19.07.2021
Eintracht

Weiter so

Nach dem Testspiel ist vor dem Testspiel. Am Dienstagnachmittag empfängt die Eintracht den FC Gießen zur dritten Vorbereitungspartie.

Drei Tage nach dem 1:0-Sieg gegen den SV Sandhausen geht die Testspielreihe der Saisonvorbereitung in die dritte Runde. Eine Woche nach dem 1:3 im ersten Auftritt gegen den SV Wehen Wiesbaden konnte die Eintracht am zurückliegenden Samstag zeigen, dass die Abläufe besser funktionieren und die Trainingseinheiten die Mannschaft weiter zusammenwachsen lassen. „Wir konnten vieles von dem umsetzen, was wir thematisiert haben. Im ersten Spiel hatten wir noch viele Abstimmungsprobleme mit und gegen den Ball. Verbesserungspotential sehe ich weiterhin in der Strafraumbesetzung. Aber in Summe bin ich zufrieden. Es war wichtig, zu sehen, dass die Abläufe und Verhaltensweisen während allen Phasen klarer werden. Wir waren sehr variabel“, erklärte Cheftrainer Oliver Glasner nach dem Abpfiff.

Die nächste Trainingswoche ist gestartet, und das mit drei weiteren Frankfurter Gesichtern. Die Urlaubsrückkehrer Martin Hinteregger, Stefan Ilsanker und Kevin Trapp unterzogen sich am Montagvormittag den Leistungstests und erhaschten derweil einen ersten Blick auf das bezugsfertige ProfiCamp der Eintracht. „Wir freuen uns riesig, dass wir in den neuen Campus umziehen können. Aus diesem Grund haben wir auch das Mannschaftstraining erst für Montagnachmittag angesetzt, weil sich bestimmt der eine oder andere verläuft“, erklärte Chefcoach Glasner mit einem Schmunzeln auf den Lippen. „Wir möchten am Ende alle auf dem richtigen Platz stehen und gemeinsam trainieren.“

Kräftemessen mit Frankfurts Auftaktgegnern

Nach Drittligist Wehen Wiesbaden und Zweitligist Sandhausen, die in der Vorbereitung wesentlich weiter sind und bereits am kommenden Wochenende ihr erstes Saisonspiel bestreiten, empfängt die Eintracht mit Regionalligist FC Gießen am Dienstag ein Team, das ebenfalls erst Mitte August in die neue Spielzeit startet. Genau wie die SGE hat die Mannschaft aus der Regionalliga Südwest bislang zwei Testspiele absolviert – ausgerechnet gegen die jeweiligen Auftaktgegner der Eintracht im DFB-Pokal und in der Bundesliga. Auf ein 0:2 gegen Borussia Dortmund folgte am Samstag ein 3:5 gegen den SV Waldhof Mannheim, den Gegner der Eintracht in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals. Trotz der Niederlage zeigte sich Gießens Cheftrainer Daniyel Cimen nach der Partie zufrieden: „Mir hat imponiert, dass die Mannschaft nie aufgegeben und versucht hat, mutig nach vorne zu spielen“, so der 36-Jährige.

Der FC Gießen hat unter anderem ein Testspiel gegen Borussia Dortmund hinter sich.

Cimen ist in Frankfurt alles andere als ein Unbekannter. Der gebürtige Hanauer wechselte 1994 in die Jugendabteilung der Eintracht, durchlief die U-Teams und kam für die zweite Mannschaft zum Einsatz. Als Adlerträger bestritt der Innenverteidiger zudem 32 Pflichtspiele für die Profis, ehe er im Januar 2007 erst leihweise für ein halbes Jahr zu Eintracht Braunschweig und anschließend im Sommer ablösefrei zu Kickers Offenbach wechselte. Ein Jahr später zog es ihn zum FC Erzgebirge Aue, 2010 kehrte Cimen nach Frankfurt zurück. Für die U23 der SGE stand er in zwei Jahren 58 Mal auf dem Platz und erzielte dabei acht Tore. 2011 schloss er seinen B-Lizenz-Trainerschein ab und fungierte 2011/12 zusätzlich als Co-Trainer des damaligen Regionalligateams. In der darauffolgenden Spielzeit übernahm er die U19 der Eintracht als Cheftrainer. Drei Jahre später zog es den 62-fachen Juniorennationalspieler – das letzte vor fast genau 15 Jahren an der Seite von Marco Russ in der Abwehr – als Chefcoach zum Hessenligisten Rot-Weiss Frankfurt, daneben war er als Spieler für den FC Hanau 93 aktiv.

Daniyel Cimen kehrt für einen Tag in seine alte sportliche Heimat zurück.

