Ausgangssituation
Gewinner bleibt, so lautet das ungeschriebene Bolzplatzgesetzt. Genauso im DFB-Pokal und als geschriebener Slogan auf dem offiziellen Spielball. Am kommenden Wochenende zählt’s wieder, von Freitag bis Montag messen sich 60 von 64 Teilnehmer 2025/26 im Kampf um die Zweite Hauptrunde des wichtigsten deutschen Pokalwettbewerbs. Von erster bis fünfter Liga ist alles dabei. Am Sonntag heißt es ab 13 Uhr konkret: Oberliga gegen Bundesliga, FV Engers 07 gegen Eintracht Frankfurt – live auf Sky Sport 3 und EintrachtFM.
Die Rollen sind angesichts vier Spielklassen Unterschied klar verteilt. Hier der Gastgeber aus dem rheinland-pfälzischen Engers, einem Stadtteil Neuwieds mit um die 5000 Einwohner. Da der Champions-League-Teilnehmer vom Main. Sechs Wochen Vorbereitung liegen hinter den Hessen, zwei Wochen davon in den Vereinigten Staaten; zuletzt waren die Adler im Doppeltest in London beim Fulham FC gefordert, spielten 3:1 und 0:1. Engers befindet sich seit Anfang des Monats im Spielbetrieb der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Den Auftakt verloren die Nullsiebener mit 1:3 beim SC Idar-Oberstein, am vergangenen Samstag behielten die Grün-Weißen gegen den SV Auersmacher mit 2:0 die Oberhand.
Rückblick
Währenddessen weilte Engers‘ Videoanalyst in England. René Eberz sah sich das zweite Match zwischen Fulham und Frankfurt vor Ort im Craven Cottage an. Dank seines Studiums Spielanalyse & Scouting am IST-Studieninstitut und mit etwas Hilfe aus dem eigenen Netzwerk wurde der Kontakt zu Fulham hergestellt, teilte der Verein im Vorfeld mit.
Etwas ferner liegen die Berührungspunkte von Dino Toppmöller. Der Cheftrainer von Eintracht Frankfurt kehrte gegen Ende seiner Spielerlaufbahn zu seinen fußballerischen Wurzeln, also zum FSV Salmrohr, zurück. In der Rheinlandliga traf er 2010/11 zwei Mal auf eben jenen FV Engers und gewann jeweils 3:1. Im Rückrundenduell steuerte Toppmöller einen Treffer bei.
„Das größte Spiel der Vereinsgeschichte“
Anders als damals wird die Reise nicht ins Stadion am Wasserturm führen, sondern nach Koblenz ins etwa 15 Kilometer entfernte Stadion Oberwerth. An jener Stelle hatte sich Engers überhaupt für den DFB-Pokal qualifiziert und im Rheinlandpokalfinale Rot-Weiss Koblenz 2:0 geschlagen. Der dritte derartige Titel nach 2020 und 2022 bedeutete gleichzeitig den gelungenen Ausstand der Vereinstrainerlegende Sascha Watzlawik, der 13 Jahre in Neuwied wirkte. Die Nachfolge war frühzeitig im vergangenen Dezember geregelt, es übernahm Julian Feit. Goodie am Rande: Der 31-Jährige vermählte sich im Juni just am Freitag vor der Auslosung – das Hochzeitsgeschenk lag schließlich im Lostopf … „Das größte Spiel der Vereinsgeschichte“, wie direkt den FVE-Kanälen zu entnehmen war.
Schwestern im Geiste
Generös zeigte sich im Umkehrschluss auch der Gastgeber, der dem Bundesligisten weit mehr als das übliche Auswärtsticketkontingent zugestand. Von 10.176 Plätzen im Stadion Oberwerth gehen circa 4600 an die Anhänger der SGE. Darüber hinaus wird es im Schlosshof Engers ab 12 Uhr extra ein Public Viewing geben. Die After-Match-Party mit Team und Fans ist im Programm fest verankert, unabhängig vom Ausgang.
Denn auch, wenn sowohl der Fußballverein 1907 als auch die Sportgemeinde Eintracht von 1899 einer Vorgängerin namens Viktoria entstammt, bleibt’s auch 90 Jahre nach der ersten Auflage dieses Cups – 1935 noch als Tschammerpokal – dabei: Gewinner bleibt!