19.05.2026
Eintracht

„Zu selten stabil“

Sportvorstand Markus Krösche bilanziert die Saison der Profiteams sowie der U21- und U19-Junioren und räumt eigene Fehleinschätzungen ein.

Sportvorstand Markus Krösche über …

… das Abschneiden der Profimänner: Wir haben keines unserer gesteckten Saisonziele erreicht. Das ist enttäuschend und liegt am Ende in meiner Verantwortung. Einige Entscheidungen haben nicht so funktioniert, wie ich es mir vorgestellt hatte. Wir sind grundsätzlich gut in die Saison gekommen, haben es aber über die Monate Richtung Weihnachten sportlich nicht hinbekommen, Leistung zu bringen, Stabilität und Konstanz reinzubekommen. Das hat letztendlich dazu geführt, dass wir in der Champions League und Bundesliga zu wenige Punkte geholt haben. Verletzungen haben in der Hinrunde dazu beigetragen, dass wir nicht wirklich stabil und international nicht wettbewerbsfähig waren.

… die Wintertransfers und Trainerwechsel: Wir haben im Winter nachgelegt, um der Verletzungsmisere entgegenzuwirken. Wir sind gegen Dortmund ordentlich ins neue Jahr gestartet, haben aber leider in der Woche darauf gegen Stuttgart und in Bremen an die Leistungen aus der Hinrunde angeknüpft, sodass wir zu der Entscheidung gelangt sind, Dino Toppmöller freizustellen. Ich habe mich für eine Übergangslösung entschieden. Das hat leider nicht funktioniert, was aber nicht an Dennis Schmitt und Alex Meier lag, da ich sie in die schwierige Situation gebracht habe, in zwei Wochen mit vielen Spielen nicht mit der Mannschaft arbeiten zu können. Albert Riera hat Charakter, Persönlichkeit und internationale Spielererfahrung mitgebracht. Auch er hatte kaum Möglichkeiten, erfolgreich zu sein, mitten in der Saison als Trainer aus dem Ausland, der die Sprache und die Bundesliga nicht kannte. Das war meine Fehleinschätzung. Nach ordentlichen Ergebnissen und verbesserter Defensivarbeit waren wir hinten raus wieder zu selten stabil, haben nicht gut genug Fußball gespielt und letztlich auch zu wenige Punkte geholt, weshalb wir Achter geworden sind.

Die komplette Pressekonferenz zum Nachhören

… Schlüsse: Wir wissen um die Dinge, die in der abgelaufenen Saison nicht gut gelaufen sind, werden sie entsprechend anpacken und alles dafür tun, nächstes Jahr diese Fehler abzustellen, um um die internationalen Plätze zu kämpfen. Wir waren als Mannschaft sicher nicht so stabil, wie ich es erwartet hatte.

… die neue Saison: Mit Blick auf die neue Saison ist es natürlich wichtig, relativ zeitnah den neuen Trainer vorzustellen. Entscheidend wird sein, wieder eine höhere Intensität auf den Platz zu bekommen, um als Team eine andere Energie zu erzeugen. Darüber hinaus müssen wir wieder zu einer Mischung aus Umschalt- und Ballbesitzfußball kommen. Um regelmäßig um die internationalen Plätze kämpfen zu können, benötigen wir beide Themen.

… die Frauen: Hinter den Frauenprofis liegt ein großer Umbruch im vergangenen Sommer. Viele Spielerinnen haben uns verlassen, viele sind dazugekommen. Am Anfang gab es ein paar Probleme, was ganz normal ist. Am Ende waren wir im Women’s-Cup-Halbfinale, sind unverdient gegen Häcken ausgeschieden nach zwei super Spielen. Erneut haben wir es geschafft, die Bundesliga auf einem internationalen Startplatz abzuschließen. Großes Kompliment an Niko Arnautis, Katharina Kiel und Babett Peter [Cheftrainer, Direktorin Frauenfußball, Sportdirektorin; Anm. d. Red.], weil sie die Mannschaft in einer schwierigen Phase zusammengestellt und dementsprechend gemeinsam diese Ziele erreicht haben. Es war eine sehr erfolgreiche Saison.

… die U21: Wir haben souverän die Oberliga gemeistert und sind in die Regionalliga zurückgekehrt. Das, was wir im Vorjahr mit dem Abstieg falsch gemacht haben, konnten wir korrigieren. Glückwunsch an das NLZ. Es ist wichtig, in der Regionalliga vertreten zu sein, um den bestmöglichen Übergang zu den Profis gewährleisten zu können.

… die Nachwuchsarbeit: Wir sind im Großen und Ganzen sehr zufrieden mit unserem Nachwuchs und auf einem sehr, sehr guten Weg. Wir haben richtig gute Jungs mittlerweile dabei, stellen zusammen mit dem FC Bayern und Borussia Dortmund die meisten deutschen U-Nationalspieler. Hinter uns liegt eine herausragende Youth-League-Runde mit richtig schwierigen Gegnern. Wir waren die letzte deutsche Mannschaft, die in diesem Wettbewerb vertreten war. Die Jungs haben sich im internationalen Vergleich mit Topmannschaften wie Barcelona sehr gut geschlagen.

… den Übergang zu den Profis: Das war in dieser Saison schwierig, was nichts mit der Qualität der Nachwuchsspieler zu tun hat, sondern mit der Kadergröße, die wir im Profibereich haben. Unser Kader war zu breit, sodass sich die Talente aus dem Nachwuchs nicht wirklich zeigen oder Minuten sammeln konnten. Das ist ein Learning aus 2025/26: den Kader so auszurichten, damit die Anschlusschancen für die Jungs aus dem NLZ höher sind.