27.06.2020
Bundesliga

„Eintracht nach meiner Familie das Größte“

Drei Punkte, drei Tore und nicht zuletzt drei Abschiede sind nach dem letzten Saisonspiel die bestimmenden Themen.

Sportvorstand Fredi Bobic: Das war ein spezielles Spiel. Es ging hin und her und glich einem Sommerkick. Wir haben das Gaspedal irgendwann komplett rausgenommen. Dann ist es nochmal eng geworden. Insgesamt ist der Sieg verdient. Jetzt sind wir froh, dass es rum ist. Vor zwölf Monaten hat die Saison begonnen, die Jungs haben sich den Urlaub verdient. Ein einstelliger Tabellenplatz und gute Cupspiele waren unser Saisonziel, das haben wir geschafft. Und wir haben ja die Europa League noch vor der Brust. Wir hätten vielleicht mehr rausholen können, aber wir hatten zwei schlechte Phasen. Unsere Stürmer hatten eine sehr gute Quote trotz der schwerwiegenden Abgänge auf dieser Position, das darf man nicht vergessen. Schade, dass es für Marco heute nicht zum Einsatz gereicht hat. Wenn wieder Zuschauer ins Stadion dürfen, werden wir ihn gebührend verabschieden. Die Gespräche mit dem Trainer werden wir jetzt intensivieren.

Cheftrainer Adi Hütter: Wir haben uns richtig schwergetan. Leider haben wir es nicht verstanden, nach dem 3:0 den Gegner laufen zu lassen, das 4:0 zu machen und souveräner aufzutreten. Dennoch haben wir Charakter gezeigt und über 90 Minuten gesehen verdient gewonnen. Natürlich ärgere ich mich immer, wenn das Spiel nicht so läuft, wie ich es mir vorstelle. Aber man muss die Jungs in Schutz nehmen. Das war das 54. Saisonspiel, es war heiß, Paderborn hat Unfassbares geleistet. Irgendwann muss man ein Auge zudrücken. Dominik Kohr hat einen Schlag auf die Wade bekommen, kein großes Problem. Er hat gezeigt, dass er Fuß gefasst und sich in die Mannschaft gekämpft hat. Wie allen tut ihm die Pause aber jetzt gut. Es war eine unglaublich lange Saison. Ich habe Dominik rausgenommen, um Jonathan de Guzman nochmal die Chance zu geben bei seinem Abschied. Ein großer Wermutstropfen für mich ist, dass ich Marco Russ und Gelson Fernandes nicht eingewechselt habe. Das stört mich.

Sportdirektor Bruno Hübner: Ich bin definitiv zufrieden. Man hat heute gesehen, dass es wichtig war, unsere Hausaufgaben zu machen, um auch hinsichtlich der TV-Gelder-Tabelle zu punkten. Alle drei waren top Profis, die sich im Sinne der Mannschaft verhalten haben und wichtig für das interne Klima waren, auch wenn sie weniger zum Einsatz kamen. Marco bleibt uns ja für die Analyse erhalten. Es war besprochen, dass Marco reinkommt, wenn es der Spielstand hergibt. Leider sind wir am Ende hinten geschwommen, weshalb es nicht mehr dazu kommen konnte.

Das war ein guter Abschluss für mich, auf den ich mich in den vergangenen Wochen vorbereiten konnte. Ich bin gesund, das zählt.

Marco Russ

Marco Russ: Ich bin nicht enttäuscht, dass ich nicht eingewechselt wurde. Ein weinendes Auge ist heute dabei, aber wichtig sind die drei Punkte. Es war schön, den Spieltag nochmal im Mannschaftskreis zu erleben mit Hotel, Busfahrt und allem. Das war ein guter Abschluss für mich, auf den ich mich in den vergangenen Wochen vorbereiten konnte. Ich bin gesund, das zählt. Ab morgen fängt ein neuer Abschnitt an. Ich höre auf, weil ich in den vergangenen Jahren nicht viele Spiele gemacht, dann kam der Achillessehnenriss im vergangenen August. Ich habe gemerkt, dass es mir immer schwerer fällt, mitzuhalten. Es macht körperlich keinen Sinn mehr. Ich bin mit dem Verein groß geworden, habe alles miterlebt, war schon Balljunge hier. Nach meiner Familie ist die Eintracht das Größte!

Steffen Baumgart (Trainer SC Paderborn 07): Wir waren sehr gut im Spiel, dann passiert eine unglückliche Aktion zum 0:1. Vielleicht war es ein Foul an unserem Spieler vorher, später laufen zwei meiner Jungs ineinander. Dann laufen wir der Musik hinterher, auch wenn wir richtig gute Möglichkeiten hatten. Aber da waren wir nicht in der Lage, aufs Tor zu schießen. Stattdessen kriegen wir das 0:2. Viele Dinge haben wir heute gut umgesetzt, aber man hat gesehen, dass Qualität fehlt. Ich ziehe den Hut vor den Jungs, denn mit etwas mehr Glück hätten wir am Ende noch den Ausgleich gemacht. Insgesamt sind wir über die Niederlage sehr enttäuscht, auch wenn vorher schon alles feststand. Insgesamt sind wir in dieser Saison zu lange der Musik zu klar hinterhergelaufen. Das tut mir leid. Ich hatte mir vorgestellt, dass wir das besser hinbekommen. 20 Punkte sind natürlich zu wenig. Jetzt müssen wir den Kopf hochnehmen, weil wir uns klar für nächste Saison aufstellen müssen. Wir wollen ähnlichen Fußball spielen, nur erfolgreicher. Heute trauern wir noch, ab morgen geht’s mit Vollgas auf die nächste Saison zu.

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