02.10.2018
UEFA Europa League

Teil 2: 1981 - 2000

Eintracht Frankfurt hat schon einige Kapitel in der langen Europacup-Geschichte geschrieben.

Nach ihrem Erfolg im UEFA-Pokal 1980 kämpfte die Frankfurter Eintracht bis zur Jahrtausendwende häufig um internationalen Ruhm. Sechs Jahre startete sie im UEFA-Cup, zwei Jahre im Europapokal der Pokalsieger sowie einmal im UI-Cup. Eine tolle Bilanz, auch wenn sich der ganz große Erfolg nicht mehr einstellte. Es gab tolle Siege, aber auch herbe Rückschläge.

Herbe Schlappe in Kopenhagen

Am ärgerlichsten war wohl das Ausscheiden bereits in der ersten Runde in der Spielzeit 1990/91. Als Bundesliga-Dritter der Vorsaison präsentierte die Eintracht sich optimistisch. Bei Spielern wie Torhüter Uli Stein, Abwehrrecken wie Charly Körbel, Manfred Binz, Ralf Weber, Dietmar Roth, Uwe Bindewald, Stefan Studer und Ralf Falkenmayer sowie der Offensivabteilung mit den beiden Weltmeistern Uwe Bein und Andreas Möller, mit Superstürmer Anthony Yeboah , mit Lothar Sippel, Dieter Eckstein und Axel Kruse schien dies auch berechtigt zu sein. Doch das Hinspiel bei Bröndby in Kopenhagen wurde vor den Augen von Berti Vogts ein regelrechtes Desaster. 0:5 hieß es am Ende, entsprechend vernichtend war das Urteil des Bundestrainers. "Unwürdig" für einen Bundesligisten sei dieser Auftritt gewesen.

Kein Wunder, dass zwei Wochen später nur 12.000 Zuschauer ins Waldstadion pilgerten. Sie sahen eine sehr engagierte Eintracht, die durch Yeboah (5.) und Eckstein (22.) rasch mit 2:0 in Führung ging. Doch Christensen (30.) zerstörte die Hoffnungen auf ein Fußball-Wunder. Am Ende gewann die Eintracht dank weiterer Treffer von Bein (36.) und Möller (85.) mit 4:1, doch am frühen Ausscheiden änderte das nichts mehr.

Gala gegen Lodz

Auch in den nächsten beiden Jahren musste das Kapitel UEFA-Cup bald beendet werden. Jeweils in der zweiten Runde musste sich der Bundesligist zunächst KAA Gent und zwölf Monate später Galatasaray Istanbul geschlagen geben, nachdem sie zuvor gegen Widzew Lodz noch mit 9:0 brilliert hatte. Yeboah steuerte vier, Kruse drei Tore zu diesem Kantersieg bei.

Aber die Türken waren eben ein anderes Kaliber, ihre in Deutschland lebenden Landsleute verhinderten lautstark, dass die Eintracht im Waldstadion ein richtiges Heimspiel bestreiten konnte. 0:0 hieß es auch am Ende, keine gute Voraussetzung für die Reise an den Bosporus. Dort verwandelten 40.000 das ausverkaufte Stadion in einen wahren Hexenkessel. Bereits beim Aufwärmen konnte man kaum noch sein eigenes Wort verstehen. Das Team von Dragoslav Stepanovic, das ein paar Monate zuvor das Rostock-Trauma hatte verkraften müssen, schien beeindruckt zu sein, kassierte bereits nach sechs Minuten durch Tütüneker das unglückliche 0:1. Dabei blieb es trotz aller Bemühungen.

