21.10.2021
Europapokal

Reaktion gegen Piräus

Frankfurt besiegt den Olympiacos FC 3:1 (2:1) und springt nach drei Spieltagen an die Spitze der Gruppe D.

Eintracht Frankfurt besiegt Olympiacos FC 3:1 (2:1) und zieht mit den Zählern fünf bis sieben am bisherigen Spitzenreiter der Gruppe D vorbei. Rafael Santos Borré (26., Foulelfmeter) und Almamy Toure (45. + 3) erzielen die zweimalige Führung, Youssef El-Arabi (30., Handelfmeter) den zwischenzeitlichen Ausgleich. Daichi Kamada stellt nach dem Seitenwechsel die Weichen endgültig auf Sieg (59.).

Die auf fünf Positionen veränderte Startelf gegen Olympiacos FC.

Die im Vergleich zum 1:2 gegen Hertha BSC auf fünf Positionen umgestellte Elf zeigte sich nicht nur personell verändert, sondern vor allem auch hinsichtlich ihres Auftretens. Vor 35.000 lautstarken Zuschauern im ausverkauften Stadion rissen die Adler das Heft des Handelns an sich. Also ähnlich wie gegen die Hertha, nur mit weit weniger Flüchtigkeitsfehlern.

Mit Tuta, Almamy Toure, Kamada, Borré und Goncalo Paciencia anstelle von Evan Ndicka, Timothy Chandler, Jens Petter Hauge, Jesper Lindström und Sam Lammers agierten die Hausherren im identischen 3-4-1-2-System wie fünf Tage zuvor, präsentierten sich insgesamt aber in allen Feldbereichen konsequenter.

Mit vereinten Kräften: Almamy Toure und Daichi Kamada unterstützen sich gegenseitig – und tragen sich beide in die Torschützenliste ein.

Selbst wenn die erste Torannäherung den Gästen aus Griechenland gehörte, als El-Arabi eine Halbfeldflanke nicht entscheidend aufs Gehäuse brachte (12.). Im Gegenzug flankte der auf die rechte Seite ausgewichene Borré auf den in den Strafraum vorgestoßenen Kamada, der haarscharf am Kasten vorbei köpfte (13.).

In diesem Muster wiederholten sich vielerlei Sequenzen, in denen der Bundesligist immer wieder gezielte diagonale Verlagerungen einstreute, während die Hellenen gekonnte Nadelstiche setzten. Vor allem Filip Kostic tat sich in weiterer Folge als Chanceninitiator über die linke Außenbahn hervor. Erst köpfte Borré eine Hereingabe des Serben aus fünf Metern knapp übers Gehäuse (20.). Kurz darauf dieselbe Kombination, diesmal nach einer Ecke, an deren Ende Tomáš Vaclík das Leder gerade so auf der Linie festhielt (23.).

Rafael Santos Borré zeigt keine Nerven und trifft nach 25 Minuten zum 1:0.

Doch auch durchs Zentrum wussten sich die Gastgeber ein ums andere Mal zu kombinieren. Nach direktem Passspiel über Paciencia, Kamada und Borré war letzterer nur noch durch ein Foul zu stoppen. Den fälligen Elfmeter verwandelte der Sommerneuzugang abgebrüht links oben, Vaclík lag zumal im anderen Eck (26.).

Als Frankfurt schon in einen frühen Rausch zu spielen schien, der plötzliche Dämpfer. Nach einem unter gegnerischer Bedrängnis unabsichtlichen Handspiels von Kristijan Jakic im eigenen Sechzehner entschied Schiedsrichter Pedro Martins erneut auf Strafstoß (29.), welchen der Video Assistant Referee bestätigte. El-Arabi traf ebenso sicher (30.).

Youssef El-Arabi gleicht nach einer halben Stunde zunächst aus.

Kurz geschüttelt, suchte die Eintracht kurzerhand wieder den Vorwärtsgang – und fand ihn, ohne allzu überstürzt zu Werke zu gehen. Die Folge war die nächste Flanke von Kostic, der am langen Pfosten lauernde Toure zielte per Direktabnahme daneben (38.). Auf der anderen Seite vereitelte Tuta mit kompromisslosem Stellungsspiel im Eins-gegen-zwei den wohl entscheidenden Querpass (40.), Sokratis Papastathopoulos köpfte die anschließende Ecke in die Arme von Kevin Trapp (40.).

Als die offizielle Nachspielzeit schon überschritten schien, erzwang Frankfurt nochmal eine Ecke, die Martin Hinteregger an die Latte köpfte (45. + 3). Djibril Sow setzte entscheidend nach und sah in der Mitte der Mitte Toure, der freistehend ins leere Tor zum 2:1 einschob (45. + 3). Der Wiederanpfiff ging nahezu nahtlos in den Pausenpfiff über.

Der Kapitän ist wieder an Bord: Sebastian Rode wird in der Schlussphase eingewechselt.

Die Kabinen wieder verlassen, bot sich dem Publikum weiterhin der bereits von Ex-Kapitän Ioannis Amanatidis unter der Woche vermutete „offene Schlagabtausch“. Piräus musste, Frankfurt wollte erneut treffen. In die Tat umgesetzt als nächstes von Kamada. Paciencia stellte Vaclík aus dem Hinterhalt auf die Probe, dieser ließ prallen, der Japaner verwandelte den Rebound, indem er den machtlosen Schlussmann umkurvte und zum 3:1 einschob (59.).

In der Folge waren die Adlerträger der Vorentscheidung näher als die Griechen dem Anschluss. Borré behauptete auf links die Kugel, flankte auf Paciencia, der per Kopf das Ziel verfehlte (75.). Dann versuchte Hinteregger aus halblinker Lage sein Glück, zielte aber am langen Pfosten vorbei.

Dass auch andere Ereignisse als Tore Glücksgefühle auslösen können, zeigte dann die 82. Minute, als der erstmals seit dem DFB-Pokalspiel in Mannheim wieder im Kader stehende Sebastian Rode für den ebenfalls bejubelten Paciencia den Platz betrat. Es war der emotionale Höhepunkt eines insgesamt überzeugenden und umso stimmungsvolleren Europapokalabends, der mit dem 3:1 den in Anbetracht der Spielanteile angemessenen Sieger gefunden hat.

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