Definitiv ohne den Brasilianer Chris (Muskelfaserriss im Bereich des hinteren Oberschenkel) muss die Eintracht das Heimspiel morgige Heimspiel gegen den noch ungeschlagenen Tabellenführer VfB Stuttgart bestreiten. Neben Chris fehlen auch Jermaine Jones und der Langzeitverletzte Jens Keller.
19 Spieler wird Trainer Willi Reimann heute nach dem Abschlusstraining in das Mannschaftsquartier ’Holiday Inn’ mitnehmen und den Kader dann um einen Akteur reduzieren. Andreas Möller und Jurica Puljiz sind wieder mit von der Partie. Ob zumindest Möller von Anfang an dabei sein wird, lässt der Eintracht-Coach noch offen: „Das entscheide ich noch.“
Von seinen ersten Elf fordert Reimann gegen die Übermannschaft aus der Schwabenmetropole vor allem Mut, Einsatz und Geschlossenheit. „Wir sind krasser Außenseiter, aber jeder Außenseiter hat auch eine Chance“, weiß der Trainerfuchs, der den VfB trotz Champions-League-Stress in hervorragender körperlicher Verfassung erwartet.
Nach den Turbulenzen zu Wochenbeginn wandte sich Reimann auch auf der heutigen Pressekonferenz noch mal an die Eintrachtfans: „Wir brauchen die Unterstützung unserer Fans. Aber ich bitte alle Anhänger nochmals darum, Geduld mit der Mannschaft zu haben. Es wurden hier sehr viele neue Spieler verpflichtet und wir konnten in dieser Saison wegen Verletzungen oder Sperren noch nie mehrere Spiele in gleicher Besetzung bestreiten“, gibt er zu bedenken.
Was seine Person anginge, so Reimann, wäre er sofort Gesprächsbereit, falls man zur Erkenntnis käme, dass er der Bremsklotz wäre, der die Mannschaft daran hindere, ihre Spiele zu gewinnen. „Ich bin Realist und denke mir, dass sich die Mannschaft sehr viele Gedanken über die Kritik macht, die ihr entgegenschlägt. Das kann unter Umständen dazu führen, dass die Spieler gehemmt sind. Die Mannschaft hat es aber selbst in der Hand, diese Kritiker verstummen zu lassen. Man muss einfach nur auf den Platz gehen und sich als Einheit präsentieren.“
Einen Rüffel erteilte ’Wunder Willi’ den beiden Journalisten, die nach dem Auftritt in Bremen berichtet hatten, Trainer und Vorstand hätten die Mannschaft am Flughafen alleine gelassen. „Das ist Hanebüchen. Es haben weder Spieler verzweifelt nach ihrem Abflugschalter gesucht, noch hat irgendwer das Team sich selbst überlassen. Dass ich nach einem halben Jahr mal wieder einen Tag mit meinem Sohn in Hamburg verbracht habe, war lange geplant. Ich finde diese Art von Berichterstattung einfach nur frech und unverschämt.“
Bei allem Zoff der letzten Tage freut sich Willi Reimann morgen aufs Wiedersehen mit seinem ehemaligen Mitspieler aus alten HSV Zeiten. „Felix Magath und ich waren sehr eng befreundet. Leider hat es unser Beruf so mit sich gebracht, dass wir in letzter Zeit nicht mehr allzu viel Kontakt hatten. Wenn wir uns aber mal sehen, tauschen wir uns aus und reden über früher. Ich freue mich auf ihn.“
Und so könnte die Eintracht morgen spielen:
Nikolov - Bindewald, Tsoumou-Madza, Cipi, Wiedener - Schur, Skela, Preuß, Kreuz (Möller) - Frommer, Cha.