19.09.2020
Bundesliga

Punkteteilung zum Start

Beim 1:1 (0:0) gegen Bielefeld gerät die Eintracht nach der Pause in Rückstand (51.), ehe Silva zurückschlägt (62.).

  • Zahlreiche Ecken für die SGE
  • 6.500 Zuschauer zum Start
  • Dreiklang in Vollendung führt zum Ausgleich

„Im Herzen von Europa“, regelmäßig wiederkehrende Schlachtrufe von den Rängen des Deutsche Bank Park – Stimmung, Heimspiel, Heiterkeit. Als besäße der erste Spieltag einer Bundesligasaison nicht naturgemäß eine besondere Wertigkeit, durften sich die Kicker vom Main einer Kulisse von 6.500 zugelassenen Zuschauern erfreuen. Nicht weniger als ein erster Schritt zurück in die Normalität.

Wer wollte, konnte die Rollenverteilung mit denen aus der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals vor einer Woche beim TSV 1860 München vergleichen. Hier der etablierte Bundesligist Eintracht Frankfurt, dort der achtmalige Aufsteiger DSC Arminia Bielefeld, überraschend bei Regionalligist Rot-Weiss Essen aus dem Pokal ausgeschieden. Weniger überraschend gestaltete sich dagegen die Anfangsformation der Adlerträger, die im Vergleich zum Gelingen in Giesing nur auf zwei Positionen verändert aufliefen. Der wieder spielberechtigte Filip Kostic durfte anstelle von Steven Zuber auf dem linken Flügel ran, Makoto Hasebe kehrte für den verletzten Evan Ndicka in die Abwehr zurück, Martin Hinteregger dafür von der zentralen in die linke Innenverteidigung.

Gleichwohl nahmen die Hausherren das Heft des Handelns im Laufe der ersten Halbzeit immer energischer in die Hand, hatten gegen den aufmüpfigen Neuling aber in knapp 60 Prozent aller Zweikämpfe das Nachsehen und den einen oder anderen Konter zu überstehen, welche die Ostwestfalen aber zumeist zu inkonsequent ausspielten. Genau genommen besaß der DSC vor der Pause eine ernstzunehmende Chance, als Kevin Trapp nach einer Ecke und abgefälschten Abnahme kurz vor der Linie rettete (24.).

Eckballfestival in Durchgang eins

Überhaupt die Eckstöße. Wie oft sich die Hessen in der gegnerischen Hälfte festsetzten, spiegeln unter anderem 8:2 Ecken in den ersten 45 Minuten wider. Erste Gelegenheiten durch David Abraham und Bas Dost (beide 17.) waren die Folge. Wenig später fackelte Sebastian Rode aus der Distanz hart, aber mitten auf DSC-Schlussmann Stefan Ortega (21.). Wiederum nur wenige Sekunden darauf kam der eingerückte Danny da Costa am langen Pfosten mutterseelenallein zum Abschluss, verzog aber volley um Haaresbreite (22.). Die gut gelaunten Gäste im Deutsche Bank Park hatten schließlich den Torschrei schon auf den Lippen, als Dost auf Sturmkollege André Silva durchsteckte, der Portugiese Ortega schon halb umkurvte und die Kugel schließlich doch dem Keeper in die Arme spitzelte (32.). Kurz vor der Pause war es dann der Niederländer, der nach Zuspiel Kamadas einen Schlenker zu viel wagte und im Gegenspieler hängen blieb (42.). Insofern war die Eintracht gemessen am Chancenverhältnis zur Pause einer Führung näher als die Gäste.

Doppelwechsel und Dreierkombi

Nichtsdestotrotz schien Adi Hütter in der Halbzeitpause die Zeit für neue Impulse gekommen, der Cheftrainer beorderte mit Aymen Barkok und Zuber für da Costa und Dominik Kohr zwei frische Kräfte auf den Rasen. Gerade Leihrückkehrer und Eigengewächs Barkok machte prompt Betrieb. Erst die Flanke auf Hinteregger (48.), der an die Unterkante der Latte köpfte, dann ein entschlossener, aber abgewehrter Schuss aus der Distanz (49.). Im Gegenzug verfehlte Ritsu Doan die Kiste um wenige Zentimeter (50.), ehe sich Cebio Soukou durchsetzte und Trapp ins lange Eck zum 0:1 überwand (51.). Die Antwort der aktiveren Adler ließ nicht lange auf sich warten. Kostic kam auf dem linken Flügel zur Flanke, Dost stieg am kurzen Pfosten am höchsten, verlängerte mit dem Schädel auf Silva, sodass die Nummer 33 auf dem Weg zum 1:1 nicht mehr aufzuhalten war (62.)! In der Folge ließ der Gastgeber nicht mehr locker. Angetrieben von ihren euphorischen Anhängern, stifteten Frankfurter immer wieder Unruhe, was in der Schlussviertelstunde zur Kombination des Tages führte: Der vorgestoßene Abraham, Zuber und Kamada im doppelten Doppelpass, dann spielte der eigentlich freistehende Japaner nochmal in den Rückraum passte... Einerlei, der Spielmacher wäre bei aller Eleganz im Abseits gestanden (78.). 

Disziplin auf dem Platz und der Tribüne

Die Eintracht wie der DSC tritt diszipliniert, aber zu diesem Zeitpunkt einer Saison naturgemäß nicht aus einem Guss auf. Die Punkteteilung zum Auftakt spiegelt die Kräfteverhältnisse auf dem Platz nur teilweise wider. Mit mehr Kaltschnäuzigkeit wären drei Zähler im Bereich des Möglichen gewesen, mit etwas Pech aber genauso eine Niederlage. Den Fans wie den Fußballern hat der sonnige Bundesligastart in jedem Fall mehr Freude als Kopfzerbrechen bereitet. Ein Kompliment gilt nicht zuletzt den stimmgewaltigen und zugleich sich jederzeit Corona-konform verhaltenden Anhängern.

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