125 Jahre Rot-Weiss Frankfurt – und die Eintracht kommt zum Gratulieren. Im Stadion am Brentanobad, Heimspielstätte von Teams beider Vereine, treffen am Dienstagabend, 19. Mai, ab 18.30 Uhr beide Frankfurter Klubs in Freundschaft aufeinander. Es ist nicht das erste Mal, dass sich beide Klubs im Jubiläumsjahr der Rot-Weissen duellieren; das war bereits 1951 (6:2 für die Eintracht), 1961 (8:1), 1991 (2:1) und 2001 (4:0) der Fall.
Vor der Partie blickt eintracht.de auf die Geschichte des benachbarten Klubs, Spieler mit Vergangenheit in beiden Vereinen und die aktuelle Situation beim Sechstligisten.
Geschichte: 100 Jahre Rot-Weiss im Namen
Die Partie im Stadion am Brentanobad steht unter dem Stern des 125-jährigen Geburtstags des Stadtnachbarn. Als Gründungstag gilt der 11. November 1901, als der FV Amicitia 1901 Bockenheim ins Leben gerufen worden. Nach mehreren Fusionen überwiegend Bockenheimer Klubs nahm der Verein erstmals 1926 „Rot-Weiß“ in seinen Namen auf, seit der Neugründung nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 heißt der Verein wie heute: SG Rot-Weiss Frankfurt.
Sportliche Historie: Unter Stepi fast Zweitligist
Ein Jahr verbrachte der Verein nach der Neugründung in der höchstmöglichen Spielklasse, 1947/48 in der damaligen Oberliga Süd. 20 Jahre später wurde Rot-Weiss Hessenmeister und stieg in die Regionalliga Süd, damals die zweithöchste Spielklasse auf. Es folgte der direkte Abstieg, bis zur Rückkehr dauerte es bis 1990. Damals ging es für die Mannschaft vom Brentanobad in die Aufstiegsrelegation zur Zweiten Liga, der Sprung nach oben wurde jedoch verpasst.
Übertragung und Tickets
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1994 qualifizierte sich der Verein für die neue Regionalliga Süd, stieg in den folgenden drei Spielzeiten jeweils ab und kehrte erst 2008 wieder in die Hessenliga zurück. Seither klopfte der Verein noch zweimal ans Tor zur Regionalliga, scheiterte aber 2016 und 2017 jeweils in der Aufstiegsrelegation. Nach dem Abstieg 2018 in die sechstklassige Verbandsliga ist der Verein dort beheimatet und wird nach 2018/19 die Saison wieder mit einem einstelligen Tabellenplatz beenden. Vier Hessenpokalsiege – eingefahren 1971, 1974, 1989 und 1992 – stehen zu Buche, 1980 sorgte die Teilnahme am DFB-Pokal für Aufsehen. Sie endete mit einem 0:11 in der dritten Runde beim Hamburger SV.
Eintrachtler bei Rot-Weiss: Schui, Kloppo, Younes
Großen und auch nachhaltigen Einfluss hatte Wolfgang Steubing, Ehrenaufsichtsratsvorsitzender der Eintracht. Als Präsident der Rot-Weißen sorgte er Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre für sportlichen und infrastrukturellen Aufschwung am Brentanobad, beispielsweise wurde 1992 unter seine Ägide das Stadion an selber Stelle wie sein 1940 eröffneter Vorgänger neu gebaut.
Dragoslav Stepanovic war fast 1000 Tage Trainer und damit so lange wie bis zum aktuellen Coach kein anderer mehr. Unter Stepi spielten der heutige Eintracht-Vizepräsident Armin Kraaz, Jürgen Klopp, Alexander Caspary – unter anderem zwölf Bundesligaspiele für die Eintracht – und Alexander Schur die letztlich erfolglose Aufstiegsrelegation zur Zweiten Liga im Jahr 1990. Hier standen auch weitere ehemalige Jugendspieler der Eintracht im Kader wie die früheren Deutschen U19-Meister Mike Kahlhofen und Stefan Wöber. In der Jugend von Rot-Weiss wiederum spielte Younes Ebnoutalib.
Trainer waren unter anderem Eintrachts ehemaliger Co-Trainer Ramon Berndroth Mitte der 1980er, Daniyel Cimen – in beiden Regionalliga-Relegationen 2016 und 2017 –, Slobodan Komljenovic und Niko Arnautis. Der heutige Cheftrainer der Eintracht Frauen übernahm noch als Spieler 2014 und dann nur coachend 2015 jeweils für den Saisonendspurt, beim zweiten Versuch glückte der bis heute letzte Aufstieg in die Hessenliga über die Relegation. Jan Fießer schnürte einst die Schuhe für Rot-Weiss, kurzzeitig zusammen mit dem heutigen RW-Trainer Ibrahim Cigdem.
Rot-Weiss heute: „Junger“ Verbandsligist
Kurz vor Saisonende steht Rang vier in der Verbandsliga Süd zu Buche, damit liegt der Verein über den eigenen Erwartungen. Cheftrainer ist seit November 2023 Ibrahim Cigdem, der einst bei Rot-Weiss in der Jugend und als Amateurkicker zweimal gegen die Eintracht spielte, zuletzt 2019 mit DJK Bad Homburg gegen die von Adi Hütter trainierten Adlerträger. „Wir haben eines der jüngsten Teams der Liga und versuchen immer, junge Spieler zu integrieren und sie für höhere Aufgaben auszubilden. Meine Spieler haben die Riesenmöglichkeit, zu erleben, wie ein Zweikampf gegen einen Bundesligaprofi ist. Die Partie ist seit paar Wochen schon Thema bei uns und wird es sicherlich auch danach noch sein. Wir freuen uns auf einen tollen Abend hier am Brentanobad. Ich freue mich auch auf ein Wiedersehen mit meinem ehemaligen Mitspieler Jan Fießer“, sagte Cigdem am Samstagabend unmittelbar nach dem 6:0 gegen den 1. FCA Darmstadt bei der „Generalprobe“ im Verbandsliga-Match.

