20.10.2020
Bundesliga

Ein Jahrtausendprojekt

Die Eintracht reist gefestigt nach München, steht gegen den Rekordmeister aber vor der gewohnt höchstmöglichen Hürde – auf sportlicher wie historischer Ebene.

Acht Punkte, Platz vier in der Tabelle und in dieser Saison noch ungeschlagen – das Zwischenfazit nach den ersten vier Bundesligapartien fällt positiv aus. Saisonübergreifend sind die Adler sogar als einziges Team im Oberhaus seit acht Spielen ohne Niederlage. Am Samstag trifft die SGE auf den FC Bayern und startet den erneuten Versuch, erstmalig in der Allianz Arena zu gewinnen. In München war die Eintracht nämlich zuletzt im November 2000 siegreich, damals trug der Rekordmeister seine Spiele noch im Olympiastadion aus. Fast exakt 20 Jahre liegt der bis heute letzte Auswärtssieg (2:1) beim FCB also zurück – es wäre ein runder Zeitpunkt, um diese Serie zu beenden. Kevin Trapp zeigt sich vor der Partie am Samstag kämpferisch: „Man hat schon oft gesehen, dass vieles möglich ist, wenn man mit der richtigen Einstellung hinfährt und nicht schon vorher aufgibt. Wir können und müssen Selbstvertrauen haben und können damit auch in München punkten.“

Rekordmeisterliche Heimstärke

 

Leichter gesagt als getan. Die Bayern gewannen nicht nur gegen die Eintracht elfmal in Folge im eigenen Stadion, sondern sind auch seit acht Bundesligapartien in der heimischen Spielstätte ohne Punktverlust. Mit dem 8:0 gegen den FC Schalke und dem 4:3 gegen Hertha BSC erzielte der Rekordmeister in den ersten zwei Heimspielen dieser Spielzeit zwölf Tore. Zuletzt ist eine solche Torausbeute nur der SGE gelungen, die in den ersten zwei Heimpartien der Saison 1976/77 zu diesem Zeitpunkt sogar dreizehn Mal netzte. Übrigens auch gegen Berlin (Tennis Borussia/7:1) und Schalke (6:3). Verzichten muss der Rekordmeister am Samstag auf Corentin Tolisso, der nach seiner Notbremse in Bielefeld rotgesperrt fehlt. Dafür kann Hans-Dieter Flick eventuell wieder auf Joshua Kimmich zählen. Der Nationalspieler war nicht nach Bielefeld gereist, weil die Geburt seines zweiten Kindes bevorsteht; bis zum heutigen Dienstag gab es noch kein Vollzug. Die Neuzugänge Leroy Sané und Tanguy Nianzou stehen den Bayern verletzungsbedingt voraussichtlich nicht zur Verfügung. Adi Hütter fehlen derzeit Ragnar Ache und Filip Kostic, wenngleich der Serbe am Montag erstmals seit seiner Verletzung einige Runden im Deutsche Bank Park drehte.

Bei anderen, neuen Gesichtern sieht es besser aus. Während Ajdin Hrustic noch auf sein Pflichtspieldebüt als Adlerträger wartet, konnte Amin Younes in Köln bereits 20 Minuten auf dem Platz stehen und von sich überzeugen. Sportdirektor Bruno Hübner äußerte im Anschluss an die Partie, Younes habe „in beide Richtungen gut gearbeitet, er war eine Belebung für das Spiel. Wir können noch viel von ihm erwarten.“ Die Bayern haben mit Eric Maxim Choupo-Moting, Douglas Costa, Bouna Sarr und Marc Roca kurz vor Transferschluss gleich vier Mal zugeschlagen. Im Nachholspiel des DFB-Pokals beim 1. FC Düren standen sie allesamt in der Startelf, in der Bundesliga kamen zuletzt Choupo-Moting und Costa zum Einsatz. Außerdem kommt es am Samstag zum direkten Duell der österreichischen Nationalspieler David Alaba auf der einen sowie Stefan Ilsanker und Martin Hinteregger auf der anderen Seite. Letzterer traf in der vergangenen Saison drei Mal gegen die Bayern und ist damit der Toptorschütze der Eintracht gegen den Rekordmeister.

