon überstreift.
Mittlerweile befindet sich der maltesische Mittelstürmer mit 32 Jahren im Herbst seiner Karriere und bildet damit unter seinen Kollegen mehr die Regel als die Ausnahme, immerhin gehören insgesamt 13 Spieler der Ü30-Fraktion an. Erfahrung(en) hat diese Truppe also zweifellos vorzuweisen – wenn auch auf internationalem Parkett nicht die besten. Die Zyprer sind seit 13 EL-Partien sieglos und stellten damit den Negativrekord ein.
Formkurve
Dagegen ließen auf Ligaebene fünf Siege aus den ersten fünf Spielen keine Wünsche offen. Genauso wenig wie 18 erzielte und nur ein zugelassener Treffer. Beides sind Spitzenwerte. Und auch die Gruppenphase ließ sich nicht mal schlecht an. Erst gegen Vorjahresfinalist Marseille egalisierten die Zyprer in der Schlussviertelstunde ein 0:2. Trotz der keineswegs glorreichen Vergangenheit bedeutet der eine Punkt dennoch den schlechtesten EL-Start der Klubgeschichte.
Trainer
Etwas höhere Europapokalluft hatte zwischen 1998 und 2002 Sofronis Avgousti schnuppern dürfen. Der heutige Cheftrainer und frühere Nationaltorhüter stand zwischen 1998 und 2002 in sieben Europapokalspielen zwischen den Pfosten und erreichte unter anderem das Achtelfinale des Pokals der Pokalsieger. Nachdem das Limassoler Eigengewächs neun Jahre lang Stammtorhüter bei seinem Heimatverein gewesen war, suchte der Elfmeterkiller ab 2006 andernorts Herausforderungen, kehrte 2010 zurück und hängte nach insgesamt 131 Einsätzen für den Klub 2013 die Torwarthandschuhe an den Nagel.
Fortan fungierte er unter vier verschiedenen Cheftrainern als Assistent sowie Bindeglied zwischen den ausländischen Übungsleitern und der Mannschaft. Seit dem 16. Dezember 2016 zeichnet Avgousti hauptverantwortlich für die Geschicke der ersten Mannschaft, die er 2017 zum Pokalsieg wie zum Gewinn des Supercups führte.
Taktiktafel
Auch wenn leichte Variationen immer möglich sind, vertraut Limassol gerade gegen leistungsstärkere internationale Konkurrenz auf das 4-2-3-1.
Spieler im Fokus: Fotis Papoulis
In der wie erwähnt doch schon etwas betagteren Belegschaft sind ausgebuffte Schlitzohren wie Fotis Papoulis nicht weit. Der 33-jährige Kapitän schoss Apollon mit vier Treffern quasi im Alleingang in die Hauptrunde der UEFA Europa League und benötigt bei jetzt zehn Toren nur noch eines, um zum vereinsinternen europäischen Rekordschützen zu avancieren.
Auch in der Liga ist auf den Linksaußen regelmäßig Verlass. Seit seiner Ankunft 2012 erzielte der 1,75 Meter-Wirbler binnen sechs Jahren 74 Tore in 168 Einsätzen. Diese Konstanz ist vor allem bemerkenswert, weil der dreimalige zyprische Pokal- und zweifache Supercup-Sieger zuvor in vier Jahren bei fünf verschiedenen Vereinen unter Vertrag gestanden hatte. Das Image des Wandervogels hat der auf seine älteren Tage sportlich sesshaft gewordene Papoulis damit erfolgreich abgestreift.