02.12.2025
Bundesliga

Vorschau: Topspiel mit top Voraussetzungen

Vor dem Duell Leipzig gegen Frankfurt haben beide Teams ihre Geschichten, aus denen sie Zuversicht ziehen können. Tabellarisch könnte es nach dem ersten Saisondrittel kaum spannender zugehen.

Ausgangslage

Fünf Plätze und fünf Punkte trennen Leipzig und Eintracht Frankfurt vor dem 13. Spieltag. Die Sachsen liegen auf Rang zwei, die Hessen auf Platz sieben. Trotz dessen oder gerade deshalb überwog nach dem Wochenende in beiden Lagern nicht ausschließlich die Unzufriedenheit über das Leipziger 0:0 in Mönchengladbach auf der einen beziehungsweise das 1:1 der Adler gegen den VfL Wolfsburg auf der anderen Seite.

„Wir hatten uns mehr vorgenommen, wollten unbedingt gewinnen zu Hause. Jetzt ist es ein Punkt geworden und wir fokussieren uns auf das, was vor uns liegt“, lauteten die Abschlussworte von Dino Toppmöller auf der Pressekonferenz am Sonntagabend. Vorher hatte der Cheftrainer auf Nachfrage noch das erste absolvierte Drittel 2025/26 eingeordnet und die Auffassung vertreten, „in der Bundesliga ordentlich“ dazustehen, denn: „In der Tabelle ist alles sehr eng beieinander. Wir sind in Schlagdistanz, genau da, wo wir sein wollten. Ich glaube, wir haben eine gute Grundlage gelegt, um eine erfolgreiche Saison in der Bundesliga zu spielen.“

Die Aufgabe, in Tuchfühlung zu bleiben, hat es kurzfristig direkt in sich. Große Bühne am Samstagabend gegen einen wiedererstarkten Kontrahenten, eine Heimmacht, eine schier unüberwindbare Deckung. Diese Eindrücke der vergangenen Monate widerlegen kann die SGE am Nikolaustag, 6. Dezember, ab 18.30 Uhr – live auf Sky Sport Bundesliga und EintrachtFM.

Rückblick

Den ersten Spieltag einmal ausgeklammert, als Leipzig das Eröffnungsspiel beim FC Bayern München mit 0:6 verloren, hat Leipzig seit dem zweiten Spieltag nur sieben Gegentore zugelassen und sechs Mal zu Null gespielt – jeweils Spitzenwerte für jenen Betrachtungszeitraum.

Aber auch Frankfurt muss sich nicht verstecken. Die Adlerträger sind seit sechs Ligabegegnungen unbesiegt, ließen in diesen Partien nur sieben Gegentreffer zu und haben die vergangenen vier Auswärtspartien nicht verloren. Ein Selbstverständnis, das in Leipzig gefragter sein wird denn je. Der Gastgeber hat nicht nur jedes seiner fünf Spiele vor heimischer Kulisse bisher gewonnen, sondern auch acht von neun Vergleichen, als die Hessen zu Gast waren, nicht verloren.

Werners Wirkung und SGE-Bilanz

An letzterer Bilanz hält Ole Werner bislang keine Aktien, der 37-Jährige hatte im vergangenen Sommer als Cheftrainer übernommen und seinem Team neben Stabilität auch Intensität eingeimpft. 1276 Zweikämpfe sind die meisten, 2115 Sprints die zweitmeisten im deutschen Fußballoberhaus.

Mit Werners Spielweise hat die Eintracht bisher sechs Mal Bekanntschaft gemacht, als Trainer des SV Werder Bremen stehen aus Sicht der Frankfurter drei Siege, zwei Remis und eine Niederlage zu Buche.

Ohne Zusatzbelastung, weil Leipzig nicht international vertreten ist, hält sich die Rotation stark in Grenzen, 13 Startelfwechsel sind ligaweit mit Abstand die wenigsten. Aber: am Dienstagabend ruft der DFB-Pokal gegen Magdeburg.

Die fairsten Teams der Bundesliga

Unabhängig davon, wer spielt oder auch nicht spielt, dürfen beide Klubs von sich behaupten, nicht nur das TV-Topspiel auszutragen, sondern gewissermaßen auch das Fair-Play-Topspiel. Je 114 Fouls sind die viertwenigsten der Liga, 20 zu 19 Gelbe Karten und keine Platzverweise lassen Leipzig und Frankfurt als die fairsten aller 18 Mannschaften dastehen.

Selten Geschenke vom Nikolaus

Ob es deshalb auch am Nikolaustag automatisch besinnlich bleibt, sei einmal dahingestellt. Geschenke waren bisher jedenfalls nicht zu erwarten. Trat die Eintracht an einem 6. Dezember in der Bundesliga an, stehen einem Dreier je drei Unentschieden und Niederlagen gegenüber. Einer im Staff erinnert sich noch sehr genau an diesen einen Erfolg: Vor 17 Jahren schlug die Eintracht den VfL Bochum mit 4:0, Marco Russ (heute Spielanalyst) traf zum Endstand. 

Topspielfluch gebrochen

Aber dass die Hessen in der Lage sind, derlei Flüche zu brechen, bewiesen sie unlängst in Bezug auf die 18.30-Uhr-Matches. Die letzten beiden Auswärtsabendspiele gingen an Rot-Schwarz-Weiß und damit so viele wie in den 21 Versuchen zuvor.

Gerade in dieser Spielzeit ist Stimmung im Kessel, wenn’s ab halb sieben unter Flutlicht zählt: 4:3 in Köln, 0:3 gegen München, 6:4 in Mönchengladbach, dazu das Elfmeterschießen im Pokal gegen Borussia Dortmund. Wenn das hilft, um die Leipziger Festung zu stürmen – umso besser.