06.12.2025
Bundesliga

„Schlechte Leistung“

Sportvorstand Markus Krösche, Cheftrainer Dino Toppmöller und Kapitän Robin Koch ordnen die „verdiente Niederlage“ gegen Leipzig ein und entschuldigen sich bei den Fans.

Sportvorstand Markus Krösche: Es war eine schlechte Leistung, vor allem eine schlechte Defensivleistung. Wir starten mit einem individuellen Fehler und gehen in Rückstand. Wenn man das zweite Gegentor sieht: Wir haben den Lattentreffer, dann kassieren wir einen Konter und das Tor trotz Überzahl im Sechzehner. Wir verteidigen es einfach schlecht und machen es Leipzig viel zu einfach. Keine Konsequenz im Eins-gegen-eins, keine Kompaktheit, wir geben dem Gegner die Räume, die sie mit ihrer Geschwindigkeit bespielen können. Man muss ehrlicherweise sagen: So reicht es nicht, Leipzig zu schlagen, und so verliert man verdient mit 0:6. In der Bundesliga war es in den vergangenen Wochen zwar okay, aber wenn man sich die Spiele und vor allem die Gegentore anschaut, dann häufen sich die individuellen Fehler sowie die Fehler als Team gegen den Ball. Auch in der Restverteidigung haben wir immer wieder Probleme – keine gute Staffelung, keine gute Mannbindung, wir sind zu passiv. Wenn wir oben dabei sein und in die internationalen Ränge wollen, darf man solche Fehler nicht machen. Wir können deutlich besser Fußball spielen, wir haben es in dieser Saison schon deutlich besser gemacht. Die Basis ist gegen den Ball, jeder Einzelne muss seine Zweikämpfe gewinnen – da sind wir nicht konsequent genug. Es hat nichts mit Mentalität oder Einstellung zu tun.

Cheftrainer Dino Toppmöller: Glückwunsch an Ole Werner und Leipzig für den verdienten Sieg, der aufgrund einer desolaten zweiten Halbzeit unsererseits auch in der Höhe verdient ausgefallen ist. Uns hat in den Zweikämpfen die Schärfe gefehlt, das war viel zu einfach. Unsere Zweikampfführung war katastrophal. Das hat sich zwar in der ersten Halbzeit nicht so angefühlt, weil wir einen guten Start und eine gute Griffigkeit hatten. Freier Abschluss im Strafraum nach 30 Sekunden, dann helfen wir beim 0:1 tatkräftig mit, anschließend die Chance durch Michy Batshuayi und der Lattenschuss durch Mo Dahoud. Im Gegenzug geht die Post ab. Es ist uns zu oft passiert, dass wir solche Szenen nicht vorher durch ein Foul unterbinden. Da müssen wir erwachsener und dreckiger werden, ohne den Gegner aus den Schuhen zu treten. Kurz nach der Pause fällt das 0:3. Danach war es eine ganz, ganz schlechte Leistung, für die wir uns bei den mitgereisten Fans, die uns einmal mehr fantastisch unterstützt haben, entschuldigen.

Wir müssen uns bei unseren Fans entschuldigen.

Robin Koch

Robin Koch: Das Ergebnis ist extrem hart. Die erste Halbzeit war noch okay von uns, wir bekommen aber zwei Tore, die wir uns selbst zuzuschreiben haben. In der zweiten Hälfte war es viel zu wenig, das darf uns nicht passieren. Es war viel zu wenig Gegenwehr. Kein Spieler auf keiner Position war annähernd bei 100 Prozent. Jeder muss sich an die eigene Nase fassen. Jeder hat seine Duelle verloren, wir waren nicht bissig genug und hatten nicht den Willen im Zweikampf, alles reinzulegen. Dann sieht es so aus, wie es aussah. Wir müssen uns bei unseren Fans entschuldigen.

Ole Werner (Cheftrainer Leipzig): Wir wussten, was für ein Kaliber auf uns zukommt. Deshalb war ich nicht überrascht, dass wir eine top Leistung gebracht haben. In der ersten Halbzeit hat man gesehen, wie eng es im Fußball manchmal zugeht. Vor dem 2:0 fliegt der Ball an die Latte, wir schalten gut um. Es war wichtig, gut in die zweite Halbzeit zu kommen und das Spiel mit dem dritten Treffer mehr oder weniger zu entscheiden. Wir waren scharf und diszipliniert, haben die Umschaltmomente gut genutzt und hatten später auch eine bessere Ballbesitzstruktur. Den Abend können wir genießen, weil so etwas nicht alle Tage vorkommt. Dann geht es weiter Richtung Union Berlin, wo uns nochmal eine ganz andere Art von Fußball erwartet.