05.12.2025
Team

„Streben nach der maximalen Ausbeute“

Hugo Larsson freut sich über seine Rückkehr ins Mannschaftstraining und spricht über das Restprogramm, Erfahrung an seiner Seite, das Spiel in Leipzig und die Nationalelf.

Hugo, während der Länderspielpause im November hast du dir eine Muskelverletzung im Oberschenkel zugezogen. Daher die wichtigste Frage zu Beginn: Wie geht es dir?
Mir geht es sehr gut. Ich bin super froh, dass ich seit Donnerstag zurück im Mannschaftstraining sein kann.

Bei den Spielen gegen Köln, Bergamo und Wolfsburg musstest du pausieren: Wie schwer fällt es dir, zum Zuschauen gezwungen zu sein?
Es ist hart, klar, man will dabei sein. Dafür arbeitet man; und dann sitzt man auf der Tribüne. Während der Spiele gegen Bergamo und Wolfsburg, in denen wir nicht das gezeigt haben, was wir uns vorgenommen hatten, fällt es umso schwerer, nicht eingreifen und helfen zu können.

Bist du ein ruhiger Beobachter auf der Tribüne oder wirst du schnell unruhig?
Ich bin relativ ruhig, easy going. Ich bin voll auf das Spiel fokussiert, mir geht viel durch den Kopf. Ich springe nicht auf und ab oder gehe hin und her. Ich fiebere eher innerlich mit.

Diese Spieler auf dem Platz an meiner Seite zu wissen, gibt mir vor allem Ruhe.

Hugo Larsson über erfahrene Teamkollegen

Gegen Mainz, kurz vor der Länderspielpause, hast du eine Halbzeit lang im Zentrum an der Seite von Mo Dahoud gespielt. Nicht zum ersten Mal, klar, aber sein Weg ist ja durchaus eine spezielle Geschichte in der laufenden Saison. Wie blickst du darauf?
Mo hat einen sehr guten Charakter, eine sehr gute Einstellung. Obwohl er an einigen Spieltagen nicht im Kader stand, hat er immer mit am härtesten trainiert und hatte immer ein Lächeln im Gesicht. Er würde nie für schlechte Stimmung sorgen. Für ihn war es sicherlich alles andere als einfach. Wir alle freuen uns entsprechend sehr für ihn. 

Ob nun Mo, Mario Götze oder Ellyes Skhiri: Auch, wenn du mit gerade einmal 21 Jahren schon über 150 Profispiele bestritten hast: Inwieweit profitierst du in deiner Entwicklung davon, so viel Erfahrung an deiner Seite zu wissen.
Als ich neu im Team war, habe ich sicherlich deutlich öfter danach geschaut, inzwischen bin ich in meiner dritten Saison bei der Eintracht und habe bereits viele wertvolle Erfahrungen sammeln können. Diese Spieler auf dem Platz an meiner Seite zu wissen, gibt mir vor allem Ruhe. Ich weiß, was ich von ihnen erwarten kann und wie sie sich im Spiel verhalten. Abseits des Platzes kann ich indes einiges von ihnen lernen. Dinge, die sie seit vielen Jahren täglich tun, um immer noch auf diesem Level spielen zu können.

In 14 von 19 Saisonspielen stand Hugo Larsson in der laufenden Saison auf dem Platz.

In 14 von 19 Spielen standest du in der laufenden Saison auf dem Platz, drei Assists stehen dabei zu Buche. Unabhängig der Verletzung: Wie bewertest du deine persönliche Saison bislang?
Die ersten drei, vier Matches waren aus meiner Sicht sehr gut, wahrscheinlich mitunter die besten Spiele, die ich für Eintracht Frankfurt gespielt habe. Die Wochen darauf waren nicht einfach für mich, ich konnte nicht die Leistungen bringen, wie ich wollte. In der Phase zwischen den Länderspielpausen im Oktober und November ging es aber wieder bergauf und ich habe es ordentlich gemacht auf dem Platz – ich konnte den Fußball zeigen, den ich mir von mir auch wünsche. Anschließend kam die Verletzung. Ein Halbjahr mit Höhen und Tiefen, aber rückblickend kann ich unterm Strich zufrieden sein. Wochen innerhalb einer Saison zu haben, in denen es für mich nicht läuft, entspricht absolut nicht dem Anspruch, den ich an mich selbst habe.

In der Bundesliga warten bis Weihnachten noch die Auswärtsspiele gegen Leipzig und Hamburg sowie die Partie im Deutsche Bank Park gegen Augsburg. Wie schätzt du die Aufgaben ein?
Wir wollen immer gewinnen und streben nach der maximalen Ausbeute in diesen drei Spielen. Das ist möglich. Klar, auswärts gegen Leipzig zu spielen, ist besonders schwierig. Aber wir können und möchten dort punkten. Mit Blick auf die Spiele gegen Augsburg und Hamburg sage ich als Eintracht-Spieler – bei allem Respekt vor den Gegnern: Diese Partien sollten wir auf unsere Seite ziehen, das ist unser klares Ziel. Hoffentlich holen wir viele Punkte und haben dann alle ein schönes Weihnachtsfest. 

Auch, wenn ihr es natürlich gewohnt seid, alle drei Tage zu spielen: Wie wertvoll war für euch die volle Trainingswoche vor dem Topspiel in Leipzig? Der Gegner musste unter der Woche ran.
Das kann schon ein Vorteil sein. Alle drei Tage zu spielen, ist natürlich schön, aber auch herausfordernd. Erstmals seit langem hatten wir eine volle Trainingswoche. 

Natürlich liegt all euer Fokus aktuell auf dem Spiel gegen Leipzig, dennoch wirft das nächste Spiel in der Champions League bereits seine Schatten voraus: auswärts gegen Barcelona. Die Geschichten vom letzten Gastspiel der Eintracht im Camp Nou hast du bestimmt gehört, oder?
Ja. Markus Krösche hatte mir ein Video von diesem Spiel geschickt, bevor ich bei der Eintracht unterschrieben habe (lacht). Ich habe nun gelesen, dass man in Barcelona alles versucht, damit sich das nicht wiederholt – sie scheinen Respekt davor zu haben, dass sich das wiederholen könnte (lacht). Ich habe nichts dagegen, den Auswärtssieg zu wiederholen.

Wenn man mit dem Fußballspielen anfängt, träumt man davon, in der Champions League und in den großen Stadien gegen die größten Klubs der Welt zu spielen.

Hugo Larsson

Ansgar Knauff, der 2022 mittendrin war, hat jüngst verraten, dass er sich über das Los gefreut habe. Nun auch noch das erste Europapokalspiel im Camp Nou seit Beginn der Modernisierungsarbeiten. Wie war es bei dir, wie groß ist die Vorfreude?
Wenn man mit dem Fußballspielen anfängt, träumt man davon, in der Champions League und in den großen Stadien gegen die größten Klubs der Welt zu spielen. Aber aktuell haben wir nur das Spiel gegen Leipzig im Kopf, erst danach geht es nach Barcelona. Aber klar, ich freue mich darauf. 

An diesem Freitag werden in Washington DC die WM-Gruppen ausgelost. Der Traum von der Teilnahme am Turnier in Mexiko, Kanada und den USA lebt auch in Schweden noch, der Weg führt über die Play-offs – erster Gegner ist die Ukraine. Werden wir die Tre Kronor bei der WM sehen?
Ja. Es wird nicht einfach, aber meine Antwort lautet: ja.