28.10.2020
Bundesliga

Ruhe nach dem Sturm

Für die neue Spielzeit erhoffte sich der SV Werder Bremen vor allem Stabilität. Der Grundstein ist gelegt.

Situation: Gelungener (Neu-)Start

Der SV Werder Bremen ist mit einer 1:4-Heimniederlage gegen Hertha BSC alles andere als wunschgemäß in die neue Bundesligasaison gestartet. Anschließend hat der SVW allerdings immer gepunktet und steht aktuell auf Platz sieben. Trainer Florian Kohfeldt zeigt sich zufrieden mit der Ausbeute seiner Mannschaft aus den ersten fünf Partien: „Acht Punkte sind zu diesem Zeitpunkt sehr gut für uns.“ Nach der schwierigen vergangenen Saison und dem Klassenerhalt über die Relegation nach zwei Remis gegen den 1. FC Heidenheim war für die Bremer umso wichtiger, positiv in die neue Spielzeit starten.

SV Werder Bremen 2020/21
Kompakt2 Siege, 2 Unentschieden, 1 Niederlage, 7:7 Tore, 8 Punkte, Tabellenplatz 7
FormkurveN-S-S-U-U
TorschützenFüllkrug (4), Bittencourt (1), M. Eggestein (1), Selke (1)

Ein 3:1-Erfolg bei Schalke 04 und ein 1:0-Heimsieg gegen Aufsteiger DSC Arminia Bielefeld führten bei den Hanseaten nach der Auftaktniederlage zu einem Aufschwung. Zuletzt holten die Grün-Weißen jeweils mit einem 1:1 in Freiburg und gegen Hoffenheim ihre Punkte. Dabei zeigte sich vor allem die Defensive nach den vier Gegentreffern zum Start zuletzt stabilisiert, in den jüngsten vier Spielen kassierte Werder drei Gegentreffer.

Trainer: Der Dauerbrenner

Mit Florian Kohfeldt steht der aktuell zweitjüngste und zugleich nach Christian Streich dienstälteste Bundesligatrainer beim SV Werder unter Vertrag. Der 38-Jährige ist ein Bremer Urgestein, hat seine Karriere als Spieler in der Bremenliga verbracht und war anschließend als Co-Trainer und Chefcoach der zweiten Mannschaft sowie der Jugend zuständig. Zwischen 2014 und 2016 war Kohfeldt auch als Assistent der ersten Mannschaft tätig. Im Oktober 2017 übernahm er den Chefposten der Profis von Vorgänger Alexander Nouri, als die Bremer auf Tabellenplatz 17 standen und sich in höchster Abstiegsnot befanden.

Jung an Jahren, reich an Erfahrung: Florian Kohfeldt.

Der studierte Sport- und Gesundheitswissenschaftler hielt mit seiner Mannschaft die Klasse und führte sie in seiner ersten vollständigen Spielzeit als Trainer auf einen souveränen achten Rang. Im selben Jahr erreichte Kohfeldt mit Werder das Halbfinale des DFB-Pokals, als allerdings nach einem 2:3 gegen den späteren Pokalsieger FC Bayern München Endstation war. Die anschließende Spielzeit lief nicht nach Plan, auch aufgrund vieler verletzter Spieler steckte Werder lange im Tabellenkeller. Der Verein hielt dabei an Kohfeldt fest, der Spieler, Verantwortliche und Fans mit seiner emotionalen Art erreichte. Vertrauen, das sich am Ende auszahlte: Der SVW hielt dank der erfolgreichen Relegation die Klasse und Kohfeldt schickt sich mit seiner Truppe an, sich von tieferen Gefilden fernzuhalten.

Taktiktafel: Dezimierte Offensive

Neue Saison, neuer Spielstil: Werder legt aktuell weniger Wert auf Ballbesitz, sondern sucht eher den direkten Weg nach vorne. Dadurch haben die Hanseaten zwar eine schlechtere Passquote in der gegnerischen Hälfte, die Großchancenverwertung von 80 Prozent ist dagegen fast doppelt so gut wie in der vergangenen Spielzeit (43 Prozent). Zu Beginn der Saison zeigt sich Kohfeldt taktisch variabel, schickt seine Mannschaft wahlweise im 4-2-3-1, 3-1-4-2 oder 4-3-3 auf den Rasen. Beim 1:1 in der vergangenen Woche setzte der 38-Jährige auf eine 3-4-2-1-Anordnung, die Dreierkette bildeten dabei Milos Veljkovic, Kapitän Niklas Moisander und Marco Friedl. Den eigentlich gesetzten Ludwig Augustinsson plagt eine Zerrung im rechten Oberschenkel, er verpasste die Partie gegen Hoffenheim. Im Mittelfeld kamen Theodor Gebre Selassie, Torschütze Maximilian Eggestein, Christian Groß und Jean-Manuel Mbom zum Einsatz. Offensiv vertraute der Coach auf den 20-jährigen Joshua Sargent und Leonardo Bittencourt – als einzige Spitze stürmte Niclas Füllkrug.

Torjäger außer Gefecht: Niclas Füllkrug.

Der mit vier Toren in fünf Spielen zuletzt so treffsichere 27-Jährige musste am vergangenen Sonntag bereits nach 37 Minuten aufgrund von Wadenproblemen ausgewechselt werden. Auch sein Ersatz Yuya Osako verließ den Platz kurz vor Schluss verletzungsbedingt. Die Diagnosen: Füllkrug fällt mehrere Wochen aus, Osako soll in dieser Woche schon wieder ins Mannschaftstraining einsteigen und könnte am Samstag zum Kader gehören. Als offensive Alternativen stehen Neuzugang Tahith Chong und der junge Nick Woltemade zur Verfügung. Davie Selke laboriert aktuell noch an Leistenproblemen und Topstürmer Milot Rashica ist nach seiner überstandenen Verletzung wieder für Kurzeinsätze bereit, aber wohl noch kein Kandidat für die Startelf.

Spieler im Fokus: Maximilian Eggestein

Er ist die Konstante im Spiel der Hanseaten: In den vergangenen drei Spielzeiten stand Maximilian Eggestein immer in mindestens 32 Ligapartien auf dem Platz. Seit 2011 ist der 23-Jährige schon im Verein und hat sich über die Jugendteams zu den Profis hochgearbeitet. Auch in dieser Saison verpasste der Mittelfeldmann noch keine Pflichtspielminute, am vergangenen Sonntag belohnte er sich beim 1:1 gegen Hoffenheim mit der zwischenzeitlichen Führung.

Maxi Eggestein und sein ein Jahr jüngerer Bruder Johannes galten vor ein paar Jahren als Versprechen für die Werder-Zukunft. Während Maxi, wie der ältere der beiden gerufen wird, frühzeitig seinen Platz im Mittelfeld fand und zum Stammspieler reifte, lief beim 22-jährigen Stürmer nicht alles nach Plan. Aktuell ist Johannes zum Linzer ASK ausgeliehen, also muss Maximilian das Brüderpaar in Bremen vertreten. Der 1,81-Meter-Mann sieht seine Stärken als Ballverteiler im Zentrum, auch weil es ihm an Tempo fehlt. „Sie müssen mal unsere Eltern fragen, warum mein Bruder so viel schneller ist“, sagte er schon 2016. Auch ohne besondere Geschwindigkeit ist der Mittelfeldakteur Bremens lautstärkster Spieler – im Schnitt legt er pro Partie 11,57 Kilometer zurück.

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