19.01.2021
Bundesliga

Halbzeit ohne Pause

Die Hin- geht nahtlos in die Rückrunde über. Freiburg und Frankfurt kann’s fast recht sein, denn: In Europa machen nach Ergebnissen nur eine Handvoll Vereine einen besseren Eindruck.

So nah waren sich Eintracht Frankfurt und Niko Kovac nicht mehr, seit der Ex-Trainer des Bundesligisten am 2. August vergangenen Jahres mit seinem neuen Klub AS Monaco im Deutsche Bank Park zum Testkick angetreten war. 1:1 hieß es im damals sportlich ebenso wenig bedeutsamen wie richtungsweisenden Spiel. Viereinhalb Monate später befinden sich die Vereine vom Main und Mittelmeer in anderer Hinsicht auf Augenhöhe: Mit jeweils 13 Punkten bewegen sich beide in der erweiterten Spitzengruppe einer imaginären Formtabelle der Top-Fünf-Ligen Europas, bei einem Betrachtungszeitraum der vergangenen fünf Ligaspiele. Übertroffen einzig von Manchester City, Atlético Madrid, dem Arsenal FC und FC Barcelona. Und damit zum SC Freiburg, der in diesem, zugegeben situativen, Ranking der Eintracht mit zwölf Zählern dicht auf den Fersen ist.

Nicht viel verschiedener gestaltet sich vor dem Hinrundenfinale die Konstellation im deutschen Oberhaus, wo der Sportclub auf Position neun liegend drei Punkte und zwei Plätze hinter den Hessen rangiert. Wie eng es in dieser Spielzeit zugeht, hatte Adi Hütter nach dem 3:1-Sieg gegen Schalke deutlich gemacht: „Hätten wir ein Tor mehr erzielt, wären wir sogar Sechster.“ Ein Treffer mehr wiederum hätte den Badenern zwei Stunden zuvor während des 1:2 beim FC Bayern genügt, um die 300. Bundesliganiederlage in der Geschichte des Sportclubs abzuwenden und stattdessen seit acht Punktspielen ungeschlagen zu bleiben. Zur Einordnung: Zuvor galten die Greifen nach fünf Ligasiegen hintereinander gemessen an jener internationalen Formtabelle mit 16:2 Toren als Europas Mannschaft der Stunde. Dass dies so blieb, verhinderte einzig eine Portion Pech, als Nils Petersen in der Nachspielzeit die Querlatte traf. Der eingewechselte Mittelstürmer hatte bereits nach einer Stunde das zwischenzeitliche 1:1 besorgt. Es war bereits das 28. Jokertor für den ehemaligen Nationalspieler in der deutschen Beletage, der damit den alleinigen Rekord weiter in die Höhe schraubte.

Silva wie einst Jovic

Schossen das 3:1 gegen Schalke 04 heraus: Luka Jovic und André Silva.

Nahe an der Perfektion bewegte sich derweil auch Angreifer Luka Jovic, der mit zwei Schüssen wie Treffern den vierten Saisonsieg in Serie besiegelte. Schon vor der Pause hatte André Silva, selbst wenn der gewohnt eifrige Portugiese nach 90 Minuten bei sieben Versuchen stand, seinen zwölften Treffer in dieser Spielzeit beigesteuert. Auf die identische Ausbeute nach 16 Runden kam letztmals: genau, Jovic vor zwei Jahren. Kaum verwunderlich, dass der Serbe nicht nur mit Blick auf seinen neuen potentiellen Sturmpartner frohlockt: „Die Mannschaft ist nicht schlechter als die, die ich damals verlassen habe, wenn nicht sogar besser. Es ist mir eine Ehre, mit einem solch guten Spieler wie André Silva zusammenzuspielen.“ Von Landsmann Filip Kostic ganz zu schweigen, wie nicht nur dessen zwei Assists beweisen. „Das Zusammenspiel mit Filip passt natürlich sehr gut. Wir haben jetzt mehr Optionen im Sturm, er hilft unserer Mannschaft“, ist Makoto Hasebe überzeugt.

Verstehen sich auf und neben dem Platz prächtig: Luka Jovic und Filip Kostic.

