Ausgangslage
„Wir haben nicht verloren, die Weiße Weste ist gut fürs Herz, gut für die Verteidigung, das Team. Ich hoffe, daraus entwickeln wir eine Dynamik“, sagte Arthur Theate nach dem kampfbetonten 0:0 gegen die SSC Napoli in der UEFA Champions League. Wissend, eine „sehr reife und sehr erwachsene Defensivleistung“ abgeliefert und „mit diesem Punkt auch ein sehr positives Gefühl“ mitgenommen zu haben, wie es Cheftrainer Dino Toppmöller formulierte, geht es mit breiter Brust rein in die nächste Aufgabe. Vom Golf von Neapel geht es zurück in den Stadtwald, aus dem Flutlichkegel des Stadio Diego Armando Maradona geht es unters Flutlich des Deutsche Bank Park: Rhein-Main-Duell gegen den 1. FSV Mainz 05. Anpfiff ist am Sonntag um 19.30 Uhr, DAZN und EintrachtFM übertragen den Abschluss des zehnten Spieltags live.
Dann gerne wie am Dienstagabend erneut mit Weißer Weste. „Du brauchst diese Aggressivität und dieses Nach-vorne-Verteidigen, um den Gegner zu Entscheidungen, zu Quer- und Rückpässen zu zwingen. Das war der Schlüssel dafür, zu Null gespielt zu haben. Das müssen wir jede Woche in jedem Spiel an den Tag legen. Dann können wir sehr viele Spiele gewinnen“, unterstrich Sportvorstand Markus Krösche in Neapel.
Ein deutsch-italienisches Duell steht auch für Mainz in dieser Woche auf dem Programm, drei Tage vor dem Aufeinandertreffen mit der Eintracht empfangen die Rot-Weißen die ACF Fiorentina in der UEFA Conference League. Sind die Nullfünfer auf europäischer Bühne noch ungeschlagen, so verlief der Saisonstart in der Liga holprig. Nach neun Spielen stehen fünf Punkte zu Buche, was Tabellenplatz 17 bedeutet. Eine ähnlich schwache Bilanz hatte der Verein zuletzt in der Saison 2020/21, noch weniger Punkte gab es nur 2023/24 zu diesem Zeitpunkt. Mainz wartet seit 20 Bundesligapartien auf ein Spiel ohne Gegentor – die längste laufende Serie dieser Art in der Liga.
Die Hessen sammelten derweil neun Zähler mehr und gehen nach dem Heimsieg gegen St. Pauli sowie dem Unentschieden in Heidenheim als Tabellenachter in das Nachbarschaftsduell. Der Treffer von Rasmus Kristensen an der Brenz zum 1:1 war der 22. Bundesligasaisontreffer der Eintracht, die damit hinter Tabellenführer FC Bayern die zweitbeste Offensive im Oberhaus stellt. In diesem Jahrtausend standen für die Sportgemeinde Eintracht nach neun Spielen nur in der Vorsaison noch mehr Treffer zu Buche. Apropos Kristensen: Insgesamt sechs Bundesligatore markierte der Däne bislang, zwei davon gegen den 1. FSV.
Rückblick
In den vergangenen Begegnungen zwischen Frankfurt und Mainz zeigt sich eine leichte Tendenz zugunsten der Adlerträger: Von den vergangenen zehn Bundesligaduellen verlor die Eintracht nur eines – das jüngste Heimspiel im Dezember 2024 endete mit 3:1 für die Rheinhessen. Davor hatten die Frankfurter zu Hause drei Zu-Null-Siege in Folge gefeiert; zwei Niederlagen in Folge gegen Mainz gab es zuletzt zwischen Mai 2019 und Juni 2020.
Insgesamt reisen die 05er am kommenden Wochenende als Erstligist zum 18. Mal in Frankfurts Stadtwald. Die Bilanz: neun Siege für die SGE, vier Remis und vier FSV-Erfolge. Im Schnitt fielen in diesen Begegnungen 2,29 Tore pro Spiel.
Jetzt den Adler auf der Brust
Für Tore war in den Duellen zwischen Frankfurt und Mainz fast immer gesorgt – die letzte torlose Begegnung beider Mannschaften im Oberhaus reicht ins Frühjahr 2013 zurück. Einer, der den Titel Torjäger im Briefkopf stehen hat, ist Jonathan Burkardt – für ihn ein sehr besonderes Spiel. Mit 41 Treffern in 136 Bundesligaspielen ist er Bundesligarekordtorschütze des 1. FSV Mainz 05, inzwischen trägt der Stürmer den Eintracht-Adler auf der Brust. Sechs Treffer in neun Partien im Oberhaus – hinzu gesellen sich drei Buden in der Königsklasse – bedeuten aktuell den zweithöchsten Wert der Liga, einzig Bayerns Harry Kane knipste häufiger. Am Sonntagabend wird der 25-Jährige nun erstmals dem Klub gegenüberstehen, für den er sich zwischen 2014 und 2025 elf Jahre lang die Schuhe geschnürt hatte. Nach lediglich zwei Gegentreffern in den vergangenen vier Pflichtspielen und zwei Partien ohne Gegentor möchten Burkardt und Kollegen auch wieder dafür Sorge tragen, dass die Null nur noch auf der Seite der Gäste steht.

