Blitzstart für Ritsu Doan. Rund drei Stunden nach der Bekanntgabe der zweiten Sommerverpflichtung lieferte der Offensivmann seinen ersten Leistungsnachweis, vom Medizincheck einmal abgesehen. Der Einstand verlief wie im Drehbuch: Nach Tagen des Kälteanflugs wieder Eitel Sonnenschein über dem Deutsche Bank Park. Kurz wurde es dunkel, als es für Doan in den Begrüßungstunnel ging, den die neuen Kollegen für ihn bildeten.
Gänzlich fremd sind ihm die Gesichter nach vier Jahren Bundesliga, eines in Bielefeld, drei in Freiburg, freilich nicht. Am allerwenigsten Mario Götze, mit dem die Nummer 20 bei der PSV Eindhoven zusammenspielte. Jene Ziffern hielt von 2014 bis 2024 ein Jahrzehnt Makoto Hasebe in Ehren, der es sich nicht nehmen ließ, seinen Landsmann vor dessen erstem Mannschaftstraining persönlich in Empfang zu nehmen.
Zum Sportlichen: Zwei Tage vor dem finalen Testspiel in London gegen den Fulham FC (live und exklusiv auf EintrachtTV) herrschte Hochbetrieb im Stadtwald, wo parallel auch die Profifrauen zu Werke gingen. Die Adlerträger nutzten nebenan zwei ganze Rasenplätze neben dem Stadion, übten sowohl im mannschafts- als auch gruppentaktischen Bereich.
Hier im Sieben-gegen-sieben unter Aufsicht der Co-Trainer Jan Fießer und Stefan Buck auf engem Raum. Dort in voller Teamstärke ohne Defensivformation auf ein Gehäuse. Außer den Torleuten Kevin Trapp, Jens Grahl und Amil Siljevic also kaum Gegenwehr, dafür umso mehr Varianten. Spielaufbau aus der eigenen Hälfte, Überbrückung des Mittelfelds, in Szene setzen der rechts und links je doppelt besetzten Flügel – Abschluss!
Beispielhaft vorgeführt an der rechten Kreidelinie: Ob Außenstürmer wie Doan oder Außenverteidiger wie Aurélio Buta, alle Positionsprofile spurteten wahlweise in die Innen- oder Außenbahn. Erst das kurze Anspiel über die Mittelfeldzentrale, später der lange Ball in den Lauf aus der Abwehrzentrale. Einerlei, wer und wie, Hauptsache hart, schnell, direkt. Beziehungsweise, wie es Chefcoach Dino Toppmöller ein ums andere Mal lautstark einforderte: „Härter, schneller, direkter!“
Nach drei Tagen Durchschnaufen ist sichtbar Zug in den letzten Zügen der Sommervorbereitung, die kein Wochenende kennt. Das Match in London ist eingebettet in je eine weitere Einheit am Freitag vor dem Abflug und am Sonntag. Danach bleibt eine Woche bis zum Pflichtspielstart im DFB-Pokal beim FV Engers 07.