Ausgangslage
Schluss mit Testspielen und Sommervorbereitung, mit der Ersten DFB-Pokalhauptrunde am vergangenen Wochenende stecken die Klubs wieder im Pflichtspielmodus. Auf den Tag genau drei Monate nach dem packenden wie erfolgreichen Bundesligafinale beim SC Freiburg stieg die Eintracht mit einem souveränen 5:0 gegen den FV Engers 07 in die neue Spielzeit ein. Knapp 100 Tage nach dem Lösen des Champions-League-Tickets im Breisgau kehren die Adlerträger nun auch auf die Bundesligabühne zurück. „Das ist schön“, sagte Paxten Aaronson kurz und knapp am EintrachtTV-Mikrofon und traf damit den Nagel auf den Kopf. Am Samstag, 23. August, rollt der Ball im Deutsche Bank Park ab 15.30 Uhr gegen den SV Werder Bremen – Sky Sport Bundesliga 1 in der Einzeloption, DAZN in der Samstagskonferenz sowie EintrachtFM im Audiokommentar melden sich live aus dem Stadtwald.
„Wir sind alle froh, dass es wieder losgeht, es herrscht eine extreme Vorfreude“, sagt Eintracht-Kapitän Robin Koch und fügt an: „Bremen wird sicherlich mit etwas Frust aufgrund der Niederlage im Pokal ins Spiel gehen und von der ersten Minute an zeigen wollen, dass sie jetzt da sind. Wir müssen, gerade hier zu Hause, von Anfang an alles reinwerfen und dagegenhalten.“ Die Hanseaten, die 2024/25 mit 51 Punkten ihre beste Saison seit sechs Jahren ablieferten und auf Tabellenplatz acht einliefen, mussten im DFB-Pokal durch eine Niederlage bei Arminia Bielefeld vorzeitig die Segel im Cup-Wettbewerb streichen. Blickt man auf das Ligageschehen, so stehen jedoch acht ungeschlagene Spiele in Serie für Bremen zu Buche – unter den aktuellen Klubs im Oberhaus ist nur der FC Bayern über einen längeren Zeitraum ohne Niederlage: neun. Auch Dortmund kommt auf acht.
Bilanz zum Saisonauftakt
Ein gutes Omen trägt der erste Spieltag einer Saison für die Grün-Weißen von der Weser aber nicht zwangsläufig in sich, letztmals vor zwölf Jahren sackte Bremen am ersten Spieltag die volle Punktzahl ein – ein 1:0 gegen Eintracht Braunschweig. Die Eintracht aus dem Herzen von Europa trifft nach 1974/75 und 2009/10 zum dritten Mal zum Aufgalopp auf den SV Werder, die bisherige Bilanz ist makellos. Insgesamt, unabhängig vom Gegner, sammelten allerdings auch die Frankfurter nur in einem der vergangenen Bundesligaauftaktpartien drei Zähler – 2023 gegen den SV Darmstadt 98 (1:0). Nach einer Auswärtspartie gegen Borussia Dortmund in der Vorsaison (0:2) dürfen die Hessen nun wieder zu Hause ran.
Das wird ein ganz anderes Spiel als gegen Engers.
Sportdirektor Timmo Hardung
„Das wird ein ganz anderes Spiel als gegen Engers. Jeder muss noch einen Tick aggressiver im Gegenpressing werden, im Verteidigen dürfen wir nicht so viel Luft lassen, um unnötige Kontersituationen zu vermeiden, und in der Spielgeschwindigkeit müssen wir noch einen Zahn zulegen“, so Sportdirektor Timmo Hardung.
Rückblick
Bundesligatradition zur klassischsten aller Bundesligaanstoßzeiten im Stadtwald: Zum 109. Mal treffen Frankfurt und Bremen in Deutschlands höchster Spielklasse aufeinander, und gegen kein anderes Team feierten die Adlerträger so viele Bundesligasiege wie gegen Werder – 39 an der Zahl bei 25 Unentschieden und 44 Niederlagen. Auf heimischem Rasen zog die Eintracht in den vergangenen 14 Aufeinandertreffen nur einmal den Kürzeren, im September 2018. Einer, der Duelle mit den Hanseaten besonders mag: Mario Götze. Acht Treffer verbuchte er und damit so viele wie gegen kein anderes Team aus dem Oberhaus. In der vergangenen Runde behaupteten sich beide Mannschaften in ihren Heimspielen, 1:0 für Frankfurt – Götze traf – und 2:0 für Bremen.
Neuer Mann an der Seitenlinie
Letztmals schnupperte Horst Steffen am 20. Mai 2000 Bundesligaluft, einst noch als Spieler des MSV Duisburg – ein 1:1 gegen den Hamburger SV. Zum direkten Nordkonkurrenten des HSV hat es den 56-Jährigen zu Beginn der neuen Saison verschlagen, und damit ist Steffen nach 25 Jahren zurück im Oberhaus – als Cheftrainer des SV Werder Bremen.
Zuvor zeichnete der gebürtige Nordrhein-Westfale unter anderem knapp sieben Jahre sportlich für die SV Elversberg verantwortlich und führte die Saarländer von der Regionalliga bis in die Zweite Bundesliga – beinahe auch in die Bundesliga, doch in der Aufstiegsrelegation unterlag Elversberg vor wenigen Monaten denkbar knapp in allerletzter Minute dem 1. FC Heidenheim.
Ein direktes Duell mit der Eintracht gab es für Steffen als Übungsleiter bislang einmal: Als Trainer der U19 von Borussia Mönchengladbach stand am 18. November 2012 ein 3:2-Erfolg im Achtelfinale des Junioren-DFB-Pokals gegen die SGE zu Buche.