16.04.2023
Bundesliga

Serien mit Spielraum und Allzweckwaffe außer Gefecht

Während die Eintracht nach dem 1:1 nun bei der Gesamtausbeute der Vorsaison steht, macht Kristijan Jakic in seinen Jubiläumsspiel die Wade zu schaffen.

Für den Torerfolg ist jedes Mittel recht. Und wenn zur Not der Stadion-DJ nachhelfen muss, wie in der 75. Minute, als Randal Kolo Muani in aussichtsreicher Position den Innenpfosten traf. Eine Szene mit Symbolcharakter, als für den Bruchteil einer Sekunde schon die herbeigesehnte Torhymne durch den Deutsche Bank Park hallte, die Kugel aber nicht hinter die Linie, sondern vor die Füße von Éric Junior Dina Ebimbe sprang. Auch der zweite Franzose hatte, wie so viele seiner Kollegen, nicht das Glück des Tüchtigen an den Stiefeln.

Zahl des Spiels: Verflixte Sieben

Weil acht Minuten darauf Kolo Muani eine Flanke des kurz zuvor eingewechselten Faride Alidou – dessen erste Vorlage in der Bundesliga – doch zumindest zum 1:1 in die Maschen bugsierte, steht Frankfurt vorbehaltlich der Sonntagsspiele weiter auf Platz sieben – und bei 42 Zählern. So viele waren es in der gesamten Vorsaison nach 34 Begegnungen.

Wovon sich die Adlerträger ebenso wenig kaufen können – und das auch nicht möchten – wie vom Fakt, mittlerweile sieben Bundesligaheimspielen in Folge nicht verloren zu haben. Zu vier Siegen gesellten sich drei 1:1 gegen den VfB Stuttgart, VfL Bochum und eben den VfL aus Mönchengladbach. Alles Spielgeschichten, die Markus Krösche zu der Einschätzung kommen lassen, aus jenen Partien qua Dominanz „in Anführungsstrichen sechs Punkte zu wenig“ gesammelt zu haben.

Zwölf Zähler nach Rückstand

Weshalb auf der anderen Seite der Medaille auch sieben Spiele in der deutschen Beletage hintereinander ohne Dreier stehen – so lange wie kein anderer Klub im Oberhaus. Allein, Moral und Einsatz stimmen. Zwölf Punkte nach Rückstand überbietet noch der 1. FC Köln. 122,63 Kilometer toppt am 28. Spieltag einzig der FC Augsburg mit 124,38 Kilometern.

Geschichte des Spiels: „Mann für alle Fälle“ fällt aus

Einer, der ebenso gerne Meilen sammelt, war am Samstagabend wider Willen früh außer Gefecht. Kristijan Jakic, angesichts der Ausfälle von Hrvoje Smolcic, Almamy Toure und Evan Ndicka, nahm der Kroate diesmal den Posten des linken Innenverteidigers an. Auch hier nimmt die Sieben eine besondere Rolle ein: so viele Positionen bekleidete der WM-Dritte nunmehr: Beide Posten der Doppelsechs, defensive Außenbahn in der Vierer- wie in der Fünferkette, dazu alle drei Bereiche in der Innenverteidigung: rechts, zentral, links.

Nach einer Viertelstunde geht es für Kristijan Jakic nicht mehr weiter.

Letzteres in seinem 50. Bundesligaspiel allerdings keine 17 Minuten. „Kristijan hatte unter der Woche Achillessehnenprobleme“, klärte Oliver Glasner über die kurze Trainingspause seiner Allzweckwaffe auf. „Jetzt hat es über dieser Stelle wehgetan und es ging nicht mehr weiter. Ich hoffe, dass es nichts Schlimmeres ist. Er ist unser Mann für alle Fälle.“ Wie sich am Sonntag herausstellte, hat Jakic eine Wadenverletzung erlitten und wird in nächster Zeit nicht zur Verfügung stehen.

Das schreiben die Medien

  • hessenschau: „Für die Europapokalplätze ist das zu wenig, doch immerhin die Joker bereiten Hoffnung.“
  • SPORT1: „Eintracht Frankfurt rettet spät noch einen Punkt, verzweifelt aber an Jonas Omlin und sich selbst.“
  • Wiesbadener Kurier: „Mut machen die Auftritte der jungen Joker, die für frischen Wind sorgen.“
  • ZDF: „Ein Trend, der der Leistung so gar nicht entspricht...“

Das sagt das Netz

  • „Drei Punkte für uns wären drin gewesen. Und die jungen Adler geben Anlass zur Hoffnung.“ (@balljungs)
  • „10:2 Ecken, keine einzige brachte Gefahr, ein Ärgernis die Freistöße…Wille und Bereitschaft waren da“ (@fisPeppi)
  • „Habe das Gefühl die letzten zehn Wochenenden das gleiche Fußballspiel zu schauen.“ (@SuperSebb)
  • „Mit Blick auf das Restgrogramm von Freiburg und dem Spiel am 34. Spieltag ist das Ding noch lange nicht durch.“ (@Kosticinho10)

Ausblick: Wieder 18.30 Uhr gegen die Borussia

Die nächste Aufgabe nach von Dienstag bis Freitag je einer Trainingseinheit ist „natürlich eine Mammutaufgabe“, wie Djibril Sow bei EintrachtTV betonte, als es um das nächste Samstagabendspiel um 18.30 Uhr ging. Diesmal bei der Borussia aus Dortmund.

Der Schweizer weiß, dass es beim Meisterschaftsanwärter „schwer ist, dort etwas zu holen, selbst wenn du gut drauf bist“. Was dennoch nichts an der Zielsetzung ändere, „dort zu gewinnen. Es wäre riesig für uns, dort etwas zu holen – auch mit Blick auf die letzten Wochen, die noch sehr spannend werden.“