Samstagnachmittag, 14:15 Uhr, Herb Alpert klingt aus den Boxen. Die Waldtribüne gegen den FC Augsburg startet. Mitten auf der Bühne steht ein Kleiderständer mit rotem Kleidersack. Was mag da wohl drin sein, rätseln die Besucher. Wenig später wissen sie es. Mit den Worten "wunderschön, aber nicht verkäuflich" wird die Arbeit der beiden Gäste der Frankfurter Schule für Bekleidung und Mode angekündigt. Anhand von Fotos haben zwei Klassen unter der Anleitung von Lehrerin Erika Immensack alte Trikots der Eintracht nachgeschneidert, die nicht im Besitz des Eintracht Museums sind. Dass alle mit viel Liebe dabei waren, sieht man sofort. Ob es nun das klassische Hemd von Victoria Frankfurt aus dem Jahr 1899 oder das Trikot von 1920 ist – herausgekommen sind echte Hingucker… Da wundert es nicht, dass es für die beteiligten Schüler wie Emmi aus dem 2. Lehrjahr etwas Besonderes war, als "Frankfurterin für die Eintracht zu arbeiten". Wirklich schade nur, dass es die Trikots nicht zu kaufen gibt…
Unser nächster Gast - Gerhard "General" Seckler - hat 2006 das Projekt "Augsburg Calling" gegründet. Damals war der FCA gerade in die 2. Liga aufgestiegen und die Fans beim ersten Auswärtsspiel negativ aufgefallen. "So schlimm können Fußballfans nicht sein", dachte sich Gerhard, und "Augsburg Calling" war geboren. Pate stand dabei ein Besuch von Fußballern aus Südtirol, die nicht nur Musik mitgebracht hatten, sondern ihm auch gezeigt haben, dass der Fußball mehr ist und Kulturen zusammen bringen kann. Seitdem bieten die Augsburger gegnerischen Fans ein Programm, das nicht nur gemeinsame Musikabende, sondern auch Stadtführungen beinhaltet. Besondere Erinnerungen haben die Augsburger an die Fans von Partizan Belgrad, die die Augsburger anschließend beim Rückspiel mit offenen Armen empfangen hatten. Nachdem Union Berlin Fans Augsburg gerade wegen „Augsburg Calling“ zur Auswärtsfahrt der Saison gewählt hatten und sie auch von "11 Freunde" geehrt wurden, bekommt das Projekt auch zunehmend Unterstützung von der Stadt und dem Verein. Für das Rückspiel im Februar hofft Gerhard auch auf die Teilnahme vieler Eintracht-Fans. Wer Interesse hat, kann über die Facebook Seite mit der Gruppe Kontakt aufnehmen und sich anmelden.
Unser Abschlussgast Danny da Costa fällt derzeit leider verletzungsbedingt für einige Wochen aus. Dabei hatte es für den Neuzugang aus Ingolstadt vielversprechend begonnen, er stand bei den ersten Spielen im Kader und wurde zweimal eingewechselt. Dennoch wirft ihn die Verletzung nicht aus der Bahn. In dieser Hinsicht ist er ein "Stehaufmännchen", der "das alles schon erlebt hat“ und sich immer wieder zurück gekämpft hat. Am Montag beginnt er mit der Reha und hofft, bald wieder ins Training einsteigen zu können. Von der Mannschaft ist Danny überzeugt. "Die Hinrunde der letzten Saison hat schon gezeigt, was in der Mannschaft steckt", ist er sich sicher, dass die SGE genug Potenzial hat, „sich im Mittelfeld zu etablieren und frühzeitig keine Abstiegssorgen zu haben". Gerade die Verpflichtung von Kevin Prince Boateng sei eine gute Sache. Bei ihm merke man sofort, „dass er eine Riesenkarriere hingelegt hat und dadurch auch den jüngeren Spielern einiges mit auf den Weg geben kann“. Beim FC Ingolstadt machte da Costa unfreiwillig Schlagzeilen, als er bei einem Auswärtsspiel bei 1860 München von deren Fans rassistisch beleidigt worden war, für Danny kam das damals völlig überraschend, ist er doch in Neuss geboren und hat auch einige Spiele für die deutsche Jugendnationalmannschaft absolviert. "Eingebrannt hat sich das nicht", so Danny, der sich in einer Sache sicher ist: "Ich glaube, ich wäre nicht beschimpft worden, wenn ich ein 60er gewesen wäre".
Nachdem Danny zum Abschluss noch etwas über die Bedeutung seiner Rückennummer 24 für die Eintracht-Fans erfuhr, bleibt nur zu hoffen, dass das ein zusätzlicher Ansporn für ihn ist und er in die Fußstapfen verdienter Eintrachtler wie Alex Schur oder Sebastian Jung treten kann.