11.01.2021
DFB-Pokal

Einseitiger Wiederholungsbedarf

In der vergangenen Saison unterlag Bayer 04 Leverkusen im DFB-Pokalfinale. So weit soll aus Frankfurter Sicht diesmal gar nicht erst kommen.

Situation: Schwungvoller Tanz auf drei Hochzeiten

Bayer 04 startete mit einer 1:2-Niederlage gegen die Eintracht und einem 1:1 gegen Werder Bremen in das Fußballjahr 2021. Nach zwölf ungeschlagenen Ligapartien zu Saisonbeginn wartet die Werkself nun seit drei Partien auf einen Sieg in der Bundesliga, nachdem der Jahresabschluss mit 1:2 gegen den FC Bayern München verloren ging. In den Pokalwettbewerben läuft es für die Leverkusener bisher aber optimal. Die Gruppenphase der UEFA Europa League beendete die Mannschaft von Cheftrainer Peter Bosz souverän als Sieger, in der Zwischenrunde trifft Bayer im Februar auf den BSC Young Boys.

 

Gegen Norderstedt führte die Werkself nach einer halben Stunde 6:0.

In der Ersten Hauptrunde des DFB-Pokals stellte der Regionalligist Eintracht Norderstedt keine Hürde dar, Leverkusen siegte souverän 7:0. In der vergangenen Saison erreichte die Werkself das Endspiel des wichtigsten nationalen Pokalwettbewerbs und scheiterte erst mit 2:4 an Titelverteidiger Bayern München. Noch sind die Rheinländer in allen drei nationalen und internationalen Wettbewerben vertreten.

Trainer: Die große Sehnsucht

Peter Bosz verbrachte als ehemaliger Mittelfeldspieler den Großteil seiner aktiven Profilaufbahn in den Niederlanden, bevor er seine Fußballschuhe zum Jahresbeginn 2000 in der japanischen J.League an den Nagel hängte. Ein halbes Jahr später übernahm Bosz den Trainerposten bei seinem Jugendverein AGOVV Apeldoorn. Über diverse Stationen in seinem Heimatland heuerte der 57-Jährige im Sommer 2016 bei Ajax Amsterdam an und erreichte in der ersten Saison mit seiner Mannschaft die Vizemeisterschaft sowie das Finale der UEFA Europa League. Sein Team, zu dem derzeit auch der heutige Adlerträger Amin Younes gehörte, unterlag Manchester United im Endspiel 0:2.

Vier Endspiele in den vergangen fünf Jahren: Peter Bosz.

Nach einem Jahr in Amsterdam trat Bosz zur Saison 2017/18 die Stelle als Cheftrainer von Bundesligist Borussia Dortmund an. Auch dort sollten Bosz Pokaltitel verwehrt bleiben. Im Supercup 2017 verlor er bei seinem Trainerdebüt in Deutschland nach Elfmeterschießen ebenso den Münchner Bayern wie mit Leverkusen im DFB-Pokalfinale 2020 (2:4). Entsprechend groß dürfte auch die persönliche Sehnsucht nach Silberware sein.

Taktiktafel: Konstantes System, variable Personalien

Bosz setzt in dieser Saison vorrangig auf ein 4-3-3-System. In Kombination mit der Vielzahl an Spielen, die Bayer 2020 absolviert hat, rotiert der Leverkusener Übungsleiter gerne. Die Viererkette bildeten am vergangenen Spieltag Daley Sinkgraven, Edmond Tapsoba, Jonathan Tah und Aleksandar Dragovic. Alternativ stehen Wendell, Tin Jedvaj und der wiedergenesene Lars Bender bereit. Im Mittelfeld kamen am vergangenen Wochenende Julian Baumgartlinger, Nadiem Amiri und Kerem Demirbay zum Einsatz. Letztgenannter hatte Bayers Youngster Florian Wirtz vertreten, der als Vorsichtsmaßnahme nach zuletzt vielen Spielen nicht im Kader war. Trainer Bosz erklärte: „Er hat eine Überbelastung gespürt. Er ist nicht verletzt, aber wir wollen nicht, dass er sich verletzt.“ Im Sturm vertraute der Trainer in den vergangenen Wochen auf Moussa Diaby, Leon Bailey und Sommerneuzugang Patrik Schick. Als offensive Alternative steht Lucas Alario bereit. Beim 7:0-Erfolg in der ersten Runde des DFB-Pokals hatten sich mit Lars Bender, zwei Mal Amiri, Alario, Wirtz, Charles Aranguiz und Schick gleich sechs verschiedene Spieler in die Torschützenliste eingetragen. Kapitän Aranguiz fehlt weiterhin aufgrund von Achillessehnenproblemen.

Spieler im Fokus: Lukas Hradecky

Er weiß, wie’s geht: 2017 wie 2018 stand Lukas Hradecky für die Eintracht im Finale zwischen den Pfosten und feierte als Adlerträger im zweiten Anlauf den großen Triumph in Berlin. Der finnische Nationaltorhüter begann seine Fußballlaufbahn in seinem Heimatland, ehe es ihn im Januar 2009 zum Esbjerg fB nach Dänemark zog, mit dem er 2013 den dänischen Pokal gewann. Nach viereinhalb Jahren zog es Hradecky zum Bröndby IF, zwei Jahre später konnte die Eintracht den 1,92 Meter großen Torwart verpflichten. Für die Hessen kam der 31-Jährige in 116 Pflichtspielen zum Einsatz und wahrte in 33 Partien die weiße Weste.

Auch in der ersten Runde hielt der Finne seinen Kasten sauber.

Seit 2018 steht Hradecky nun in Leverkusen unter Vertrag, konnte den FC Bayern mit seinem neuen Team im Vorjahr allerdings nicht noch einmal im Endspiel besiegen. Der Finne überzeugt stets mit Leistung, war in der vergangenen Saison laut des Fachmagazins kicker mit einer Durchschnittsnote von 2,75 der beste Keeper der Bundesliga und kassierte in der laufenden Saison unter allen Keepern, die in mehr als 30 Prozent aller Begegnungen zum Einsatz kamen, die drittwenigsten Gegentreffer (15). In der aktuellen Spielzeit hielt Hradecky in fünf von 15 Ligaspielen die Null – ein Wert, den nur Leipzigs Péter Gulácsi (sieben) überbietet.

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