13.09.2021
Europapokal

Die Rückkehr rückt näher

Nach einer Saison ohne internationale Beteiligung stehen wieder magische Europapokalnächte an. Zum Auftakt empfängt die Eintracht den türkischen Spitzenklub Fenerbahce SK.

Gewisse Parallelen zur Saison 2018/19 liegen durchaus nahe: Ein neuer Trainer auf der Bank, Erstrundenaus im DFB-Pokal beim 1:2 in Ulm und die Punktausbeute in der Bundesliga trotz ansteigender Leistungskurve etwas hinter den eigenen Erwartungen zurückliegend. Als Wendepunkt von damals gilt der 2:1-Auswärtssieg in Marseille. Nun könnte sich Geschichte gewissermaßen wiederholen – mit dem Unterschied, dass in Frankreich das Stadion leer blieb, während am Donnerstagabend 25.000 zugelassene Besucher zu erwarten sind – wie bereits am Sonntag gegen den VfB Stuttgart.

VfB-Keeper Florian Müller schnappt sich den Ball, nachdem er von der Linie wieder in seine Richtung gesprungen war.

Nach dem Schlusspfiff stand vielen Spielern die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. 1:1 trotz numerischer und spielerischer Überlegenheit, dazu kurz vor Abpfiff die Riesenchance auf den Siegtreffer durch den kuriosen Latten-Torwart-Rückenabpraller von Rafael Santos Borré. Das Glück war der Eintracht am Sonntag nicht hold.

Der Blick geht in Europapokalspielzeiten erfahrungsgemäß aber nur kurz zurück, wie Erik Durm nach dem Auslaufen am Montag aufzeigte: „Jetzt bereiten wir uns auf Fenerbahce vor, dann geht es Schlag auf Schlag.“ Oliver Glasner zeigte sich angesichts der weitgehenden Überlegenheit zuversichtlich „dass der Knoten bald platzen wird.“ Der Cheftrainer selbst kann am Donnerstag nicht auf der Trainerbank sitzen und wird von Co-Trainer Michael Angerschmid vertreten. Der Anlass ist ungewöhnlich: In den Saisons 2019/20 und 2020/21 hatte Glasner seine damalige Mannschaft VfL Wolfsburg nach der Pause zu spät auf den Platz geschickt. Dies geschah in drei verschiedenen Europapokalspielen und Glasner galt somit gewissermaßen als Wiederholungstäter.

Dirigent an der Seitenlinie: Vítor Pereira.

Mit dabei sein wird hingegen Fenerbahces Trainer Vítor Pereira, in Deutschland noch vielen bekannt durch seine halbjährige Trainertätigkeit beim damaligen Zweitligisten TSV 1860 München. Seine Zeit bei den Löwen endete im Sommer 2017 nach der verlorenen Relegation gegen Regensburg und dem damit verbundenen Abstieg. Seit Beginn der Saison sitzt Pereira erneut auf der Istanbuler Bank, zuvor von Juni 2015 bis August 2016. Die Bilanz seiner jetzigen Mannschaft liegt in der noch jungen Runde nahe am Maximum. Nach den Siegen bei Adana Demirspor (1:0), gegen Antalyaspor (2:0) und bei Altay İzmir (2:0) gab seine Mannschaft beim überraschenden 1:1 gegen Sivasspor am Sonntag erstmals überhaupt Punkte ab. In der Tabelle steht die Mannschaft punktgleich hinter Besiktas und Trabzonspor auf Rang drei.

Die Mannschaft zeigte sich bisher sehr spielfreudig, physisch stark und trotz zahlreicher Neuzugänge gut aufeinander abgestimmt. Mesut Özil stand beim Auswärtsspiel in Sivas erstmals seit dem ersten Spieltag wieder in der Startelf. Zwei weitere Deutsche feierten am Sonntag ihr Debüt: U21-Europameister Mergim Berisha, der Anfang September vom FC Salzburg gekommen ist, und der einst für Schalke und Köln aktive Max Meyer, welcher zuletzt vereinslos war.

Die Eintracht und Fenerbahce selbst standen sich auf europäischer Bühne tatsächlich erst ein Mal gegenüber: Am 13. Dezember 2006 gastierten die Adlerträger am letzten Spieltag der Gruppenphase des UEFA-Cups im ausverkauften Sükrü Saracoglu Stadion. Im damaligen Modus nahmen fünf Mannschaften pro Gruppe teil und jede Paarung fand ein Mal statt. Hin- und Rückspiele gab es erst ab der K.-o.-Phase. Nach einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung durch einen Doppelpack (8., 51.) des Japaners Naohiro Takahara war die Chance auf das Weiterkommen für die Mannschaft von Friedhelm Funkel groß. Doch nach den Toren von Tuncay Sanli (63.) und Semih Sentürk (82.) zum 2:2-Endstand schied Frankfurt in der umkämpften Gruppe aus.

Der damalige Eintracht-Kapitän Ralf Weber im Zweikampf mit Jay-Jay Okocha, der kurz zuvor zu Fenerbahce gewechselt war.

Noch weiter zurück liegt das bisher einmalige Gastspiel der Türken in Frankfurt: Im Rahmen des Wechsels von Jay-Jay Okocha nach dem Abstieg 1996 wurde neben der Ablösesumme auch ein Freundschaftsspiel vereinbart. Am 4. Juli 1998 empfing die von Horst Ehrmantraut trainierte Eintracht den frischgebackenen türkischen Vizemeister und gewann durch Tore von Urs Güntensperger, Thomas Sobotzik und Hakan Cengiz mit 3:0. Sicherlich ein Ergebnis, mit dem die Hessen auch am Donnerstag gut leben könnten.

Zum Spiel

Anstoß: Donnerstag, 16. September, 21 Uhr, erster Spieltag, Gruppenphase, UEFA Europa League, 2021/22.
Stadion: Frankfurt Stadion, Frankfurt.
Hörtipp: EintrachtFM sendet ab 20.50 Uhr live. Als Experte zu Gast ist Marco Russ. Die Sehbehindertenreportage gibt es hier.
TV-Hinweis: TVNOW überträgt ab 20.30 Uhr live.

Die Pressekonferenz vor dem Spiel

Die letzten Informationen vor dem Europa-League-Spiel erhaltet ihr auf der Pressekonferenz am Mittwoch, 13.30 Uhr, mit Cheftrainer Oliver Glasner und Torwart Kevin Trapp. Live zu sehen auf EintrachtTVmainaqila und Facebook.

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