 

Feuer frei

Neben den Defensivspezialisten treffen zudem zwei formstarke Stürmer aufeinander. André Silva erzielte seit dem Restart im Mai elf Bundesligatore, genau wie Hoffenheims Andrej Kramaric. Einzig Robert Lewandowski kann diese Ausbeute mit 16 Treffern überbieten. Europas Fußballer des Jahres wirkte zu Beginn der Saison in gewohnter Manier als offensiver Fixpunkt des FCB. Beim wechselhaften 4:3-Heimsieg gegen Hertha BSC am dritten Spieltag sorgte der Stürmer mit einem Viererpack fast im Alleingang für den Dreier. Auch in der vergangenen Woche war Lewandowski mit zwei Treffern ein wichtiger Faktor für den Auswärtssieg in Bielefeld. Auf der Gegenseite ist auch André Silva in Torlaune und knüpft frühzeitig an seine Quote vom Ende der Vorsaison an. Vor allem auswärts ist der Portugiese treffsicher. Sowohl in Berlin als auch in Köln netzte der Adlerträger – jeweils per Elfmeter. Mit Thomas Müller und Bas Dost wissen sowohl Lewandowski als auch Silva zwei schlitzohrige Scorer neben sich.

Generell verspricht das Duell der DFB-Pokalsieger der vergangenen drei Spielzeiten einige (Ein-)Schüsse. Einzig im November 2007 endete eine Partie zwischen dem FC Bayern und der Eintracht in München torlos. In der vergangenen Spielzeit fielen in den beiden Begegnungen zwischen dem FCB und den Adlern 13 Tore. Die Eintracht erzielte dabei sieben Treffer, so viele schoss zuletzt der VfL Wolfsburg 2008/09 gegen die Münchner. Qua Spielanlage spricht viel für eine Fortsetzung. Die Bayern sind nach vier Runden die schussfreudigste Mannschaft der Liga, dahinter kommt nach Leipzig (66) schon die Eintracht mit 61 Versuchen. Zudem fielen in den bisherigen vier Saisonspielen des Rekordmeisters 25 Tore, im Schnitt also mehr als sechs pro Partie. Nach der 1:4-Niederlage bei der TSG Hoffenheim und dem knappen Erfolg gegen Hertha BSC zeigte sich der Rekordmeister in Bielefeld auch defensiv wieder aufmerksamer. Dessen war sich auch Stefan Ilsanker nach dem 1:1 in Köln bewusst: „Die Partie in München wird nicht leicht, wir haben das Spiel der Bayern im Bus gesehen. Aber du kannst immer gewinnen und positiv überraschen.“ Um dieses – mit Blick auf den ersten Sieg im Münchner Norden – gewissermaßen Jahrtausendprojekt zu verwirklichen, bittet Cheftrainer Adi Hütter ab Mittwoch täglich zu je einer Trainingseinheit am Vormittag.

 

Zum Spiel

Anstoß: Samstag, 24. Oktober, 15.30 Uhr, 5. Spieltag, Bundesliga 2020/21.
Stadion: Allianz Arena, München
Hörtipp: EintrachtFM überträgt ab 15.20 Uhr live.
TV-Hinweis: Sky Sport Bundesliga 2 sendet live.

Die Pressekonferenz vor dem Spiel – präsentiert von Krombacher

Die letzten Informationen vor dem Bundesligaspiel erhaltet ihr auf der Pressekonferenz am Freitag mit Cheftrainer Adi Hütter. Live zu sehen auf EintrachtTVYouTube und Facebook – präsentiert von Krombacher.

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