Erleichtert und ermutigt haben sich die Fußballer von Eintracht Frankfurt am vergangenen Samstag von ihrem Heimpublikum verabschiedet. Einen „Push“ solle der erzwungene 1:0-Sieg gegen den FC Augsburg auslösen, hoffte Ansgar Knauff hinterher und ergänzte frei heraus mit Blick auf das kommende Wochenende: „Einmal noch haben wir eine normale Trainingswoche. Einmal noch alles raushauen.“ Danach, so der Angreifer, sei „es für alle Beteiligten auch gut, wenn wir dann mal ein paar Tage runterfahren und mit Vollgas ins neue Jahr starten können.“ Samstag, 20. Dezember, 15.30 Uhr, im Volksparkstadion gegen den Hamburger Sportverein – live auf Sky, in der Konferenz auf DAZN und im Audiokommentar auf EintrachtFM.
Ausgangslage: Top Vier 2025
Einer Personalunion aus Theoretiker und Prophet glich auch das Auftreten von Nnamdi Collins im Gespräch mit EintrachtTV: „Wir fahren da nicht hin und schauen mal, sondern mit dem ganz klaren Vorhaben, drei Punkte zu holen! Wir wissen, dass wir das hinkriegen, wenn wir alles abrufen und eine gute Trainingswoche hinlegen. Dann haben wir eine erholsame Winterpause und kommen mit alter Frische zurück.“
Ausschnitt der Jahrestabelle
| Platzierung | Klub | Punkte |
|---|---|---|
| 3 | Dortmund | 61 |
| 4 | Frankfurt | 57 |
| 5 | Leipzig | 53 |
Um das Thema Belastung kommen die Sportler nicht immer herum, um die Einordnung ihrer Leistungen und Ergebnisse ebenso wenig. Wie passend, dass dieses letzte Pflichtspiel vor dem Jahreswechsel das 34. in der Bundesliga im Kalenderjahr ist. Würde danach abgerechnet, hätte die SGE Platz vier bereits sicher. 57 Punkte 2025 übertreffen allein Bayern München (84), Bayer 04 Leverkusen (63) und Borussia Dortmund (61). Hinter den Hessen folgt mit vier Zählern Rückstand Leipzig (53).
Rückblick
Was dem Gesamtkontext dienlich ist, hilft mit Blick aufs Tagesgeschäft freilich genauso wenig wie historische Errungenschaften. Wenige Traditionsvereine wissen davon besser ein Lied zu singen, als der kommende Kontrahent. Gemessen an der Ewigen Tabelle empfängt hier nämlich der Sechste den Siebten. Gleichwohl liegt das letzte Aufeinandertreffen über sieben Jahre zurück.
Lange nicht gesehen
Am 33. Spieltag 2017/18 gewann Frankfurt zu Hause 3:0 gegen die Rothosen. Der gebürtige Hamburger Alex Meier gab seinen Torausstand vor dem heimischen Anhang, eine Woche später trat das letzte noch nie abgestiegene Gründungsmitglied der Bundesliga den Gang in die Zweitklassigkeit an, die Hessen gewannen zum ersten Mal nach 30 Jahren den DFB-Pokal.
Die Fahrwasser auf Main und Elbe verliefen in der Folge konträr. Die Eintracht schnitt fast jährlich in einem Wettbewerb sehr gut ab, die Männer mit der Raute nahmen sechs vergebliche Anläufe für die Rückkehr ins Oberhaus. Viermal Rang vier, zweimal nach Rang drei Endstation Relegation, ehe es im Mai mit dem siebten Streich klappte.
„In der Bundesliga angekommen“
Wesentlich schneller gelang die Adaption an die oberste Etage. Mit 15 Punkten liegt das Team von Chefcoach Merlin Polzin auf Platz 14. Funfact dazu: Das erste Eintracht-Match in diesem Jahr stieg ebenfalls in Hamburg, auch der FC St. Pauli lag seinerzeit auf ein und derselben Position …
Doch zum Wesentlichen: „Die Hamburger sind in der Bundesliga angekommen und haben in den letzten Wochen wichtige Siege eingefahren. Das wird sicher kein einfaches Spiel. Dennoch ist es unser Ziel, dort mit einem Sieg die zweite Jahreshälfte 2025 gut abzuschließen“, betont Sportvorstand Markus Krösche.
Dass der HSV eine 1:4-Niederlage bei der TSG Hoffenheim aus den Gliedern schütteln muss, ist in den Augen von Sportdirektor Timmo Hardung nicht unbedingt ein Vorteil aus Sicht der Gäste: „Es wird ein schweres Auswärtsspiel, gerade nachdem Hamburg in Sinsheim ein Stück weit unter die Räder geraten ist. Aber das wird uns egal sein. Wir müssen wieder versuchen, hinten wenig zuzulassen und nach vorne fokussiert zu spielen, um dieses Kalenderjahr mit drei Punkten abzuschließen.“
Heimstarker Sportverein
Nicht nur deswegen sei vor den Rothosen gewarnt, die all ihre vier Siege unweit der Uwe-Seeler-Allee einheimsten.
13 Heimpunkte sind so viele wie in Frankfurt. Ohnehin verstecken sich die Norddeutschen nicht und haben dazu auch keinen Grund. Denn sie beherrschen nachweislich sowohl das Kämpfen als auch das Kicken. 24 Gegentore und 46,6 Prozent Ballbesitz sind jeweils der elftbeste Ligawert; 83 Prozent angekommene Pässe der achtbeste. Alles also im Mittel der deutschen Beletage. Die 53 Prozent gewonnenen Zweikämpfe sind Top-Vier-Maß.
Chancen und Schüsse: Masse gegen Klasse
In einer Sache trennt sich derzeit die Spreu vom Weizen und die SGE hält dem wiederum durch ihre Qualitäten den Spiegel vor. Hamburg gab sieben Schüsse mehr als Frankfurt ab, Frankfurt erzielte 14 Buden mehr als Hamburg. Der Schluss liegt nahe: Manko Chancenverwertung. Tatsächlich empfängt hier die schwächste die zweiteffizienteste Mannschaft.
Zwischenstand von Dino Toppmöller im Winter 2025: „Ich glaube, dass wir in der Bundesliga eine hervorragende Ausgangsposition haben, die wir uns hart erkämpft haben. Wir wollen unbedingt im letzten Spiel vor der Winterpause die Punkte mitnehmen.“
Einmal noch.



