23.05.2022
Eintracht

„Wahrnehmung jetzt eine andere“

Markus Krösche zollt großen Respekt für den Europa-League-Titel und möchte gleichzeitig künftig national erfolgreicher abschneiden. Das Saisonfazit des Sportvorstands.

Markus Krösche über...

...den Europa-League-Titel: Es ist außergewöhnlich, was wir in der Europa League erreicht haben. Vor allem mit dieser Spielgeschichte. Es war ein außergewöhnliches Ereignis, welches man nicht oft erleben wird. Der Sieg ist noch nicht wirklich greifbar. Die Jungs haben sich das, vor allem durch die Art und Weise, wie sie Fußball gespielt haben, verdient. Wir haben kein Spiel verloren und nach einer schwierigen Gruppenphase Barcelona, West Ham und Betis ausgeschaltet. Der Titelgewinn ist ein großer Meilenstein. Finanziell hatten wir durch Corona große Einbußen. Der Sieg in der Europa League hilft natürlich, gewisse Ziele früher zu realisieren.

...die nationalen Wettbewerbe: Dennoch muss man sagen, dass wir in den anderen Wettbewerben nicht die Leistungen gezeigt haben, die wir uns vorgestellt haben. Im Pokal sind wir viel zu früh ausgeschieden. In der Bundesliga sind wir nach einer durchwachsenen Rückrunde Elfter und damit nicht zufrieden. Wir wissen, dass wir uns in vielen Bereichen verbessern müssen, viel Arbeit vor uns haben und weit weg sind vom Ideal. Das Gesamtfazit lautet, dass wir in der Europa League eine überragende, in der Bundesliga eine durchschnittliche und im DFB-Pokal eine schlechte Saison gespielt haben.

Die komplette Pressekonferenz zum Nachhören

...neue Möglichkeiten: Im Erfolg macht man bekanntlich die größten Fehler – das möchten wir verhindern, unserer Linie treu bleiben und die große Chance, die wir haben, nutzen. Deshalb werden wir keine verrückten Transfers tätigen. Wir haben einen klaren Plan, wie wir Fußball spielen wollen. Dafür werden wir investieren, ohne dabei unserer Philosophie untreu zu werden. Die Einnahmen sollen uns helfen, in allen drei Wettbewerben erfolgreich sein zu können. Das haben wir dieses Jahr nicht geschafft. Zugleich möchte ich deutlich machen, dass wir nach wie vor auf Transfererlöse angewiesen sind.

…Herausforderungen für die Zukunft: Für uns ist wichtig, dass wir auf dem Boden bleiben und unsere Strategie nicht verändern. Mittel- und langfristig möchten wir konkurrenzfähig bleiben und regelmäßig um die internationalen Plätze mitspielen. Zudem möchten wir unsere Heimbilanz verbessern und werden im Kader ein paar Umstrukturierungen vornehmen. Grundsätzlich möchten wir fußballerisch eine größere Dominanz an den Tag legen, um gerade die Heimspiele wieder erfolgreicher zu gestalten. Das wird künftig noch schwerer, da die Wahrnehmung jetzt eine andere ist und sich die Gegner noch besser auf uns einstellen werden. Das Spiel im letzten Drittel ist bekanntlich am schwierigsten.

...Ziele für die kommende Saison: In der Bundesliga möchten wir um die europäischen Plätze, also fünf oder sechs, mitspielen und in der Champions League die Gruppenphase überstehen, unabhängig von den Gegnern. Der Supercup hat eine große Bedeutung für uns. Dass wir gegen Liverpool oder Real spielen werden, ist für uns als Verein außergewöhnlich. Dementsprechend werden wird das angehen.

Ich bin schon ein paar Jahre dabei, aber einen solch ausgeprägten Teamgeist wie hier habe ich noch nie erlebt.

Sportvorstand Markus Krösche

...Entwicklungen einzelner Spieler: Grundsätzlich sind wir von jedem unserer Spieler überzeugt. Almamy hat sich in den vergangenen Wochen unfassbar entwickelt. Wir waren aber schon immer von seinen Qualitäten überzeugt. Er ist ein Vollprofi, der an seinen Defiziten gearbeitet hat. Für Ansgar Knauff war der Winterwechsel der richtige Schritt. Unser Trainerteam hat einen großen Anteil daran, wie sich junge Spieler wie Knauff oder auch Jesper Lindström, der Rookie of the Year wurde, bei uns entwickelt haben.

...den internen Zusammenhalt: Oliver Glasner hat eine große Qualität, was Inhalte angeht, und wie er diese vermittelt. Wir waren immer überzeugt, dass die Art und Weise, wie er mit der Mannschaft arbeitet, und seine Akribie zum Umschwung führen. Er, das Trainerteam und auch das Team ums Team haben einen herausragenden Job gemacht. Ich bin schon ein paar Jahre dabei, aber einen solch ausgeprägten Teamgeist wie hier habe ich noch nie erlebt. Eine Mannschaft, in der sich Einzelne unterordnen, auch wenn sie persönlich zurückstecken müssen, ist außergewöhnlich. Wir haben viele Spieler, die die Gruppe zusammenhalten. Die Identifikation mit dem Klub ist sehr hoch.

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