27.02.2017
DFB-Pokal

Rückschau: Arminiatidis 2006

Die Eintracht gegen die Arminia – da steht ein Spiel aus der Vergangenheit ganz klar im Vordergrund. Es fand am 11. April 2006 statt und hatte genau einen Torschützen.

Die Wege von Eintracht Frankfurt und Arminia Bielefeld haben sich seit acht Jahren nicht mehr in einem Pflichtspiel gekreuzt. 30 Duelle gab es seit der Bundesliga-Einführung insgesamt, davon zwei in der Zweiten Liga und zwei im DFB-Pokal. Eines davon war ein ganz besonderes. Denn am 11. April 2006 hatte unsere Eintracht mit einem Sieg gegen das Team von der Alm die Möglichkeit, in das Pokalfinale einzuziehen. Dies gelang der Mannschaft von Friedhelm Funkel durch einen viel umjubelten 1:0-Erfolg.

Drei Tage zuvor hatte die Eintracht das Bundesliga-Rückrundenspiel auf der Alm mit 0:1 verloren, die Alarmglocken schrillten lauter denn je. Denn während sich die Arminia mit 37 Punkten fast den Klassenerhalt gesichert hatte, war die Eintracht nur noch drei Punkte von einem direkten Abstiegsplatz entfernt. Im Pokalduell sollte nun also ein Sieg her, der ja das fast sichere Ticket nach Europa bedeutet hätte. Denn die im Parallelduell favorisierten Bayern marschierten auch in der Liga vorneweg. Doch die Voraussetzungen waren nicht nur wegen der prekären sportlichen Lage nicht gerade rosig. Friedhelm Funkel hatte vor dem Spiel über den Rasen geschimpft, der von den Galaxy-Footballern am Wochenende zuvor mächtig ramponiert worden war. Egal, gleiche Bedingungen für alle war das Motto. Und Funkel schaute nicht auf den Existenzkampf in der Liga, sondern sagte vorher, dass er seine beste Elf aufstellen werde. Dennoch überraschte er mit einigen Veränderungen gegenüber der Partie drei Tage zuvor in Ostwestfalen.

50.000 Zuschauer erwarteten also im Stadtwald ein Duell auf Augenhöhe. Eine ebenso riesige wie imposante Choreographie gab den Startschuss auf dem Rasen, der mit Tonnen von Sand halbwegs spielfähig gemacht worden war. Die Entscheidung in einem von Kampf geprägten Spiel fiel in der 16. Minute. Genau im richtigen Moment spielte Stefan Lexa die Kugel klasse in den Lauf von Ioannis Amanatidis. Schuler hob das Abseits auf, sodass der Grieche allein auf Mathias Hain zulaufen konnte. Amanatidis umspielte den Bielefelder Keeper und schlenzte das Leder von der Strafraumgrenze aus ins leere Tor. Auch wenn die Arminia später alles nach vorne warf, reichte dieser eine Treffer für die Eintracht zum Sieg. Damit war die Teilnahme am Pokalfinale sicher, das jedoch mit 0:1 gegen die Bayern verloren geht. Dennoch qualifizierte sich das Funkel-Team für den UEFA-Cup, und der Klassenerhalt wurde auch noch in trockene Tücher gebracht. Letztlich verlor die Eintracht nach dem Halbfinal-Erfolg über Bielefeld von sechs Partien nur noch zwei: das Pokalfinale und die bedeutungslose Partie gegen Mönchengladbach am letzten Spieltag. Der Weg nach Berlin und zum Klassenerhalt führte als direkt und indirekt über Arminia Bielefeld.