19.01.2021
Bundesliga

„Sind auch fußballerisch eine Nummer“

Adi Hütter zeigt die Zusammenhänge der neuen Leichtigkeit auf, äußert sich zu zahlreichen Personalien und lüftet teilweise das Geheimnis um den neuen Kapitän.

Adi Hütter über...

...die Kapitänsfrage: Es wird bis zum Sommer keinen festen Kapitän geben. Ich werde mir alles in Ruhe anschauen, um eine Entscheidung zu treffen. Wir haben mehrere erfahrene Kandidaten wie Makoto Hasebe, Sebastian Rode und Kevin Trapp oder Martin Hinteregger, der schon länger hier ist. Ich möchte den Spielern die Chance geben, was auch immer davon abhängt, wer auf dem Platz steht.

...die Personalsituation: Der Pferdekuss ist für Martin Hinteregger unangenehm, weil er weiterwandert Richtung Knie. Martin war zwei Mal in der Therapie und wird alles an seinen Einsatz setzen. Es wird ein Wettlauf mit der Zeit, wir hoffen das Beste. Sebastian Rode trainiert individuell, für Mittwoch wird es nicht reichen. Ich hoffe auf eine baldmögliche Rückkehr.

...das Auswärtsspiel beim SC Freiburg: Wir möchten dort anknüpfen, wo wir aufgehört haben. Freiburg hat aus acht Ligaspielen fünf in Folge gewonnen, zwei Mal Unentschieden gespielt und trotz der Niederlage in München ein gutes, mutiges Spiel abgeliefert. Sie sind mit uns und Union Berlin die Mannschaft der Stunde. Deshalb erwarte ich im Breisgau einen heißen Tanz, ein interessantes, läuferisch intensives Spiel, in dem sich beide nichts schenken werden.

Sie können sicher auch gut harmonieren und gäben in der Bundesliga ein absolutes Topduo ab.

Cheftrainer Adi Hütter über Jovic und Silva

...die eigene Spielweise: Ich habe immer betont, dass sich Eintracht Frankfurt nicht allein auf Kampf- und Laufstärke reduzieren lässt. Wir sind auch fußballerisch eine Nummer, suchen spielerische Lösungen, lassen den Ball laufen und kombinieren gut. Das hängt auch mit der Systemumstellung zusammen und damit, dass Amin Younes vor einigen Wochen körperlich noch nicht in der Lage war, uns zu helfen. Das hatte mit einer Mischung aus mangelnder Spielpraxis, dem positiven Coronatest und einer kleineren Verletzung zu tun. Jetzt ist er da und kann in jedem Spiel den Unterschied ausmachen. Alle haben nach den Siegen ein anderes Selbstvertrauen. Die Folge sind unter anderem mehr Torchancen als zuvor.

...Luka Jovic und André Silva: Luka hat in kurzer Zeit gezeigt, dass er ein Stürmer von hohem Format ist. Er hat nach seinen zwei Treffern eine größere Aufmerksamkeit erhalten als André Silva, der sein zwölftes Saisontor erzielt hat. Doch Lukas Aussagen, dass es ihm eine Ehre sei, mit André zu spielen, sprechen für seinen Charakter und Respekt. Ich habe mit André gesprochen. Ihm ist der Konkurrenzkampf und die Qualität im Team wichtig. Er war schon für Milan und den FC Sevilla im Einsatz, kann mit Konkurrenz also umgehen. Ob sie zu zweit, mal der eine oder der andere beginnt, müssen wir schauen. Sie können sicher auch gut harmonieren und gäben in der Bundesliga ein absolutes Topduo ab. Das war schon vor dem 2:1 gegen Schalke zu sehen, als Silva sich auf den ersten Pfosten bewegt hat und Luka damit Raum für seinen Abschluss hatte. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir drei gute Zehner haben, wodurch wir insgesamt variabler geworden sind und offensiv mehr Möglichkeiten haben, die wir versuchen, zu gegebenem Zeitpunkt auszuspielen. Wir lassen uns offen, wer morgen beginnt. Wenn es um die Eintracht geht, stellt sich jeder hinten an.

...Makoto Hasebe: Am Montag haben wir ihm alle zum 37. Geburtstag gratuliert. Das war der nächste schöne Moment nach dem emotionalen Abschied von David Abraham und den vielen Ereignissen am Wochenende, die zur sehr guten Stimmung im Team beitragen. Mit Makoto ist es wie mit einem guten Wein: Je älter, desto besser... Ich habe nicht das Gefühl, dass er sich abgenutzt hätte, nicht mehr laufen oder schnell denken könnte. Er ist ein absoluter Topspieler, davor ziehe ich den Hut. Er tut auch sehr für dafür, gibt 100 Prozent für die Regeneration und lebt entsprechend. Er ist nie verletzt, hat frühere Knieprobleme überwunden, muss bei keiner Einheit aussetzen, außer wenn ich ihn punktuell rausnehme. Im Mittelfeld macht er einen hervorragenden Eindruck. Zu gegebenem Zeitpunkt setzen wir uns sicher zusammen, was seine Vertragssituation angeht.

Ich werde die Euphorie nicht bremsen, aber beobachten, wie sich jeder verhält.

Cheftrainer Adi Hütter

...die Leihe von Dominik Kohr: Ich habe zwar gesagt, dass ich zufrieden bin, wenn der Kader so zusammenbleibt. Das schließt Anfragen von anderer Seite aber nicht aus. Dome ist zuletzt etwas ins Stocken gekommen. Wenn einer gut spielt, ist das meistens mit dem Leid eines anderen verbunden. Djibril Sow ist sehr gut unterwegs, daneben haben wir Makoto Hasebe und Sebastian Rode auf der Sechs und nicht zuletzt weniger Spiele, weil wir nicht international vertreten sind. Deswegen haben wir gemeinsam eine Lösung gesucht. Für Dome ist es gut, dass er diese Herausforderung annehmen und Spielpraxis sammeln kann. Die Klasse dafür hat er. Wir haben am Sonntag sehr lange gesprochen und sind beide der Auffassung, dass dieser Schritt der beste ist.

...den rechten Flügel: Es ist klar, dass die Jungs, die weniger spielen, nicht happy sind. Sie freuen sich trotzdem für die Mannschaft. Jeder versucht, ein wichtiger Teil dieser Truppe zu sein. Timmy Chandler trainiert hervorragend und ist ein wichtiger Faktor. Für Danny da Costa ist es aktuell schwierig, wir haben über seine Situation gesprochen. Er muss einfach dranbleiben. Das beste Beispiel ist Erik Durm: Er hat lange öfter auf der Tribüne als auf der Bank gesessen und hat jetzt neunmal in Folge in der Startelf gestanden.

...den Umgang mit der Euphorie: Euphorie kommt nicht von heute auf morgen, das Selbstvertrauen haben wir uns hart erarbeitet. Die Mannschaft ist stabil, kassiert nicht viele Gegentreffer und drückt den Spielen ihren Stempel auf. Ich sehe keinen Grund, weshalb wir einen Rückschlag erleiden sollten. Dass wir mal verlieren werden, ist normal. Ich werde die Euphorie nicht bremsen, aber beobachten, wie sich jeder verhält. Konzentration und Professionalität müssen zu 100 Prozent top bleiben.

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