Taktiktafel
Vier Siege – so viele wie in der kompletten Hinrunde der Spielzeit 2023/24 –, drei Unentschieden und drei Niederlagen markieren den bisherigen Saisonverlauf der Grün-Weißen. Kurzum, 15 Punkte und Tabellenplatz acht. Besonders in der Fremde präsentiert sich die Mannschaft von der Weser gierig nach Zählbarem: Mit zehn Punkten stehen die Bremer auf Rang vier des Auswärtsklassements, nur die Bayern haben mehr Punkte geholt. Aufgepasst im Stadtwald.
Das Stichwort: aufgepasst. Insgesamt 13 Tore erzielten die Grün-Weißen bereits auf des Gegners Platz, getoppt wird dieser Wert nur vom FC Bayern. Das sind mehr als dreimal so viele Buden als zu Hause (4). Zusammengenommen auf die ersten zehn Spieltage lässt sich auf Bremens Suche nach Torerfolg ein Muster erkennen:
- 15 Abschlüsse und vier Tore nach Kontern bedeuten jeweils den drittbesten Wert der Liga.
- Sechs Tore nach Flanken aus dem Spiel heraus sind ligaweit Spitze. Die Eintracht lässt wiederum bislang die meisten gegnerischen Flanken zu.
- Sieben Abschlüsse benötigt Werder durchschnittlich für einen Treffer.
- Die Abschlusseffizienz, sprich das Verhältnis aus generierten xGoals und tatsächlich erzielten Toren, liegt bei +2,98. Die Eintracht steht hier bei +3,38.
- 50,3 Prozent Ballbesitz: Nur sieben Bundesligateams haben im Schnitt häufiger die Kugel in den eigenen Reihen.
Die Achse im bevorzugten 3-4-2-1 oder 3-4-3 bilden Torwart Michael Zetterer, Kapitän Marco Friedl, Senne Lynen im Zentrum und Stürmer Marvin Ducksch.
Defensiv musste der SV Werder mit 21 Gegentreffern – neun zu Hause und zwölf auswärts – zwar bislang die drittmeisten Tore der Liga schlucken, präsentiert sich in der Verteidigung allerdings vor allem bei hohen Bällen stark: Ein Kopfball-Gegentor sowie eins nach Standards stehen zu Buche. Interessant dahingehend, dass die Eintracht mit bislang acht eigenen Treffern nach ruhendem Ball in dieser Statistik lediglich Stuttgart den Vortritt lassen muss.
„Auf uns wartet eine Mannschaft, die Fußball spielen will, sehr gute offensive Abläufe hat, genau weiß, was sie mit dem Ball tun will, und einen Torwart hat, der gut mitspielen kann“, sagt Dino Toppmöller.
Diese Spieler fehlen
Bei der Eintracht sind Oscar Højlund, Rasmus Kristensen und Aurèle Amenda (Syndesmoseband) nicht mit von der Partie.
Bremen muss derweil auf Felix Agu (Kniebeschwerden) und Jens Stage (Nackenprobleme) verzichten.
Spieler im Fokus: Senne Lynen
Senne Lynen, 25 Jahre jung, hat sich als Konstante im Mittelfeld der Werderaner etabliert. Der 1,85 Meter große Belgier, der seit August 2023 das Trikot der Grün-Weißen trägt, verpasste in der laufenden Saison aufgrund einer Gehirnerschütterung nur ein Pflichtspiel. In seiner Premierensaison in Bremen hatte er 32 von 34 Bundesligapartien absolviert. Ausgebildet in der Jugend des FC Brügge, führte Lynens Weg über Stationen bei Telstar Velsen und Union Saint-Gilloise nach Bremen. Bei den Bremern stieg er schnell zur Stammkraft auf. „Ich fühle mich gut in der Mannschaft. Ich bin das Herz, die Mitte der Mannschaft und versuche, mit jedem Spieler in Verbindung zu stehen“, beschreibt Lynen seine Rolle – Defensivstärke, präzise Pässe und hoher Einsatz. Senne Lynen…
- … kommt in dieser Saison bislang auf insgesamt elf Einsätze. Neun davon in der Bundesliga und zwei im DFB-Pokal.
- … stand bei all seinen elf Einsätzen in der Startelf.
- … hat eine Passquote von 84,3 Prozent.
- … ist bei Werder Bremen der Spieler mit den meisten versuchten Tacklings und abgefangenen Bällen.
Serien und Statistiken
Eintracht Frankfurt gewann gegen kein Team in der Bundesliga mehr Spiele als gegen Werder Bremen – 38 Siege. Von den letzten neun Duellen im Oberhaus verloren die Hessen nur eins, während Werder seit Ole Werners Amtsantritt keinen Sieg gegen Frankfurt eingefahren hat.
Drei Freistöße in drei Pflichtspielen in Serie versenkte Omar Marmoush zuletzt gegen Slavia Praha, Bochum und Stuttgart. Nur einem Bundesligaspieler gelang dieses Kunststück ebenfalls seit genauer Datenerfassung: Christian Fuchs. Frankfurts Ägypter könnte sich mit Freistoßtor Nummer vier als zum alleinigen König in dieser Statistik krönen.
Kommt er zum Einsatz, so wird Mario Götze am Samstag sein 100. Pflichtspiel für die Eintracht bestreiten. Farès Chaibi und Niels Nkounkou stehen jeweils vor ihrem 50. Einsatz im Adlertrikot.
Wiedersehen
Mario Götze und Leonardo Bittencourt trugen in der Saison 2012/13 das Trikot von Borussia Dortmund.
Zudem kennen sich Götze und Mitchell Weiser aus ihrer gemeinsamen Zeit beim FC Bayern.
Anthony Jung durchlief verschiedene Jugendmannschaften bei Eintracht Frankfurt und stand von 2010 bis 2012 für die Zweitvertretung der Eintracht auf dem Platz.