25.10.2021
Bundesliga

Ungewollte Achterbahnfahrt

Nach dem Highlight gegen Piräus folgt die schnelle Ernüchterung in Bochum. Die fehlende Konstanz ist nicht nur Cheftrainer Oliver Glasner ein Dorn im Auge.

Einordnung: Schnelle Ernüchterung

„Ich hoffe, dass jetzt jeder gemerkt hat, was in der Bundesliga abgeht und wie man hier Fußball spielen muss.“ Kapitän Sebastian Rode wählte im Interview unmittelbar nach Abpfiff klare Worte. Mit dem 0:2 in Bochum hatten so nach dem in allen Bereichen überzeugenden Sieg am Donnerstag gegen Olympiacos FC wohl wenige gerechnet. „Der Trainer hatte davor gewarnt, dass wir den Kampf annehmen müssen. Das ist uns nicht gelungen“, konstatierte Rode entsprechend.

Das frühe 0:1 durch Ex-Adlerträger Danny Blum brachte die knapp 20.000 Zuschauer vom Anpfiff weg auf Betriebstemperatur, die Eintracht wurde kalt erwischt. „Wir haben uns nicht durchsetzen können und den Ball nicht schnell genug laufen lassen. Dazu brauchst du geistige Frische, die war heute nicht da“, analysierte Oliver Glasner auf der Pressekonferenz. Der verschossene Elfmeter sowie die beiden verletzungsbedingten Wechsel taten ihr Übriges in einer Halbzeit, die stark an den ersten Durchgang eine Woche zuvor gegen Hertha BSC erinnerte. Im zweiten Spielabschnitt kam die Eintracht zwar besser ins Spiel und hatte vor allem durch Daichi Kamadas Pfostenschuss auch durchaus Chancen auf den Ausgleich. Man konnte sich allerdings auch glücklich schätzen, dass der Gastgeber bei einem seiner Konter den Sack nicht schon früher zugemacht hatte.

Dem Erfolg gegen Piräus folgte also wie nach dem Sieg in München die schnelle Ernüchterung. Glasner brachte es auf den Punkt: „Die Achterbahnfahrt geht somit weiter.“

Zahl des Spiels: 45

Einer der Gründe, weshalb die Eintracht nie so wirklich in dieses Spiel kommen sollte, war die negative Zweikampfbilanz. 45 Prozent der Duelle konnte Frankfurt nur für sich entscheiden. Zu wenig, um gegen die intensive Spielweise des VfL zu bestehen. Die Mehrzahl der Duelle um den zweiten Ball entschied Bochum für sich, mit der nötigen Galligkeit in den Zweikämpfen zog das Team von Trainer Thomas Reis den Hessen den Zahn.

Sebastian Rode spielte erstmals nach seiner Zwangspause über eine längere Distanz.

„Bochum war von der ersten Minute aggressiv. Wir wollten mit Leidenschaft, Aggressivität und hohem Engagement dagegenhalten, das haben wir nicht geschafft“, erklärte Rode. Der sorgte mit seinem Einsatz für einen der wenigen Lichtblicke an diesem für die Eintracht so düsteren Abend: „Ich bin noch nicht bei 100 Prozent, aber glücklich, dass ich 45 Minuten durchgehalten habe. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Spielen mehr beitragen kann und wir erfolgreicher sind als heute.“

Ausblick: Konstanz das große Ziel

Für die Eintracht steht nun eine volle Trainingswoche an, in der Glasner mit dem Team die Fehler analysieren und an den Abläufen feilen wird. Nach dem heutigen Auslaufen erhalten die Spieler den Dienstag zur Regeneration frei, von Mittwoch bis Freitag steht jeweils eine Trainingseinheit pro Tag an. Am Samstag geht es dann um 18.30 Uhr im Deutsche Bank Park gegen wiedererstarkte Leipziger. Dass die Mannschaft das Potential hat, mit jedem Gegner nicht nur mitzuhalten, sondern ihn auch zu schlagen, zeigen die Siege in München und gegen Piräus. „Unsere Aufgabe bleibt, Konstanz in die Leistungen zu bringen, individuell und als Mannschaft“, gibt Glasner die Marschroute für die kommenden Wochen vor. Denn bekanntlich kommt bei einer Achterbahnfahrt nach jedem Tief auch wieder ein Hoch. Glasner und die Mannschaft arbeiten daran, dass dort auch der Ausstieg liegt.

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