27.09.2021
Europapokal

Tradition ohne Duell

Gegen den ältesten Verein Belgiens Royal Antwerp FC kommt es am Donnerstag zur Pflichtspielpremiere. Erfahrungswerte mit Klubs aus dem jeweiligen Nachbarland haben dennoch beide.

Nein, ein völlig unbekannter Begriff ist der Royal Antwerp FC in Frankfurt nicht. Auch wenn das erste Pflichtspiel der 1880 beziehungsweise 1899 gegründeten Kontrahenten der Gruppe D erst am 30. September 2021 steigt, trafen die Traditionsvereine ihrer Länder in der Vergangenheit immerhin auf freundschaftlicher Ebene aufeinander.

Kevin Trapp hält den Elfmeter in der Schlussphase gegen Fenerbahce SK.

1965 gewann die Eintracht am Riederwald mit 5:1, 2000 in Ober-Roden mit 2:1. Diesmal sind die Vorzeichen gänzlich andere. Denn für beide Mannschaften geht es um den ersten Sieg in der Vorrunde der UEFA Europa Leauge. Die Eintracht startete mit einem 1:1 vor heimsicher Kulisse gegen Fenerbahce SK, Antwerpen verlor bei Olympiacos 1:2. Ähnlich wie in Frankfurt häuften sich auch während des Parallelspiels in Piräus kurz vor Schluss nochmal die Ereignisse. Erst in der 87. Minute kassierte Antwerpen das 1:2, nachdem Ally Samatta in der 74. Minute die Führung der Griechen ausgeglichen hatte.

Antwerpen hat einen Lauf

Antwerpens Generalprobe für das Duell mit den Hessen verlief derweil nach Maß: Am Sonntag gewann die Truppe von Trainer Brian Priske 2:1 gegen Royale Union Saint-Gilloise und behauptete in der Tabelle der belgischen Jupiler Pro League Rang vier. Damit haben die Gastgeber wettbewerbsübergreifend vier der vergangenen fünf Begegnungen für sich entschieden, die vergangenen drei sogar allesamt gewonnen.

Die Eintracht hingegen spielte beim 1:1 gegen Köln das sechste Mal in Folge Unentschieden. Timothy Chandler, der erstmals in dieser Saison in der Startelf stand und nach einem Zusammenprall am Kopf die zweite Halbzeit mit Turban durchzog, lobte die Mannschaft tags darauf für ihre Moral: „Kopf hoch, es war eine super Mannschaftsleistung! Die drei Punkte werden kommen, das weiß ich. Das Wichtige ist, dass wir die Spiele nicht verlieren. Das war am Samstag auch nicht der Fall. Auf dieser Basis werden wir weiterarbeiten.“

Vorlagengeber und Torschütze gegen Köln Seite an Seite: Filip Kostic und Rafael Borré.

Und auch Kevin Trapp war sich nach der Punkteteilung sicher, dass der erste Sieg bald folgen wird. „Wir müssen unsere Leichtigkeit behalten und nicht verkrampfen. Wir haben Qualität, aber müssen sie mehr auf den Platz bringen“, so der Keeper. Oliver Glasner erklärte nach dem Match gegen die Domstädter, auf was es in den anstehenden Partien ankommt. „Insgesamt machen wir noch zu viele einfache Fehler und sind in manchen Situationen zu lange am Ball“, so der Chefcoach, der nach seiner Sperre gegen Instanbul in der Diamantenstadt wieder an der Seitenlinie stehen wird. Dafür steht hinter den Einsätzen der nach dem Kampf gegen Köln lädierten Erik Durm und Evan Ndicka ein Fragezeichen.

Freudensprünge waren in Antwerpen zuletzt auch eher eine Seltenheit, wenn es gegen Klubs aus Deutschland ging. Zwei der bisherigen acht Begegnungen in allen europäischen Wettbewerben gegen Teams aus dem Nachbarland konnte The Great Old gewinnen. Dazu gesellen sich zwei Remis und vier Niederlagen.

Aber: Beide Erfolge gelangen dem Vorjahresdritten im eigenen Stadion. Im Oktober 1964 gegen Hertha BSC und im November 1989 gegen den VfB Stuttgart. Umgekehrt zog auch die Eintracht gegen belgische Vertreter zuletzt häufiger den Kürzeren. Aus den vergangenen sechs Vergleichen mit den Westeuropäern in einem internationalen Turnier konnten die Adlerträger einen siegreich gestalten – 2019/20 gegen Royal Standard Club de Liège in der Gruppenphase der UEFA Europa League.

Daichi Kamada im Spiel gegen Royal Standard Club de Liège, dem letzten belgischen Gegner der Eintracht.

Es folgte der Einzug bis ins Achtelfinale, nachdem die Adler in der Spielzeit zuvor gar bis ins Halbfinale geflogen waren. Für den vierfachen Belgischen Meister, der in den Play-offs Omonia nach einem 2:4 und 2:0 im Elfmeterschießen ausschalten konnte, steht zum zweiten Mal in Folge der Gruppenphase der UEFA Europa League, was in den Jahren zuvor nie der Fall gewesen ist.

Der größte Erfolg auf der europäischen Bühne datiert weiterhin aus 1993. Damals standen die Rot-Weißen im Endspiel des Europapokals der Pokalsieger. Das Endspiel gegen den AC Parma im Londoner Wembley-Stadion ging schließlich 1:3 verloren. Antwerpen ist damit der letzte belgische Verein, der ein Finale eines europäischen Wettbewerbs stand.

So weit denkt im Spätsommer freilich noch keine der beiden Seiten, wenngleich das Überwintern in Europa das klare Ziel ist. Drei Punkte zur Premiere wären in dieser Hinsicht keine schlechte Grundlage.

Zum Spiel

Anstoß: Donnerstag, 30. September, 18.45 Uhr, zweiter Spieltag, Gruppenphase, UEFA Europa League, 2021/22.
Stadion: Bosuil, Deurne.
Hörtipp: EintrachtFM sendet ab 18.35 Uhr live. Die Sehbehindertenreportage gibt es hier.
TV-Hinweis: TVNOW überträgt ab 17.15 Uhr live.

Die Pressekonferenz vor dem Spiel

Die letzten Informationen vor dem Europa-League-Spiel erhaltet ihr auf der Pressekonferenz am Mittwoch, 18 Uhr, mit Cheftrainer Oliver Glasner und Timothy Chandler. Live zu sehen auf EintrachtTVmainaqila und Facebook.

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