Hütter kickt Eintracht raus

In den Spielzeiten 93/94 sowie 94/95 erreichten die Frankfurter dagegen jeweils das Viertelfinale. In den ersten Runden hatten sie dabei das Vergnügen, in den sich öffnenden Ostblock fliegen zu dürfen. Doch der Reihe nach. Am 14. September 1993 schlug die Eintracht so richtig zu, gewann bei Dynamo Moskau mit 6:0. Dass die SGE das Rückspiel mit 1:2 verlor, störte niemanden. In Runde zwei ging es erneut gen Osten. Am Main wurde Dnjepr Dnjepropetrowsk mit 2:0 geschlagen und trotz einem 0:1 im Rückspiel das Achtelfinale erreicht. Dort ging es nach Spanien, gegen Deportivo La Coruna. Die Eintracht war Außenseiter gewann aber beide Spiele mit 1:0. In Frankfurt traf Mirko Dickhaut (89.), in La Coruna setzte Maurizio Gaudino den Deckel drauf.

Jetzt ist noch mehr möglich, dachten sich die Fans. Zumal der nächste Gegner "nur" Austria Salzburg hieß. Aber erst gewannen die Österreicher ihr Heimspiel 1:0, dann hieß es im Waldstadion selbst nach Verlängerung nur 1:0 für die Eintracht (Tor Gaudino), obwohl die Gäste seit der 43. Minute zu zehnt auf dem Platz waren. Im Elfmeterschießen begann die Eintracht. Als Manni Binz als letzter Schütze für sein Team anlief, stand es weiter unentschieden. Der Libero brachte den Ball nicht im Netz unter. Weil anschließend Otto Konrad seine Sache besser machte, war die Eintracht ausgeschieden. Dass in dieser Partie ein gewisser Adi Hütter bei dem späteren Finalisten durch eine Gelbe Karte und einen verwandelten Elfmeter aufgefallen war, interessierte damals noch kaum jemanden.

Letzter Auftritt im UEFA-Cup

In der Spielzeit 94/95 ging es zunächst zu Olimpija Ljubljana. Es schüttete den ganzen Tag wie aus Kübeln, viele mitgereiste Fans kauften sich große Müllsäcke, schnitten für Kopf und Arme drei Löcher hinein, klebten alles gut zu und machten sich ins Stadion. Auf dem schwer bespielbaren Rasen glich Thorsten Legat per Freistoß spät (84.) zum 1:1 aus, in Frankfurt machten Mirko Dickhaut (9.) und Anthony Yeboah mit ihren Toren zum 2:0 alles klar.

Dann folgte ein italienischer Doppelschlag. Zunächst gewann die Eintracht gegen den SSC Neapel zwei Mal mit 1:0. In Frankfurt unterlief Buso (55.) ein Eigentor, auf dem Stiefel erzielte Ralf Falkenmayer (54.) den entscheidenden Treffer. Im Viertelfinale wartete mit Juventus Turin ein noch dickerer Brocken auf das Team von Jupp Heynckes. Kaum lösbar, zumal der Trainer Okocha, Gaudino und Yeboah wegen eines angeblichen Trainingsboykotts aus der Mannschaft geworfen hatte. Nur Okocha wurde noch rechtzeitig begnadigt. Das geschwächte Team hielt sich gut, hoffte nach dem 1:1 durch Jan Furtok (73.) auf ein Wunder im Rückspiel. Bis zur 70. Minute wurde das 0:0 gehalten, dann setzte sich das große "Juve" mit Jürgen Kohler in seinen Reihen noch mit 3:0 durch. Es war der letzte Auftritt der Frankfurter im UEFA-Pokal, der inzwischen durch die UEFA Europa League abgelöst wurde.

Im UI-Cup 95/96 folgte der letzte internationale Auftritt der Frankfurter im 20. Jahrhundert. Die Vorrunde wurde trotz einer 1:2-Niederlage gegen Vorwärts Steyr dank 4:0-Siegen bei Spartak Plovdiv und Paneris Vilnius sowie einem 5:1 gegen Iraklis Saloniki überstanden, ehe man bei Girondins Bordeaux mit 0:3 im Achtelfinale ausschied. Trotzdem waren es zwei großartige Jahrzehnte für Eintracht Frankfurt in den europäischen Wettbewerben