26.03.2019
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Völlig schwerelos – Eintracht schreibt Fußballgeschichte

Als erster Spieler erzielt Sébastien Haller ein Tor in der Schwerelosigkeit. Natürlich auf seine ganz eigene Art.

Als der Airbus A310 am Montagnachmittag über dem Rollfeld des Frankfurter Flughafens niedersinkt, lassen sich die Dimensionen, die sich in den Stunden zuvor in knapp 8.500 Metern Höhe zugetragen haben, nur erahnen. Die über 40-köpfige prominente Besatzung aus Musik, Tanz, Fernsehen, den sozialen Medien oder dem Sport wie Kunstturner Fabian Hambüchen, die Band Die Fantastischen Vier oder  TV-Koch Tim Mälzer lässt sich noch keine Details entlocken, strahlt aber mit den Sternen des eben hinter sich gelassenen Himmelszelts um die Wette.

Die drängendste Frage aus Sicht der Adler, Hauptsponsor Indeed und Ausrüster Nike ist natürlich: Ist es Sébastien Haller auf Vorlage von Sportvorstand Fredi Bobic tatsächlich als erstem Menschen gelungen, das Runde im Eckigen zu versenken? Mimik und Körpersprache lassen schnell auf das gelungene Vorhaben schließen, doch vor allem die Art und Weise, wie der französische Mittelstürmer die Naturgesetzte außer Kraft gesetzt hat, sollte Erstaunen auslösen.

Auch über den Wolken ein Artist

Wobei: Wer sich an Hallers akrobatische Einlage zum Last-Second-2:1 am 30. September 2017 gegen den VfB Stuttgart erinnert, wird im Nachhinein erkennen müssen, dass der Modellathlet wie gemacht scheint für außerirdische Momente. Entsprechend versenkte der 24-Jährige auch im Rahmen der zweiten Auflage von BigCityBeats WORLD CLUB DOME Zero Gravity den Ball per Fallrückzieher. Bei „Zero Gravity“ handelt es sich um ein besonderes Flugmanöver, dank dessen parabelförmiger Ausführung in 7.000 bis 8.500 Metern Höhe für sechs Minuten ein Zustand der totalen Schwerelosigkeit erzeugt wird.

Daneben präsentierte sich der Topscorer der UEFA Europa League auch am DJ-Pult ist blendender Verfassung und sorgte unter den buntgemischten Gästen an Bord des Luftschiffs für ein Stimmungsfeuerwerk, das er in dieser Form sonst nur von den Heimspielen im Stadtwald kennt. Zurück auf dem Planeten Erde gab sich der Himmelsstürmer auch während der anschließenden Presserunde im Terminal 2 auf der Höhe des Geschehens, vermochte seinen kleinen Schritt im Namen der Fußballwelt aber nicht recht in Worte zu fassen: „Es war verrückt. Es war für mich das erste Mal in solch einer Lage. Man hat einfach keine Kontrolle. Das kann ich unmöglich beschreiben.“ Fredi Bobic wiederum war einfach nur voll innerlicher Freude: „Wir haben den Flug einfach genossen und unheimlich viel Spaß. Das Phänomen war oben nicht anders als hier: Sobald ein Ball in der Nähe war, wollten alle mitkicken. Das war ein schönes Durcheinander. Es freut mich für Séb, dass er gleich im ersten Versuch getroffen hat. Das darf er am Sonntag gerne so wiederholen“, fügte der Sportvorstand mit einem Schmunzeln an. Denn dann gastiert, ausgerechnet, der VfB Stuttgart in der Commerzbank-Arena. Seit Montag bleibt festzuhalten: Haller-Knaller gibt es überall. Im Himmel wie auf Erden.