Seit 2018 trainiert Cimen den FC Gießen, in 106 Spielen unter seiner Leitung hat der Viertligist im Schnitt 1,65 Punkte geholt. Die vergangene Saison beendeten die Rot-Weißen, vor wenigen Jahren aus dem Traditionsverein VfB 1900 Gießen und dem SC Teutonia Watzenborn-Steinberg entstanden, auf Tabellenplatz elf. In der Vorbereitung auf die neue Spielzeit wird der Cheftrainer mit seiner Mannschaft weiterhin am Defensivverhalten arbeiten, beim Test gegen Waldhof Mannheim war Steigerungspotential zu erkennen. „Zwei, drei Gegentore waren vermeidbar, da haben wir es ihnen zu einfach gemacht“, analysierte Cimen hinterher. Sein Co-Trainer ist übrigens auch ein alter Frankfurter Bekannter. Michael Fink spielte einst auch im UEFA-Cup für die Eintracht und schnürt bei den Gießenern mit 39 Jahren noch die Fußballschuhe, sicherlich auch seinem Freund Daniyel Cimen zuliebe. Bei der Traditionsmannschaft der Eintracht kommt er bisher auf einen Einsatz aus dem Jahr 2019. 

Spielpraxis im Vordergrund

Goncalo Paciencia war bereits beim bisher ersten Aufeinandertreffen der Eintracht mit Gießen 2019 am Ball.

Das erste und zugleich bis dato einzige Aufeinandertreffen beider Mannschaften liegt derweil nicht allzu lange zurück. Im Oktober 2019 begegneten sich die Eintracht und der FC Gießen in einem Benefizspiel zugunsten der Sportstiftung Hessen, welches der Regionalligist mit 3:1 für sich entscheiden konnte. Erik Durm traf damals zugunsten der Adler zum zwischenzeitlichen 1:2, von den drei Gießener Torschützen Nico Rinderknecht, Marco Koch und Samir Benamar ist keiner mehr im Verein. Aufseiten der Eintracht standen in Abwesenheit der Nationalspieler mit Timothy Chandler, Fynn Otto, Danny da Costa, Torschütze Durm, Nils Stendera und Goncalo Paciencia sechs heutige Adlerträger auf dem Platz.

Fabio Blanco Gómez freut sich nach seinem ansprechenden Debüt schon auf die nächsten Bewährungsproben.

Am Dienstag kann der Bundesligist die bisherige Minibilanz ausgleichen, im dritten Vorbereitungsspiel strebt die SGE den zweiten Sieg an. „Wir sind auf dem richtigen Weg, müssen aber weiter hart arbeiten, um für die Aufgaben im Pokal und in der Liga gerüstet zu sein“, resümierte Sommerneuzugang Fabio Blanco Gómez am späten Samstagnachmittag nach seinem Debüt im Adlerdress, um auf die intensive Woche mit zwei Begegnungen, am Samstag wartet außerdem der RC Strasbourg zu blicken: „Ich erwarte zwei vergleichbare Aufgaben. Wir wissen, was zu tun ist: Das abrufen, was wir gezeigt haben. Dann sehen wir, was dabei herauskommt.“ Der 17-Jährige war einer von vielen Youngstern, die gegen den SV Sandhausen zum Einsatz kamen und auf sich aufmerksam machen konnten. Dafür fand auch Teamkollege da Costa lobende Worte: „Die Jungen haben es in der zweiten Halbzeit wirklich gut gemacht. Viele von ihnen könnten noch U19 spielen. In diesem Alter ist es schön, oben dabei zu sein. Das ist bei mir schon eine Weile her, aber immer noch in toller Erinnerung. An diesen Spielen wachsen sie.“ 

Die nächste Chance, sich zu beweisen, lässt nicht lange auf sich warten: Anstoß ist am Samstag um 16 Uhr im Deutsche Bank Park auf Platz 4. EintrachtTV und mainaqila übertragen die Begegnung mit Unterstützung von Hauptsponsor Indeed live, zudem ist das Spiel auch bei Sky Sport News HD zu sehen.

Zum Spiel – präsentiert von Indeed

Anstoß: Dienstag, 20. Juli, 16 Uhr, drittes Testspiel, 2021/22.
Stadion: Deutsche Bank Park (Platz 4), Frankfurt.
Streamtipp: EintrachtTV überträgt ab 15.50 Uhr live. Die Partie ist außerdem auf mainaqila, YouTube und Facebook zu sehen. Als Co-Kommentator zu Gast ist Niko Arnautis, Cheftrainer der Eintracht Frauen.
TV-Hinweis: Sky Sport News HD sendet ab 15.55 Uhr.

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