27.03.2022
Team

Vielspieler und Lehrlinge

Acht Adlerträger sind in dieser Saison verliehen. Für einige hat sich der Abgang auf Zeit ausgezahlt, manch anderer hat noch zu kämpfen. Eine Bilanz vor dem Endspurt.

Drei Adler international unterwegs

Ali Akman, Steven Zuber und Martin Pecar haben sich vorübergehend Klubs im Ausland angeschlossen, um regelmäßig Spielpraxis zu sammeln. Im vergangenen August heuerte Akman bei der NEC Nijmegen, Zuber beim AEK Athen an. Im Februar zog es Pecar zu Austria Wien.

Akman konnte vor allem zu Beginn der Saison für Aufsehen sorgen. Nach 14 Spieltagen standen fünf Tore zu Buche. Nach einer etwas längeren Durststrecke scheint der Knoten beim 1,73 Meter großen Stürmer mit seinem sechsten Treffer nach nun 23 Einsätzen in der Eredivisie wieder geplatzt. Nach 27 Spieltagen steht Nijmegen im gesicherten Mittelfeld auf Rang zehn der niederländischen Liga.

Bei AEK Athen so gut wie immer am Ball: Steven Zuber.

In Griechenland sorgt derweil Zuber für Schlagzeilen. Der 30-Jährige schoss 25 Ligapartien sieben Treffer und bereitete drei weitere vor. Die Super League 1 schloss Athen mit 46 Punkten auf Rang drei ab. Damit stehen die Hauptstädter in der Play-off-Staffel, die Frankfurts Gruppengegner in der UEFA Europa League mit 22 Zählern Vorsprung auf AEK klar anführt. Athen hat die Möglichkeit, über Platz zwei oder drei an der Qualifikation der UEFA Europa Conference League teilzunehmen.

Derlei Aussichten bieten sich Pecar indessen nicht. Gefordert ist der 19-Jährige aktuell für Wiens zweite Mannschaft, für die er zwei Mal von Beginn an ran durfte und einen Assist beisteuerte. In den vergangenen drei Begegnungen stand das Eigengewächs aus Slowenien nicht im Kader. Neun Runden vor Schluss belegen die Young Violets mit 18 Punkten Position 14, gleichauf mit Vorwärts Steyr, das den ersten Abstiegsplatz innehat.

Dominik Kohr: Führungsfigur mit Handicaps

Derlei Nöte plagen Dominik Kohr mit dem 1. FSV Mainz 05 nicht. Um besser zu sagen: Nicht mehr, nachdem der 28-Jährige in der Rückrunde 2021 mithalf, die Klasse zu halten. Auch im Spieljahr darauf kommt dem defensiven Mittelfeldmann eine buchstäblich zentrale Rolle zu. Bisher kommt Kohr auf 15 Bundesligaeinsätze. Mehr verhinderten eine Oberschenkelverletzung, durch die der gebürtige Trierer inklusive DFB-Pokal acht Partien in Folge verpasste. Zwei Gelb-Rote Karten taten ihr Übriges. Auch am nächsten Spieltag steht der Abräumer wegen der fünften Gelben Karte nicht zur Verfügung. Dennoch: Steht Kohr bereit, genießt er bei Trainer Bo Svensson das vollste Vertrauen, hat sich als Stabilisator und emsiger Arbeiter unentbehrlich gemacht. Die Rheinhessen liegen mit 37 Punkten auf Platz zehn und damit zwei hinter der Eintracht.

Matanovic und Zalazar klopfen ans Tor zum Oberhaus

Seit vergangenem Freitag ist es fix: Rodrigo Zalazar wird über seine einjährige Ausleihe zum FC Schalke 04 hinaus Königsblau tragen. Möglich macht das eine Kaufpflicht mit Rückkaufoption aufseiten der Eintracht. Zwei Vereinbarungen, die den Erfahrungen der vergangen Monate nach alle drei Parteien zufriedenstimmen wird. Immerhin zählt Zalazar durchweg zu den Leistungsträgern beim Zweitligisten. Von 27 möglichen Pflichtspielen hat der Uruguayer 26 absolviert, davon 22 in der Startelf. Seine Bilanz: Vier Tore und sechs Vorlagen. Zuletzt kam der trickreiche Mittelfeldakteur nochmal mehr in Fahrt. In den vergangenen beiden Begegnungen gegen Hannover und Ingolstadt konnte er mit vier Torbeteiligungen, je zwei Treffer und Assists, für Furore sorgen.

Schalke steht nach 27 Spieltagen mit 47 Punkten auf Rang drei – und somit vier Zähler hinter Spitzenreiter St. Pauli um Igor Matanovic. Nachdem der 1,94 große Sturmtank weite Teile der Hinrunde wegen einer Adduktorenverletzung verpasste, kommt der 18-Jährige mittlerweile auf zwölf Einsätze und zwei Vorlagen. Insgesamt durfte der im Sommer aus Hamburg und für zwei Jahre zurückverliehene Matanovic fünf Mal von Beginn an ran. Am 33. Spieltag könnten Zalazar und Matanovic im direkten Duell aufeinandertreffen, wenn S04 am 7. Mai den FC St. Pauli in Gelsenkirchen empfängt.

Bördner und Otto: Zweite Wahl in Liga drei

Eine Klasse tiefer dürfen sich Elias Bördner und Fynn Otto beweisen. Letzterer schloss sich Anfang August für ein Jahr dem Halleschen FC, für den er in der Dritten Liga acht Mal ran durfte. Nachdem das Eigengewächs überwiegend Kurzeinsätze erhalten hatte, tauchte der 20-Jährige am vergangenen Spieltag gegen Saarbrücken zum zweiten Mal in der Anfangsformation auf. Die Startelfpremiere stieg übrigens gegen den 1. FC Viktoria Köln.

Teilzeitarbeiter mit wiederkehrenden Bewährungsproblem: Fynn Otto (links).

Dort unter Vertrag steht wiederum Bördner, der mit Otto die Nachwuchsschule am Riederwald durchlaufen hatte. Für das Torwarttalent war lange Geduld gefragt. Nach dem Debüt im Juli dauerte es, drei Spiele im Landespokal ausgenommen, bis Ende Januar, ehe der 20-Jährige vier Partien hintereinander zwischen den Pfosten stehen durfte, nachdem die etatmäßige Nummer eins Moritz Nicolas mit einer Muskelverletzung ausgefallen war.