14.04.2026
Bundesliga

Vorschau: Punkten um jeden Preis

Die Heimbilanz passt, ein Vereinsrekord winkt und eine Rechnung aus der Hinrunde ist noch offen. Ein erster Vorgeschmack auf das TV-Topspiel Eintracht Frankfurt gegen Leipzig.

Ausgangslage

Wenn kicker, sportschau, transfermarkt und weitere Fußballfachmedien einig den geschlagenen und unterlegenen Torwart in der Elf des 29. Spieltags führen, liegen Schlussfolgerungen nahe. Zum Beispiel, dass Moritz Nicolas für Borussia Mönchengladbach gegen Leipzig eine höhere Niederlage als 0:1 verhinderte. So geschehen am vergangenen Samstag in Sachsen, wo Eintracht Frankfurt in der Hinrunde selbst beim 0:6 hatte leiden müssen. Noch in der Vorwoche hatte Leipzig mit weit weniger Glanzlichtern mit 2:1 in Bremen gewonnen. „Am Ende ist es mir wirklich völlig egal. Hauptsache, wir gewinnen die Spiele“, meinte David Raum bei DAZN. Der Kapitän des kommenden Eintracht-Kontrahenten sprach damit aus, was sich fünf Runden vor Saisonende alle Bundesligisten vornehmen: Punkten um jeden Preis.

Nicht anders hörten sich die Statements der Adlerträger nach dem erst mehr, später weniger überzeugenden 2:1-Sieg in Wolfsburg an. „Wir müssen Spiele gewinnen. Das ist unser Ziel. Natürlich haben wir immer eine gewisse Anspruchshaltung, wie wir Fußball spielen möchten. So wie in der ersten Halbzeit war es richtig gut. Jetzt müssen wir versuchen, das wieder über 90 Minuten hinzubekommen und zu versuchen, bis zum Schluss so viele Spiele wie möglich zu gewinnen. Dann gucken wir mal, wo wir am Ende stehen“, sagte etwa Markus Krösche. Genauso pragmatisch, wenn auch kürzer fasste sich Oscar Højlund. „Abläufe verinnerlichen, jeden Tag hart arbeiten und an uns selbst glauben“, umriss der Mittelfeldmotor die kollektive wie auch persönliche Marschroute. Auf sein erlangtes Standing als Stammkraft angesprochen, wiederholte sich der Däne: „Routinen beherzigen, den Glauben bewahren und wenn die Chance da ist, sie nutzen.“ So wie im energiegeladenen ersten Durchgang in der Autostadt.

Rückblick

Damit erzielten die Hessen am Samstag kein Tor zu wenig, weil auch der erste Verfolger SC Freiburg seine Hausaufgaben gemacht und 1:0 in Mainz gewonnen hat. Die SGE steht damit weiter auf Rang sieben und bei drei Dreiern, zwei Remis und einer Niederlage in den vergangenen sechs Begegnungen. Leipzig blickt derweil auf drei Siege hintereinander zurück und grüßt von Rang vier. Deshalb ähnelt sich die Tabellenkonstellation der der Hinrunde, als der damals Zweite den Siebten empfing. Der nachweislich entscheidende Unterschied in der Rückrunde: Das Frankfurter Heimrecht am Samstag ab 18.30 Uhr im Deutsche Bank Park!

Denn auch wenn die Adler in Leipzig selten und speziell beim letzten Gastspiel gar nichts zu lachen hatten, liest sich die Bilanz im Stadtwald buchstäblich unschlagbar. Vier Siege und fünf Punkteteilungen stehen im Herzen von Europa aus Sicht der Hausherren zu Buche. Den letzten Vergleich am 26. April entschied die Eintracht nach einem Doppelpack von Ansgar Knauff sowie Treffern von Robin Koch und Hugo Ekitiké mit 4:0 für sich. Auch vor fast einem Jahr war um 18.30 Uhr Anpfiff.

Randnotiz: Es war das bisher letzte Samstagabendspiel der Leipziger in der Fremde, wo sie zu dieser Anstoßzeit seit vier Partien auf einen Sieg warten.

Vereinsrekord in Sicht

Kandidaten, diesmal den Champions-League-Aspiranten in die Bredouille zu bringen, finden sich zur Genüge. Nicht nur Arnaud Kalimuendo, der nach seinem sechsten Saisontreffer auf Platz vier der ligaweiten Torschützenliste der Rückrunde liegt. Højlund war mit seinem sehenswerten 1:0 am Wochenende der 18. verschiedene Adler, der 2025/26 in der Bundesliga netzte. Deren 19 wären neuer Vereinsrekord. Aurèle Amenda, Mario Götze oder Ellyes Skhiri hießen etwaige Kandidaten.

Leipzig stabil und agil

Wer auch immer die Kohlen aus dem Feuer holen mag, muss die mit 36 Gegentoren drittbeste Defensive der Bundesliga überwinden. „Es wird mit Sicherheit eine große Herausforderung. Leipzig spielt tollen Fußball diese Saison“, weiß Jonathan Burkardt und schob ein „Aber“ hinter: „Sie kommen zu uns nach Frankfurt. Dort wollen wir dominant auftreten.“ Der Maßstab soll die erste Halbzeit von Samstag sein: „Man hat gesehen, wie dominant wir sein können. Wir sind extrem aktiv, haben viele Chancen und toll nach vorne gespielt.“

Das können freilich auch die Gäste von sich behaupten, Christoph Baumgartner kommt bisher auf 19 Torbeteiligungen, der 19-jährige Yan Diomande auf elf Erstligatore. Mehr gelangen unter allen Teenagern in Europas Top-Fünf-Ligen einzig Lamine Yamal. Wenn daher am Montag Michael Zetterer in der Elf des Spieltags auftaucht, soll’s auch recht rein. Schließlich geht es um Punkte um jeden Preis.