13.09.2020
DFB-Pokal

Lehren aus der Löwengrube

Über den Einzug in die zweite Runde hinaus lieferte das 2:1 bei 1860 Erkenntnisse und Perspektiven für die angelaufene Spielzeit.

Hemdsärmelig

Mit dem ersten Saisonspiel 2020/21 lief die Eintracht auch erstmals mit dem Logo des neuen Logistik-Partners DPD Deutschland auf dem Trikotärmel auf. Es wirkte fast wie ein Fingerzeig, denn in Giesing musste sich der Halbfinalist der Vorsaison im wahrsten Sinne hemdsärmelig präsentieren oder wie es Chefcoach Adi Hütter formulierte: „Im Pokal bringt es nichts, schön zu spielen und dann auszuscheiden.“

Debütant Zuber

Die Adlerträger formierten sich im ersten Pflichtspiel der neuen Saison im unter Hütter mittlerweile fast Haus- und Hofsystem, dem 3-4-1-2. Auch personell gab es kaum Überraschungen. Steven Zuber vertrat wie angekündigt den gesperrten Filip Kostic auf der linken Außenbahn, interpretierte die Position als gleichzeitiger Außenstürmer und -verteidiger als inverser Rechtsfuß aber erwartungsgemäß etwas anders. Insgesamt ließ sich feststellen, dass der Schweizer defensiv zuverlässig agierte, nach vorne aber seine Geschwindigkeit selten ausspielen konnte, weil die Löwen den Gästen überwiegend den Ball überließen und Umschaltmomente aufseiten der Adler somit überschaubar blieben. Der zweite Sommerneuzugang Ragnar Ache fehlte derweil wegen leichter Rückenprobleme im Kader, stand aber am Sonntag schon wieder auf dem Trainingsplatz. Von den zurückgekehrten Leihspielern standen zudem Aymen Barkok und Tuta im Kader, ersterer kam zehn Minuten vor Schluss für Daichi Kamada ins Spiel.

Hinteregger gegen Mölders

Rückblickend kaum überraschend wurde Martin Hinteregger die Aufgabe zuteil, als zentraler von drei Innenverteidigern Sechzigs Sturmtank Sascha Mölders an die Kette zu legen, „der als starker Zielspieler die Bälle behaupten kann“, wie Hütter anerkannte. Fünf gewonnene Luftzweikämpfe des früheren Angreifers des FSV Frankfurt sprechen für sich. Sechs Abschlüsse ebenso, auch wenn keiner davon aufs Tor ging. Auch ein Verdienst der Abwehrkräfte um Hinteregger, der meistens noch im richtigen Moment stören konnte. Der Österreicher hielt sich nicht mit Lob für seinen direkten Kontrahenten zurück und sprach im Nachgang von einem „cleveren Spieler, der sich richtig gut bewegt und stark antizipiert. Ihm fehlt mittlerweile zum Glück etwas die Schnelligkeit, sodass ich ihn öfters einholen konnte, sonst wäre es brenzlig geworden...“, beschloss Hinti die Individualanalyse mit einem Augenzwinkern. Der Abwehrchef überzeugte nebenbei nicht nur mit vier klärenden Aktionen, sondern auch mit zehn langen Pässen als erster Aufbauspieler.

Bruder an der Tafel

Personalunabhängig befand Hütter hinterher: „Wir wissen, dass wir bei eigenem Ballbesitz nicht alles richtig gemacht haben. In der zweiten Halbzeit haben wir es am Anfang gut gespielt, zwei wunderschöne Tore erzielt und Ball und Gegner laufen lassen.“ So der Leistungsschub unmittelbar nach der Pause offensichtlich war, konnten die Adlerträger mit der Entwicklung der Schlussphase nicht komplett zufrieden sein. Nicht nur Bas Dost fand es „schade, dass wir danach nicht weitergemacht und nochmal Probleme bekommen haben.“ Auch Hütter bemerkte: „Am Ende waren wir zu hektisch und 1860 hat nochmal alles nach vorne geworfen und uns Probleme bereitet.“ Weshalb die Hausherren in der Schlussviertelstunde nach einem von Phillipp Steinhart verwandelten Foulelfmeter den 1:2-Anschluss herstellten. Ein Shootout wollte der favorisierte Bundesligist gleichwohl möglichst vermeiden. Nicht zuletzt, weil mit TSV-Schlussmann Marco Hiller ein regelrechter Elfmeterkiller zwischen den Pfosten stand, der im bayerischen Landespokal im Endspiel zwei und im Viertelfinale drei Elfmeter pariert hatte. Insofern war Hillers Bruder fast mehr gefordert, der im Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße die Spielstandsanzeige bediente – und in altehrwürdiger Manier Tafel für Tafel umhängte...

Es geht in die richtige Richtung!

Cheftrainer Adi Hütter

Zurück in Frankfurt stand am Sonntagvormittag zunächst das obligatorische Auslaufen auf dem Plan. Am Montag erhalten die Akteure wie gewohnt einen freien Tag, ehe Hütters Mannen die gezielte Vorbereitung auf den Bundesligastart gegen Arminia Bielefeld aufnehmen. Am Mittwoch bittet der Cheftrainer zu gleich zwei Einheiten am Vor- und Nachmittag. Und nach dem am Freitag vorgestellten und vom Gesundheitsamt Frankfurt genehmigten Zuschauer- und Hygienekonzept dürfen die Hessen mit 6.500 zugelassenen Besuchern rechnen. „Wir alle freuen uns darauf“, verkündet Hütter und sieht darin „einen wichtigen Zwischenschritt. Es geht in die richtige Richtung!“ Auf und neben dem Platz.

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