Ellyes, nach dem Schlusspfiff haben das Team und Albert Riera länger einen Kreis gebildet. Was war die Botschaft?
Einfach zusammenbleiben! Die Situation ist nicht gut, es ist ein schwieriger Moment, sowohl für uns als auch für die Fans. Füreinander einstehen, Kopf oben behalten – wir haben noch zwei Spiele und müssen kämpfen bis zum Ende.
Was ging Dir durch den Kopf, als Pfiffe aus der Kurve kamen?
Das ist für uns natürlich nicht einfach. Aber wir verstehen die Kritik, denn sie ist angebracht. Das ändert aber nichts daran, dass wir gemeinsam ein Ziel verfolgen.
Hamburg schien mit der Erwartungshaltung besser zurechtzukommen. Oder täuscht der Eindruck?
Es bleibt dabei, dass es bei uns um positiven Druck geht. Denn wir kämpfen um ein sehr schönes Ziel, nächste Saison im Europapokal vertreten zu sein. Klar ist aber auch: So ist es zu wenig. Wir müssen mehr dafür tun und leidenschaftlicher auftreten. Hamburg hat genau das beherzigt und sich entsprechend durchgesetzt.
Woran liegt es, dass nicht zum ersten Mal kurz nach der Führung ein Gegentor fiel?
Eigentlich sollte allen klar sein, dass die ersten fünf, zehn Minuten nach der Führung enorm wichtig sind. Wir haben uns da nicht gut angestellt, müssen konzentrierter bleiben und den Fokus hochhalten. Auf solche Details kommt es an. Wir haben nach dem Rückstand zwar alles versucht, doch so weit muss es gar nicht erst kommen.
Schon gewusst
Ellyes Skhiri gewann gegen den Hamburger SV 100 Prozent seiner Zweikämpfe.
Zum dritten Mal hat Dich Albert Riera als Innenverteidiger aufgeboten. Wie kommst Du zurecht?
Als gelernter Mittelfeldspieler ist das nicht meine Lieblingsposition. Aber der Trainer braucht mich in der Abwehr, also versuche ich, diese Rolle bestmöglich auszufüllen. Jeder spielt gerne so viel wie möglich, da ist die Position zweitrangig. Ich bin glücklich damit, zumal ich unverändert im Zentrum bin, nur eben eine Reihe weiter hinten. Am Grundprinzip ändert sich nichts: Fokus behalten, Zweikämpfe gewinnen. Ich denke, ich kann auch als Innenverteidiger gute Leistungen zeigen.
Am Freitag wartet Dortmund, am letzten Spieltag gastiert Stuttgart im Deutsche Bank Park. Worin siehst Du die Chancen?
Dass die Tabelle in der Bundesliga nicht über den Spielausgang entscheidet, haben wir leider jetzt gegen Hamburg am eigenen Leib erfahren. Es kann auch umgekehrt laufen. So oder so sind die letzten beiden Spiele nicht nur schwer, sondern auch extrem wichtig. Es warten zwei sehr gute Gegner, alles ist möglich. Wir werden viel arbeiten, um in Dortmund gewappnet zu sein und drei Punkte zu holen.

