30.07.2022
Eintracht

„Sofort hellwach sein“

Sportvorstand Markus Krösche unterstreicht die Bedeutung des DFB-Pokalspiels in Magdeburg, erklärt, warum die Champions League noch weit weg ist und lobt den Frauenfußball.

Markus, zwischen dem Finale in Sevilla und dem Vorbereitungsstart war die Pause verhältnismäßig kurz. Ist es trotzdem gut, dass es am Montag wieder losgeht?
Auf jeden Fall! Nach intensiven Trainingswochen ohne Pflichtspiele freuen wir uns, dass es endlich wieder losgeht. Die erste Pokalrunde in Magdeburg ist für uns natürlich extrem wichtig nach dem frühen Aus vor einem Jahr. Das möchten wir diesmal verhindern. Unser ganz klares Ziel ist es, Magdeburg zu schlagen.

Warum ist dieses Spiel womöglich das schwierigste im Vergleich zu den Krachern gegen München und Madrid?
Weil Magdeburg eine gute Mannschaft und Heimrecht hat. Wir haben am eigenen Leib erfahren, dass im Pokal vieles möglich ist. Es geht darum, dass wir zu 100 Prozent fokussiert, direkt da sind und unseren Spielstil sofort auf den Platz bringen. Unsere Erwartungshaltung ist, sofort hellwach zu sein. Denn wir haben danach einen Rhythmus, in dem wir fast alle drei Tage gefordert sind. Dafür benötigen wir einen guten Start, auch weil wir im DFB-Pokal etwas Außergewöhnliches erreichen möchten. Wir hatten eine gute Vorbereitung. Doch diese bringt nichts, wenn wir nicht auf den Punkt da sind, wenn es darauf ankommt.

Es geht darum, eine gute Mischung zu finden zwischen Belastung, Regeneration und gleichzeitig Rotation.

Sportvorstand Markus Krösche

Bewährt sich gleich am Montag der breite Kader, nachdem mit Onguéné verletzt und Smolcic gesperrt zwei Innenverteidiger ausfallen?
Mit Sicherheit. Wir werden generell ein intensives und bis Mitte November kompaktes Jahr haben. Deshalb war es wichtig, den Kader auch in der Breite entsprechend aufzustellen.

Dennoch könnte sich der Kader bis zum Ende der Transferperiode am 31. August theoretisch verändern. Wie ist hier der Stand?
Dass Diskussionen und Gerüchte entstehen, ist in dieser Phase normal. Fakt ist, dass alle hier und fokussiert sind und eine gute Trainingswoche hinter sich haben. Es gibt nichts Neues zu berichten.

Experten meinen, ein Sechser würde uns noch guttun. Haben wir den mit Daichi Kamada vielleicht in den eigenen Reihen gefunden?
Daichi kann diese Rolle ausfüllen, auf eine offensivere Art. Grundsätzlich sind wir auf dieser Position mit Seppl Rode, Kristijan Jakic und Djibril Sow gut aufgestellt und haben viele Variationsmöglichkeiten.

Sportvorstand Markus Krösche möchte mit Eintracht Frankfurt wieder ein Wörtchen um die internationalen Startplätze mitreden.

Was wird uns der enge Terminplan mit drei Wettbewerben abverlangen?
Wegen der körperlichen und mentalen Belastung sowie dem Reisestress müssen wir eine gewisse Rotation hinbekommen. Es geht darum, eine gute Mischung zu finden zwischen Belastung, Regeneration und gleichzeitig Rotation. Das wird das Trainerteam sehr gut steuern.

Wie geht ihr die erste Champions-League-Saison in der Eintracht-Geschichte an?
Wir müssen nicht verleugnen, dass dies ein besonderer Wettbewerb ist, den wir uns hart erarbeitet haben. Nichtsdestotrotz müssen wir die Aufgaben Schritt für Schritt angehen. Das heißt: Erst Magdeburg, dann Bayern, Real Madrid und Hertha. Bis zum ersten Champions-League-Spiel erwarten uns noch schwierige Herausforderungen. Darauf gilt es den Fokus zu richten.

Welche Ziele habt ihr euch für 2022/23 gesetzt?
Wir haben die klare Zielsetzung, um die europäischen Plätze mitzuspielen und es regelmäßig zu schaffen, international zu spielen.

Die U21 ist ein Baustein für den Profibereich und die Zukunft von Eintracht Frankfurt.

Sportvorstand Markus Krösche

Was erwartest du von der neu eingeführten U21?
Diese Mannschaft ist ein Baustein für den Profibereich und die Zukunft von Eintracht Frankfurt, der uns ein Stück weit gefehlt hat, damit wir jungen Spielern die Möglichkeit geben können, früh Seniorenfußball zu spielen. Ich freue mich auf die Saison. Wir haben einen engen Austausch mit dem NLZ. Ich hoffe, dass sie einen guten Start erwischen. Unabhängig davon haben wir einen sehr guten Trainer, ein super Trainerteam und eine spannende Mannschaft.

Am Sonntag könnten vier unserer Eintracht Frauen Europameister werden. Wie hast du den Einzug ins Finale wahrgenommen?
Ich habe alle Spiele gesehen, sie machen es super. Ihr Weg erinnert mich ein bisschen an unseren in der Europa League. Sie funktionieren als Team sehr, sehr gut und spielen super Fußball. Aufgrund der Art und Weise ihres Auftretens bin ich überzeugt, dass sie Europameister werden. Davon konnte ich mich gegen Spanien vor Ort mit eigenen Augen überzeugen.

Am 16. September eröffnen die Eintracht Frauen im Deutsche Bank Park gegen den FC Bayern München die Saison in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga. Was versprichst du dir von dieser Konstellation, auch in Verbindung mit der EM?
Die Euphorie während des Turniers ist vielerorts zu spüren. Viele schauen die EM, die sich vielleicht vorher nicht dermaßen für Frauenfußball interessiert haben. Dass wir die Saison im Deutsche Bank Park eröffnen, ist eine wunderbare Sache für Eintracht Frankfurt. Ich hoffe auf möglichst viele Zuschauer, das hätte sich das Team verdient. Die Entwicklung der deutschen Nationalmannschaft überträgt sich auf die Liga und schließlich auf das Eröffnungsspiel. Natürlich drücke ich ihnen auch die Daumen, dass wir in der neuen Saison mit beiden Profimannschaften in der Champions League vertreten sein werden [die Frauen treten Mitte August in der Qualifikation zur Champions League an; Anm. d. Red.].

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