21.04.2021
Bundesliga

Rolle angenommen

Beim Arbeitssieg gegen Augsburg zeigt die Eintracht, aus welchem Holz sie geschnitzt ist. Was alle Beteiligten voller Selbstvertrauen in die nahe Zukunft blicken lässt.

Die Erleichterung war den Akteuren auf und neben dem Platz deutlich anzusehen. Von der „richtigen Reaktion“ sprach nach dem 2:0-Sieg gegen den FC Augsburg nicht nur Eintracht-Kapitän Sebastian Rode, auch sein Trainer Adi Hütter und Mannschaftskollege Filip Kostic wählten diese Worte. Nicht wirklich verwunderlich, wurde das Spiel im Vorfeld von der Medienlandschaft immerhin als Schicksalsspiel gewertet, nachdem man gegen Gladbach noch eine der schwächsten Saisonleistungen zeigte.

Es war ein hartes Stück Arbeit.

Timothy Chandler

Doch wie nach den vorherigen drei Niederlagen in dieser Saison zeigte sich die Mannschaft auch dieses Mal gefestigt und gab die richtige Antwort auf dem Platz – und das gegen einen unangenehmen Gegner. Auch in diesem Punkt waren sich alle Verantwortlichen einig. „Es fühlt sich sehr, sehr gut an, tut aber auch weh“, meinte Timothy Chandler angesprochen auf seinen ersten Startelfeinsatz der Saison wie immer lächelnd und brachte den Arbeitsnachweis aller treffend auf den Punkt: „Es war ein hartes Stück Arbeit.“ Der US-Amerikaner wurde auf seiner rechten Seite vor allem im ersten Spielabschnitt immer wieder vor Herausforderungen gestellt, wenn die Augsburger aus ihrer tiefen Staffelung heraus zu Kontern ansetzten.

Kevin Trapp war gegen Augsburg der gewohnt sichere Rückhalt.

Die Rollenverteilung war klar und so hatte die Eintracht in den ersten 30 Minuten zwar mehr vom Spiel, die gefährlicheren Abschlüsse verbuchte allerdings der Gast. „Wichtig war, dass wir nicht in Rückstand geraten sind, sonst wäre es gegen diesen Gegner sehr schwierig geworden. Wir haben durch unsere offensive Spielweise ein paar Konter zugelassen, allerdings kann man, egal gegen welchen Gegner, auch nicht über die gesamte Spielzeit alles wegverteidigen“, analysierte Trapp die Anfangsphase.

Schlussendlich sollte es einem Rückkehrer vorbehalten sein, die Adlerträger noch vor Pausenpfiff auf die Siegerstraße zu bringen. Martin Hinteregger, den Hütter nach fünf verpassten Partien direkt in die Stammelf beordert hatte, überzeugte jedoch nicht nur durch seine offensiven Qualitäten, sondern in allererster Linie seinem eigentlichen Job. Der Abwehrchef hatte die beste Zweikampfquote seiner Mannschaft und klärte nicht nur einmal in brenzligen Situationen.

Sicherheitsmaßnahme bei Hinteregger

Martin Hinteregger wurde nach seiner Gelben Karte sicherheitshalber mit Beginn der zweiten Halbzeit ausgewechselt.

Eine brenzlige Situation war es auch, weshalb der Österreicher trotz überzeugender Leistung in der Halbzeit in der Kabine bleiben musste. „Ich war ein bisschen mit Adrenalin voll“, gab er nach Schlusspfiff im Interview mit Sky zu. Nach langer Verletzungspause wieder mit dabei, dazu noch gegen seinen Ex-Klub, ging Hinteregger etwas ungestüm in einen Zweikampf an der Seitenlinie und sah folgerichtig die Gelbe Karte. „Martin hat selbst gesagt, dass man dunkelgelb geben kann. In dieser Situation hatten wir Glück. Ich bin froh, dass er wieder zurück ist. Ich habe ihn rausgenommen, wir haben das in der Halbzeit unter vier Augen besprochen. Das war vernünftig und wichtig“, erklärte Hütter die Sicherheitsmaßnahme.

Das passt einfach: Filip Kostic und André Silva freuen sich gemeinsam über das 2:0.

So verfolgte Hinteregger nach dem Seitenwechsel von der Bank aus, wie sich seine Teamkameraden den wichtigen Heimerfolg auch in der zweiten Halbzeit weiter erarbeiteten. Für einen glänzenden Moment in einer sonst eher höhepunktarmen Partie sorgte dann wieder einmal das Duo Kostic/Silva. Wobei es bei diesem Angriff zu kurz greifen würde, nur den Vorlagengeber und Torschützen zu nennen. Kamadas Pass, der die gesamte erste Verteidigungsreihe des FCA aushebelte und Rodes schnelles Überbrücken des Mittelfelds waren grundlegend für den Treffer, die sonst so eng und tief stehenden Fuggerstädter wurden von den Adlerträgern regelrecht überrumpelt.

Spielglück erarbeitet

„Trotzdem hätte es hinten raus durch den verschossenen Elfmeter nochmal eng werden können“, sprach Sportvorstand Fredi Bobic die zweite entscheidende Szene in Halbzeit zwei an. Das nötige Quäntchen Glück hatte die SGE an diesem Dienstagabend aber und so lupfte der Augsburger Schütze Alfred Finnbogason den Ball über den Kasten von Keeper Trapp. „Ein gehaltener Elfmeter mehr in meiner Statistik“, erwähnte dieser nach dem Spiel mit einem Augenzwinkern. „Solche schmutzigen Siege braucht man aber auch, gerade in Englischen Wochen. Das haben sich die Jungs verdient, wir sind wieder in der Spur“, fasste Bobic den Arbeitssieg zusammen.

Leverkusen muss gegen uns gewinnen.

Cheftrainer Adi Hütter

Der Fokus der Mannschaft richtete sich direkt nach Abpfiff schon auf das kommende Spiel in Leverkusen. Dass die Spieler mit der dritten Partie innerhalb einer Woche an ihre Belastungsgrenzen stoßen könnten, sehen sie indes nicht. „Die kurze Vorbereitungszeit auf die nächste Partie und auch drei Spiele in einer Woche zu haben, kennen wir noch aus unseren Europa-League-Zeiten. Das ist unser Job und wir geben alles, um gegen Leverkusen entsprechend gut auftreten zu können“, gab Kostic die Marschroute vor. Dass Frankfurt den Abstand auf die Werkself auf neun Punkte vergrößern konnte, spielt der Eintracht gewiss in die Karten. „Leverkusen ist ein Konkurrent um die ersten vier Plätze. Leverkusen muss gegen uns gewinnen“, betonte Hütter. Auch am Samstagabend ist die Rollenverteilung also geklärt.

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