16.05.2021
Bundesliga

Enttäuscht, aber nicht resigniert

Auch wenn die Niederlage auf Schalke noch schmerzt, der Blick geht am Tag darauf in Richtung versöhnlicher Saisonabschluss.

„Die Enttäuschung überwiegt gerade“, „der Stachel sitzt tief“, „dafür gibt es keine Entschuldigung“: Die Reaktionen nach der 3:4-Niederlage gegen den FC Schalke 04 könnten nicht deutlicher sein. Die Eintracht-Akteure hatten fest mit drei Punkten gegen bereits abgestiegene Knappen gerechnet, um den Druck auf die erst am Sonntag spielende Konkurrenz aus Dortmund und Wolfsburg aufrecht zu erhalten. Es sollte allerdings ganz anders kommen.

Evan Ndickas zwischenzeitlicher Führungstreffer währte nur kurz.

Wie zuletzt beim Remis gegen Mainz hatten die Frankfurter deutlich mehr vom Spiel, führten so ziemlich jede Statistik-Kategorie an und gingen doch als verdiente Verlierer vom Platz. Das gab auch Sportvorstand Fredi Bobic unumwunden zu: „Es war ein wildes Spiel, das wir selbst aus der Hand gegeben haben.“ Kurz nach der Pause schien die Eintracht die Partie eigentlich durch das frühe Kopfballtor von Evan Ndicka im Griff zu haben. Eigentlich. Denn durch drei Kontertore innerhalb von elf Minuten stellten die Königsblauen den Spielverlauf auf den Kopf. „Wenn du hier mit 2:1 führst, musst du das einfach herunterspielen und selbst auf Konter warten, aber nicht direkt drei Treffer zum 2:4 kassieren“, zeigte sich Timothy Chandler nach Abpfiff kritisch mit sich und der gesamten Mannschaft.

Selbst die Anwesenheit des Capitano sollte an diesem Nachmittag keine Früchte tragen. David Abraham, der für die letzten beiden Saisonspiele nach überstandener Quarantäne und negativem Coronatest zur Mannschaft gestoßen war, konnte man im Schalker Stadion bei vielen Einzelgesprächen im Vorfeld des Spiels beobachten. Auch in der Halbzeit motivierte er seine ehemaligen Mitspieler in einer Kabinenansprache. „Seine Anwesenheit hat uns auf alle Fälle gutgetan. Er ist ein wichtiger Teil, nicht nur aktuell, sondern über die Jahre hinweg. Er ist genauso enttäuscht wie wir alle. Er ist ein toller Mensch und war ein unglaublich toller Kapitän“, betonte Cheftrainer Adi Hütter.

Der für die letzten beiden Saisonspiele angereiste David Abraham im Gespräch mit Timothy Chandler.

Dass die Eintracht mit nur noch einem ausstehenden Spiel zumindest Platz fünf sicher und damit die beste Platzierung seit der Saison 1993/94 innehat, war nach der bitteren Niederlage auf Schalke zwar weit weg in den Köpfen, soll die Leistung über die gesamte Saison hinweg jedoch nicht schmälern. „Trotzdem war es eine Rekordsaison, in der wir souverän in die Europa League einziehen und bisher erst sechs Mal verloren haben. Viele Spieler haben sich unglaublich entwickelt. Aber nochmal: Die Enttäuschung überwiegt heute, da wir es in den vergangenen Wochen nicht mehr geschafft haben, an die Leistungsgrenze zu gehen“, stellte Bobic klar. Djibril Sow, der wie seine Teamkameraden keine wirkliche Erklärung für die Leistung gegen Schalke finden konnte, schlug in die gleiche Kerbe: „Erst in der Sommerpause werden wir realisieren, was wir erreicht haben, weil heute die Enttäuschung überwiegt.“

Im letzten Spiel der Saison zu Hause im Deutsche Bank Park gegen den SC Freiburg am Samstag möchte sich das Team entsprechend noch einmal von einer anderen Seite zeigen und einen versöhnlichen Saisonabschluss anvisieren. „Wir werden alles versuchen, dass wir die Spielzeit mit einem Heimsieg beenden“, gab Sow schon kurz nach Abpfiff die Marschroute für die letzte Bundesligawoche dieser Saison vor.

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