Der seit Montag 37-Jährige hätte diese Einschätzung genauso gut über sich selbst äußern können, immerhin bekleidete er nicht zum ersten Mal zwei Positionen: Vor der Pause als Teil der Doppelsechs neben Djibril Sow, kurz danach als bewährte Kraft in der Abwehrzentrale. Zustände, wie sie sie im Schwarzwald dieser Tage auch gerne hätten. Immerhin brachen Christian Streich in München drei Sechser auf einmal weg: Baptiste Santamaria zog sich nach nicht mal zwei Minuten eine Kapselverletzung im Kniegelenk zu, der für ihn eingewechselte Amir Abrashi musste seinerseits wieder vorzeitig runter. Diagnose: Prellung des Unterschenkels. Zu unguter Letzt sah Nicolas Höfler seine fünfte Gelbe Karte und ist somit gesperrt.

Auch mit 37 Jahren unverändert Leistungsträger: Makoto Hasebe.

Inwiefern Adi Hütter auf die Zentrale-Frage antwortet, hängt auch von den Heilungsverläufen bei Sebastian Rode und Martin Hinteregger ab. Rode war gegen Schalke mit leichten Knieproblemen ausgefallenen, Hinteregger macht ein aufs Knie ausstrahlender Pferdekuss zu schaffen. Vor einer Woche in Leverkusen hatte der Fußballlehrer noch vier Veränderungen vorgenommen, auch wenn davon zwei dem unfreiwilligen Fehlen von Kostic, der in Freiburg vor seinem 200. Bundesligaeinsatz steht, und Sow geschuldet war. Dominik Kohr kommt dafür zumindest nicht mehr infrage, nachdem er sich am Montag per Leihe dem 1. FSV Mainz 05 angeschlossen hat. Die Breisgauer ihrerseits haben den unter anderem im Frankfurter Nachwuchsleistungszentrum ausgebildeten Luca Itter zu Greuther Fürth verliehen. Dem gegenüber stehen die Frankfurter Winterabgänge Bas Dost, Marijan Cavar und nicht zuletzt David Abraham.

Kein Durchschnaufen

Vergangene Woche auf ein ausbleibendes Wiedersehen mit dem Argentinier angesprochen, hatte SC-Coach Streich noch aufrichtig gesagt: „Ich freue mich, dass er heimgehen kann, hätte mich aber auch gefreut, wenn ich ihn am Mittwoch noch gesehen hätte, zu einer Fußballschlacht auf dem Feld.“ Ganz so martialisch-verschmitzt mochte es Trainerkollege Hütter zwar nicht formulieren. Gleichwohl ist sich der Österreicher bewusst, dass „uns in Freiburg ein starker Gegner erwartet.“ Was die Adlerträger wiederum in Person von Sportdirektor Bruno Hübner nicht abhalten solle, „mit breiter Brust nach Freiburg“ zu fahren und „optimistisch in die nächsten zwei Spiele dieser Woche“ zu gehen.

Ganz richtig, denn Hinrundenenende ist in diesem Jahr kaum gleichbedeutend mit Durchschnaufen. Bereits am Samstag darauf startet in Bielefeld die Rückrunde. Halbzeit ohne Pause sozusagen. Bis dahin möchten die Frankfurter Fußballer ihre Ausgangsposition weiter festigen, wenn nicht verbessern, wie Sow betont: „Das Selbstvertrauen, das wir haben, müssen wir unbedingt mitnehmen. Wir sind fast gleichauf mit Freiburg in der Tabelle und möchten unbedingt punkten.“ Um möglicherweise aus der Momentaufnahme einen Dauerzustand zu schaffen.

Zum Spiel

Anstoß: Mittwoch, 20. Januar, 20.30 Uhr, 17. Spieltag, Bundesliga, 2020/21.
Stadion: Schwarzwald-Stadion, Freiburg.
Hörtipp: EintrachtFM sendet ab 20.20 Uhr live.
TV-Hinweis: Sky Sport Bundesliga HD 5 überträgt ab 20.20 Uhr live.

Die Pressekonferenz vor dem Spiel – präsentiert von Krombacher

Die letzten Informationen vor dem Bundesligaspiel erhaltet ihr auf der Pressekonferenz am Dienstag, 13 Uhr, mit Cheftrainer Adi Hütter. Live zu sehen auf EintrachtTV und Facebook – präsentiert von Krombacher.

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