11.10.2020
Team

Tuta exklusiv

Mit dem Debüt gegen Hoffenheim ist er der 441. Adlerträger und elfte Brasilianer, der das Eintracht-Trikot getragen hat. Nun meldet sich Lucas Silva Melo zu Wort.

Lucas, wie fühlst du dich als frischgebackener Bundesligaspieler?
Es war für mich ohne Zweifel eine riesen Freude, mein Bundesligadebüt feiern zu können. Ich bin sehr dankbar, dass Eintracht Frankfurt mir die Chance gegeben hat, hier aufzulaufen, mir das Vertrauen schenkt und meiner Arbeit vertraut. Ja, ich habe lange und hart darauf hingearbeitet. Wenn dann noch das Ergebnis stimmt, ist das Glück natürlich vollkommen. Ich bin sehr froh, wie es in diesen gut 30 Minuten, in denen ich spielen und der Mannschaft helfen durfte, gelaufen ist. Ich denke das ist der richtige Weg. Der Trainer muss sich darauf verlassen können, dass er diejenigen, die auf der Bank sitzen, jederzeit bringen kann. Das ist meines Erachtens sehr, sehr wichtig.

Hättest du damit gerechnet, schon am dritten Spieltag dein Pflichtspieldebüt für die Eintracht zu feiern?
Ein bisschen unerwartet kam es ja schon. Das Spiel hatte es ganz schön in sich. Wir hatten kurze Zeit vorher ausgeglichen und die Partie war heiß umkämpft. Entsprechend ist es schon eine große Verantwortung, wenn zu diesem Zeitpunkt in der zweiten Halbzeit ein junger Verteidiger ohne Bundesligaerfahrung eingewechselt wird und das Spiel in die entscheidende Phase geht, in der beide Mannschaften voll auf Sieg spielen. Es war also eine Herausforderung, aber wenn man unter der Woche und überhaupt während der gesamten Saisonvorbereitung so hart gearbeitet hat, fühlt man sich gewappnet und agiert mit dem nötigen Selbstvertrauen. Man blendet das Drumherum komplett aus und konzentriert sich voll und ganz auf das Spielgeschehen auf dem Platz.

Das ist es, was große Mannschaften auszeichnet: Wir ziehen alle an einem Strang und haben gemeinsame Ziele.

Tuta

Welche Reaktionen hast du auf dein Debüt erfahren?
Die ersten Personen, die davon erfahren haben, waren meine Frau und meine Freunde, die mich immer unterstützen. Es war jedenfalls nicht meine Mutter, denn für sie wäre das nervlich eine Nummer zu emotional, das macht ihr Herz nicht mit. Aber sie fiebert natürlich trotzdem mit und freut sich total für mich. Dies gilt natürlich auch für meine Frau, die ich jeden Tag hier an meiner Seite habe. Sie war total gerührt. Meine Freunde in der Heimat haben mir Nachrichten geschrieben, die ich dann nach dem Spiel lesen konnte. Die Freude ist natürlich groß. In Belgien ist es mir ähnlich ergangen. Das fühlt sich an wie ein Festtag und macht mich einfach nur glücklich.

Würdest du also sagen, die Leihe nach Kortrijk in der vergangenen Saison hat sich gelohnt?
Mein Wechsel nach Belgien hat mich in meiner noch jungen Karriere zweifellos weitergebracht. Ich wusste, dass ich, um mir Einsatzchancen in Frankfurt erhoffen dürfen, noch an mir arbeiten musste. Daher war es wichtig, diesen Schritt zu gehen, um mir Selbstvertrauen zu holen. Und doch war es nicht so, dass mir in Belgien alles leicht von der Hand ging, denn bis zu meinem ersten Einsatz vergingen vier Monate. Dort habe ich gespürt, dass man stetig weiterarbeiten und immer vorbereitet sein muss. Die Chance kommt früher oder später. Dann muss man zur Stelle sein und seinen Platz mit Klauen und Zähnen verteidigen. Hier ist es eigentlich genauso. Ich muss weiter hart arbeiten, mir das Vertrauen des Trainers, des Staffs und der Mannschaftskollegen holen, den Konkurrenzkampf annehmen, mich dabei aber stets in den Dienst der Mannschaft stellen. Denn das ist es, was große Mannschaften auszeichnet: Wir ziehen alle an einem Strang und haben gemeinsame Ziele. In Belgien habe ich viele Dinge gelernt, diese Erfahrungen nehme ich gerne mit.

Worin hast du die größten Fortschritte gemacht?
Ich denke, dass ich außerhalb des Platzes den größten Schritt gemacht habe. Aber natürlich auch innerhalb der Kabine. Die Verständigung hat sich verbessert. Ich kann mich mit den Teamkollegen auf Englisch austauschen und ihnen auch auf dem Platz entsprechend Vokabeln zurufen. Auf der Ebene der Kommunikation habe ich also zugelegt, da musste auch dringend etwas tun. Auch mit der Intensität, die hier natürlich höher ist, komme ich immer besser zurecht. Aber wie gesagt, in erster Linie habe ich an der Verständigung gearbeitet, das war das Allerwichtigste.

David ist ein herzensguter Mensch.

Tuta

Du kamst gegen Hoffenheim nach einer Stunde für David Abraham ins Spiel. Welche Rolle spielt er für dich?
David ist in Frankfurt so etwas wie ein Spiegel für mich. Er ist der Kapitän, Leistungsträger, total erfahren, spielt auf meiner Position. Wenn ich ähnlich erfolgreich für die Eintracht spielen will wie er, muss ich mich an ihm orientieren. Er ist ein toller Mensch, auf dem Platz wie abseits des Feldes, und versucht mir immer zu helfen, indem er mir Tipps gibt. Was soll ich sagen – er ist ein herzensguter Mensch.

Was hast du dir für die laufende Saison vorgenommen?
Natürlich würde ich gerne weiter fleißig Einsatzzeiten sammeln und innerhalb der Mannschaft noch ein wenig mehr auf mich aufmerksam machen. Dafür muss ich noch mehr investieren, damit sich bestimmte Dinge einfach automatisieren. Ich möchte weiter in die Mannschaft vorstoßen, das ist ja genau das, wonach junge Spieler streben, gerade in einer funktionierenden, gut aufgestellten Mannschaft. Ich beschäftige mich nicht mit einem Weggang oder möchte mein Glück woanders suchen. Am Ende geht es nämlich nicht nur um Einsatzzeiten, sondern auch um Qualität und Intensität. All das finde ich hier in der Bundesliga vor. Dahingehend ist Eintracht Frankfurt die beste Adresse.

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