22.03.2019
Neubau ProfiCamp

Eintracht unter einem Dach: Mission in schöner Tradition

Seit Montag ist die Baugenehmigung für das ProfiCamp und die neue Geschäftsstelle in trockenen Tüchern. Das erwartet die Beteiligten von Eintracht Frankfurt.

Der von Eintracht Frankfurt und dem Architekturbüro AS+P Albert Speer + Partner GmbH entwickelte Gedanke war von Anfang unumstößlich: alle Mitarbeiter der Fußball AG, von den Lizenzspielern über die einzelnen Abteilungen bis zum Vorstand sollen in Zukunft unter einem Dach arbeiten. In weiser Voraussicht ist das Bauprojekt auf 240 Arbeitsplätze angelegt. Und noch einiges mehr, wie Eintracht-Vorstandsmitglied Axel Hellmann und Axel Bienhaus, Geschäfts­führender Gesell­schafter der AS+P Albert Speer + Partner GmbH, am Freitagvormittag bekanntgaben:

In den Gebäuden getrennt, in den Zielen vereint

Das neue Zuhause der Eintracht-Familie wird südöstlich des Deutsche Bank Park entstehen, eine Lage, die Bienhaus als „das sportliche Herz“ im Stadtwald bezeichnet. Dabei ist der Neubaukomplex in einen fünfgeschossigen, im Grundriss quadratischen Bauteil-A, in dem die Medieneinrichtungen, Büro- und Verwaltungseinheiten untergebracht sind, und einen direkt daran angeschlossenen dreigeschossigen Bauteil-B, der exklusiv den Fußballprofis vorbehalten ist, unterteilt. Unmittelbar neben dem Stadion versteht sich.

Dabei wird der Sportbereich im niedrigeren zum Deutsche Bank Park hin orientierten Gebäudeteil, der Medien- und Verwaltungsbereich im höheren, zur Straße hin orientierten Gebäudeteil angeordnet. Im Bauteil-A befindet sich im Erdgeschoss der Hauptzugang mit Empfang, Foyer, Konferenzbereich und Pressekonferenzraum. In den Obergeschossen bilden je vier 400 Quadratmeter große Nutzungseinheiten einen Ring um den offenen Innenhof. Im dritten Obergeschoss befinden sich der Vorstandsbereich und weitere Büroflächen. Die oberen Geschosse besitzen Sichtbezug in Richtung Osten zum Stadion.

Leistungssportgerechte Infrastruktur auf höchstem Niveau

Die Schnittstelle zwischen A und B bildet im Erdgeschoss das nicht-öffentliche Betriebsrestaurant, für welches darüber hinaus ein Außenbereich vorgesehen ist. Wer sich von dort auf Erdgeschossebene weiter in Teil B begibt, gelangt zu den Umkleiden, physiotherapeutischen und sportmedizinischen Behandlungsräumen sowie Räumen für Schulungen und die Spielanalyse. Kurzum: Mit dem Neubau erhalten die Adlerträger neue Räume für Fitness, Physiotherapie, Regeneration, Schulung und Spielvorbereitung auf höchstem Niveau. „Eine zeitgemäße Infrastruktur ist der entscheidende Faktor, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben“, begründet Hellmann die Überlegungen.

Entlang der westlichen Grundstücksgrenze wird zum Nachbargebäude von Ausrüster „Nike“ ein offenes Parkdeck entstehen Sauna-, Kardio- und Kraftbereich sowie weitere Trainingsräume. Im ersten Stock befinden sich Trainerbüros und Besprechungsräume, im zweiten Obergeschoss die Ruheräume der Lizenzspieler.

Beide Seiten eint auch die gemeinsame Tiefgarage im Untergeschoss, zu der es ergänzend ein separates offenes Parkdeck im Westen geben wird.

Eintracht in jeder Ecke, Nachhaltigkeit in jedem Prozess

Die Architektur soll den hessischen Traditionsverein durch ihre zurückhaltende, klassische Eleganz und die hohe Qualität, die sich bis ins letzte Detail durchzieht repräsentieren. „Wir wollten kein protziges, sondern ein kompaktes, elegantes Gebäude, das zugleich Würde und Stolz verkörpert“, erklärt Hellmann dazu. Dieses Selbstbewusstsein kommt nicht zuletzt durch das sportbetonte Gesamtareal im Stadtwald zur Geltung. Der Bezug zum Stadion als dem Herzstück und Fokuspunkt des Sportparks spiegelt sich sowohl in der Architektur als auch in der Gestaltung der Freianlagen, die ebenfalls von AS+P gestaltet wurden, wider. Neben einer profilierten, hinterlüfteten Keramikfassade sorgen im Bereich des Haupteingangs, am Betriebsrestaurant und im Konferenzbereich großzügige Aluminium-Pfosten-Riegel-Konstruktionen für Transparenz und reichlich Tageslicht. Die Farbgebung der Fassade als Interpretation der Vereinsfarben rundet das leuchtende Gesamtbild gelungen ab.

Darüber hinaus ist für das Bauvorhaben ein nachhaltiges und effizientes Energiekonzept eine Kombination aus Solarthermie, Wärmepumpen und einem Erdsolespeicher in Verbindung mit Heiz- und Kühlflächensystemen geplant. Es wird damit eine CO2-Einsparung von rund 783 Tonnen pro Jahr erzielt. Der Anteil erneuerbarer Energien liegt bei rund 70 Prozent. Das Gebäude ist vollflächig mit einer energieeffizienten Lüftungsanlage sowie durchgängig mit LED – Beleuchtungstechnik mit bedarfsabhängiger Lichtsteuerung ausgestattet. Zukunftsmusik, die schon heute gespielt wird.

Teamwork auch hinter den Kulissen

Den treibenden Kräften hinter dem Mammutprojekt spricht Vorstandsmitglied Hellmann einen expliziten Dank aus: „An erster Stelle Projektleiter Stefan Hollander, aber auch Sportvorstand Fredi Bobic, der sich bis ins kleinste Detail mit den nötigen sportlichen Anforderungen auseinandergesetzt hat, genau wie Finanzvorstand Oliver Frankenbach. Auch unser Justiziar Philipp Reschke sei an dieser Stelle zu nennen.“ Läuft alles nach Plan, wird der Neubaukomplex nach den Berechnungen von FAAG-Geschäftsführer Andreas Schröder Ende 2020 bezugsfertig sein.

Daten & Fakten:

  • Grundstücksgröße: 17.330 Quadratmeter
  • Bruttogeschossflächen
    BGF oberirdisch: 15.220 Quadratmeter
    BGF unterirdisch: 3.580 Quadratmeter
    BGF gesamt: 18.800 Quadratmeter
    davon Parkdeck: 2.395 Quadratmeter
  • Arbeitsplätze: 240
  • Pkw-Stellplätze: 62 Stellplätze in der Tiefgarage, 101 Stellplätze im Parkdeck, 16 offene Stellplätze
  • Fahrradstellplätze: 50 in der Tiefgarage