Ausgangslage
Kein Leckerbissen, dafür aber das Punktekonto im Klassement um drei weitere Zähler ausgebaut – darauf konnte sich die Eintracht-Community im Nachgang an den 1:0-Heimsieg gegen den 1. FC Heidenheim einigen. „Es war nicht schön anzuschauen, aber wichtig sind die drei Punkte“, sagte Nathaniel Brown stellvertretend zur Gemütslage im Anschluss an den 26. Bundesligaspieltag. Vor der nächsten Aufgabe im Oberhaus, dem Rhein-Main-Duell gegen den 1. FSV Mainz 05, steht damit fest: Seit Anfang Februar bestritt die Eintracht unter dem Kommando von Cheftrainer Albert Riera sechs Partien, nur eine davon ging verloren – auswärts bei Spitzenreiter FC Bayern. Insgesamt elf Punkte sprangen dabei heraus. In besagtem Zeitfenster sammelten nur der Rangerste aus München (16) und der Tabellenzweite aus Dortmund (13) mehr Zähler.
Eine vergleichbare Serie haben die Nullfünfer seit dem Amtsantritt von Coach Urs Fischer Mitte Dezember hingelegt, der auf Bo Henriksen folgte: Nur zwei der 13 Bundesligaspiele unter Regie des Schweizers gingen daneben, dem gegenüber stehen fünf Siege und sechs Unentschieden. Nun das direkte Aufeinandertreffen, Anpfiff in der Mainzer MEWA ARENA ist am Sonntag, 22. März, um 15.30 Uhr. DAZN sowie das Klubradio EintrachtFM übertragen live.
Eine Milchmädchenrechnung, zum einen geeignet für einen Griff zum Phrasenschwein, zum anderen aber auch unumstößlich: Trifft der Gegner nicht, ist eine Niederlage schon mal vom Tisch. Seit drei Spielen und damit über 300 Minuten steht bei der hinten SGE die Null, vier Bundesligaspiele in Folge ohne Gegentreffer gab es in der langen Klubhistorie noch nie. An den vergangenen sechs Spieltagen musste Frankfurt insgesamt lediglich vier Gegentore hinnehmen, ligaweiter Bestwert. Das Resultat: Vier Weiße Westen, darunter drei Zu-Null-Heimsiege in Serie. „Das ist ein sehr großer Fortschritt. Darauf wollen wir aufbauen und uns nicht darauf ausruhen. Wenn die Null steht, brauchen wir auch nicht so viele Chancen. Aber klar, wir wollen uns natürlich mehr Möglichkeiten herausspielen – mit Blick auf das Offensivspiel haben wir noch zu tun“, betont Brown. Eine volle Trainingswoche liegt vor den Adlerträgern, um daran zu arbeiten.
Rückblick
Getroffen haben die Adlerträger, wenn es gegen den geografischen Nachbarn aus Rheinhessen ging, zuletzt immer – in den vergangenen elf Begegnungen schossen sie mindestens ein Tor, letztmals ohne eigene Bude blieben sie am 6. Juni 2020. Kann so bleiben, soll so bleiben. Allgemein liest sich die Bilanz der Frankfurter gegen Mainz allerdings ambivalent, eine entscheidende Rolle spielt dabei das Heimrecht. Apropos: Das Hinrundenspiel entschied Frankfurt mit 1:0 für sich, das Tor des Tages verbuchte Ritsu Doan.
Das Hinrundenspiel auf EintrachtTV
Unterm Strich, das ist erfreulich, verloren die Hessen nur eines ihrer vergangenen elf Bundesligamatches gegen den 1. FSV – das war im Dezember 2024. Aber, und hier kommt die Kehrseite der Medaille, ist mit Blick auf die vergangenen 17 Rhein-Main-Duelle nur ein Frankfurter Auswärtssieg vermerkt: Januar 2021, Doppelpacker André Silva. Gegen keinen anderen aktuellen Bundesligisten weisen die Nullfünfer eine niedrigere Niederlagenquote auf heimischem Rasen auf, nämlich 5,9 Prozent. Zeit, diese aus Adlersicht nach oben zu korrigieren.
Blick in die Sechzehner
Der Weg zum Torerfolg im Vorfeld des insgesamt 36. Aufeinandertreffens beider Klubs in der deutschen Beletage ist dabei unterschiedlich. Mehr als doppelt so oft war Frankfurt aus dem laufenden Spiel heraus erfolgreich als der nächste Kontrahent, 40 Tore der Eintracht stehen 18 der Mainzer gegenüber. Das Fischer-Team, aktuell Tabellen-13., erzielte indes allerdings fast die Hälfte seiner Tore – nämlich 15 von 31 – nach ruhenden Bällen.
Toptorjäger aufseiten der Sportgemeinde Eintracht ist derzeit mit neun Buden Jonathan Burkardt, der erstmals seit seinem Wechsel aus Rheinhessen ins Herzen von Europa an seine alte Wirkungsstätte zurückkehren wird. Dort hat sich mit zehn Treffern bislang Nadiem Amiri zum teamintern erfolgreichsten Knipser aufgeschwungen, der 29-Jährige fehlt allerdings seit knapp drei Wochen verletzt. Hinter Amiri folgt Jae-Sung Lee (4), erstmals seit November 2024 traf er zuletzt wieder in zwei Ligaspielen in Folge.
Beim jüngsten Heimsieg gegen Heidenheim, durch den die Eintracht den siebten Tabellenplatz festigte und zugleich Tuchfühlung zum oberen Drittel wahrte, war es mit dem Adler auf der Brust aber Arnaud Kalimuendo, der zuschlug. Sein viertes Tor seit seinem SGE-Debüt am 9. Januar, hinzu kommt eine Vorlage. An dieser Stelle noch eine Portion Angeberwissen für die kurze Anfahrt am Sonntag nach Mainz: Der Franzose ist einer von vier Spielern, die in diesem Kalenderjahr schon jeweils zweimal mit dem linken und dem rechten Fuß getroffen haben – genannt in einem Atemzug mit Harry Kane, Yan Diomande und Jamie Leweling.
Ob mit links oder rechts, am Sonntag soll es zugunsten der Gäste vom Main kräftig klingeln. Auf nach Mainz …

