09.01.2021
Bundesliga

„Kein einfaches Spiel“

Trainer und Spieler benennen die Hürden in Mainz und erklären, wie sie diese überwanden. Alle bekräftigen ihre Ambitionen, aber auch, diese in kleinen Schritten verfolgen zu wollen.

Cheftrainer Adi Hütter: Ich bin sehr glücklich über den Sieg, wenn man weiß, dass wir hier seit 34 Jahren nicht gewonnen haben. Es war kein einfaches Spiel. Wir haben offensiv nicht geglänzt, aber Ball und Gegner gut laufen lassen. Mainz hatte in der ersten Halbzeit keine ernsthafte Torchance. Die Partie wurde durch die Elfmeter entschieden. Alle Entscheidungen waren richtig, ich bin ein Fan des Videoschiedsrichters. Ich verstehe aber die Mainzer Aufregung bei den zwei Situationen, in denen sie keinen Elfmeter bekommen. Zwischen der 46. und 60. Minute hat Mainz Druck gemacht. Wenn das 1:1 fällt, wäre es nochmal sehr spannend geworden. Auch nach unserem 2:0 war die Partie noch nicht entschieden. Mainz hat viele große Spieler gebracht und lange Bälle gespielt. Am Ende hat die spielerisch bessere Mannschaft gewonnen. André Silva ist Alleinunterhalter vorne, aber er macht das richtig gut. Gegen Leverkusen ist er nicht belohnt worden, heute schon. Seine Souveränität bei Elfmetern erinnert mich an Robert Lewandowski, der auch immer eiskalt verwandelt. Wir hatten bei vielen Remis in der jüngeren Vergangenheit nicht das Glück auf unserer Seite. Aber wir sind ruhig geblieben, hatten immer Vertrauen in unsere Stärke, der wichtigste Sieg war natürlich in Augsburg. Wir sind für die nächsten Spiele zuversichtlich. Viele Mannschaften werden um die internationalen Plätze kämpfen – wir sind dabei. Die Ziele können und dürfen hoch sein, aber es ist noch ein langer Weg. Am Dienstag ist Leverkusen der Favorit. Aber wir haben alle Möglichkeiten und werden alles versuchen, weiterzukommen. Aber in einem Spiel haben wir alle Möglichkeiten und werden alles versuchen, weiterzukommen.

Martin Hinteregger: Schon beim Aufwärmen war uns bewusst, dass es in Mainz schwer werden würde, weil es schwierig ist, auf dem Platz zu spielen. Trotzdem haben wir es den Umständen entsprechend gut gemacht und den Gegner weit von unserem Tor weggehalten. Endlich haben wir hier gewonnen, jetzt haben wir das auch hinter uns (lacht). Über eine gesamte Saison betrachtet gibt es immer Phasen, in denen man mehr und weniger Glück hat. Mal fallen dir die Bälle vor die Füße, mal dem Gegner. So etwas gleicht sich immer aus. Bis zur 50. Minute hatten wir alles unter Kontrolle, dann hatten wir auch einen guten Torhüter. Vielleicht haben wir davor auch so gut gearbeitet, dass der gegnerische Stürmer weiß, dass das seine einzige Chance ist und er sie verwerten muss. Ein Spieler wie Amin Younes, der die Situationen auf ganz engen Räumen lösen kann und kluge Pässe wie vor dem 1:0 auf André spielt, ist uns vorher schon etwas abgegangen. In diesem System macht das richtig Spaß mit ihm. Das tut uns gut und ist wertvoll für uns.

Djibril Sow: Es war nicht einfach, auch weil die Platzverhältnisse schwierig waren. Phasenweise haben wir es nicht schlecht gemacht und das Spiel kontrolliert. Anfang der zweiten Halbzeit haben wir viele zweite Bälle nicht gewonnen, da haben wir uns das Leben selber schwergemacht. Aber wir sind drangeblieben, die Einstellung hat gestimmt. Insgesamt haben wir heute etwas Glück gehabt, aber es war wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Es tut uns gut, wenn wir von Spiel zu Spiel denken und nicht zu weit nach vorne schauen. Jetzt legen wir den Fokus erstmal voll auf das DFB-Pokalspiel am Dienstag.

Es war sehr schwierig, den Ball zu verarbeiten. Dennoch haben wir uns den Sieg verdient, Glückwunsch an das ganze Team!

André Silva

Erik Durm: Wir wussten, dass Mainz alles reinschmeißen wird und uns ein intensives, kampfbetontes Spiel erwartet. Wir haben es speziell in der ersten Halbzeit gut gemacht, kaum etwas zugelassen und ein paar gute Ballgewinne gehabt. Auch in der zweiten Halbzeit hatten wir unsere Möglichkeiten, die wir besser hätten ausspielen müssen, so wie ich, als ich auf Seppl rausspielen wollte. Natürlich hat Mainz versucht, über Standards am Sechzehner zurückzukommen, was wir aber alles gut wegverteidigt haben. Deswegen haben wir verdient gewonnen.

André Silva: Wir wollten mehr Kontrolle über das Spiel haben, aber der Platz war nicht sehr gut. Es war sehr schwierig, den Ball zu verarbeiten. Dennoch haben wir uns den Sieg verdient, Glückwunsch an das ganze Team!

Amin Younes: Ich habe vorher gesagt, dass ich mich richtig auf die Aufgabe in Mainz freue, gerade weil die Bilanz hier nicht so gut war. Wir haben uns als Mannschaft viel vorgenommen und sehr konzentriert agiert. In manchen Momenten Probleme zu bekommen, ist völlig normal. Die Bundesliga ist sehr ausgeglichen, auch Mainz hat eine tolle Mannschaft. Kompliment an die Mannschaft, dass wir nach dem Sieg gegen Leverkusen bescheiden geblieben und wieder fokussiert aufgetreten sind. Man sieht, dass wir immer selbstbewusster werden, das hat sich bereits gegen Gladbach gezeigt. Daran haben wir angeknüpft und insgesamt ein gutes Auswärtsspiel gemacht. Auf die Tabelle schaue ich nicht, sondern bin der Meinung, wir sollten einfach so weitermachen. Wenn uns das gelingt, sind wir sehr schwer zu bespielen. Spätestens jetzt nimmt uns jeder sehr ernst. Wir können die nächsten Spiele mit breiter Brust angehen.

Herzliche Begrüßung vor dem Spiel: Bo Svensson und Adi Hütter.

Bo Svensson (Trainer 1. FSV Mainz 05): In der ersten Halbzeit war die Eintracht besser. Es gab nicht viele klare Torchancen, aber die Frankfurter Führung war verdient. Nach der Pause haben wir Druck gemacht und ins Spiel zurückgefunden, uns aber in unserer besten Phase nicht belohnt. Wenn wir das 1:1 machen, ist der Spielausgang sehr offen. Nach dem 0:2 haben wir nicht aufgegeben. Es ist dann aber schwer, gegen eine erfahrene Mannschaft zurückzukommen. Wir haben alles versucht, das ist positiv. Die zweite Halbzeit macht uns Mut für die nächsten Spiele. Es ist hart, dass zwei Elfmeter zurückgenommen werden. Aber ich ärgere mich mehr über die zwei vergebenen Großchancen, die wir nicht genutzt haben.

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