04.02.2021
Bundesliga

Trügerische Ausgeglichenheit

Die Bilanz zwischen Hoffenheim und Frankfurt kennt keinen Vorteil. Auf den zweiten Blick aber hat die Eintracht die vergangenen fünf Vergleiche für sich entschieden. Der Faktencheck.

Wetter

Am Sonntagnachmittag werden in Sinsheim Regenschauer bei Temperaturen um die sieben Grad erwartet.

Stadion

Die Kraichgauer tragen ihre Heimspiele seit Januar 2019 in der PreZero Arena aus, die nach dem gleichnamigen Entsorgungs- und Umweltdienstleister benannt ist. Zuvor trug das Stadion seit der Fertigstellung im Januar 2009 zehn Jahre lang die Bezeichnung Rhein-Neckar-Arena. Die Spielstätte fasst normalerweise 30.150 Zuschauer und zählt damit zu den kleinsten Stadien im deutschen Oberhaus.

Entfernung zwischen den Stadien

Den Deutsche Bank Park und die PreZero Arena trennen nur knapp 95 Kilometer Luftlinie.

Die Hoffenheimer Heimspielstätte fasst normalerweise 30.150 Zuschauer.

Maskottchen

Der ehemalige Torhüter der TSG Christian Baumgärtner setzte zu einem Spiel der Kraichgauer einmal einen kleinen Plüsch-Elch als Glücksbringer auf die Bank. Daraus entstand Maskottchen Hoffi, der die Mannschaft seit Juli 2004 bei allen Heimspielen als „e(l)chter Badener“ anfeuert. Der 2,10 Meter große und 100 Kilogramm schwere Elch zählt zu den größten Fans der TSG und hat den rasanten Aufstieg des früheren Dorfvereins aus Baden-Württemberg hautnah mitverfolgt.

Vereinshymne

„Wir sind Hoffe“ tönt es seit 2009 aus der Fankurve der Rhein-Neckar-Helden. Auch das altbekannte Badnerlied, welches ebenso beim Karlsruher SC und dem SC Freiburg zu hören ist, wird häufig angestimmt.

Sperren

Alle Akteure sind spielberechtigt. Makoto Hasebe, Evan Ndicka und Djibril Sow gehen vorbelastet in die Partie. Aufseiten der TSG wären Dennis Geiger und Kevin Vogt bei der nächsten Gelben Karte gesperrt.

Verletzungen

Erik Durm trainiert nach Knieproblemen wieder mit dem Team und könnte früher zurückkehren als erwartet.

Die Gastgeber plagen vor allem in der Defensive Verletzungssorgen: Mit Ermin Bicakcic (leichtes Lauftraining nach Kreuzbandriss), Kevin Akpoguma (Sehnenverletzung Oberschenkel), Benjamin Hübner (Kapselbandverletzung Sprunggelenk), Havard Nordtveit (Fußprobleme), Ryan Sessegnon (muskuläre Probleme Oberschenkel) und Konstantinos Stafylidis (Schulterluxation) steht ein Sextett voraussichtlich nicht zur Verfügung. Ein Einsatz von Dennis Geiger, der nach hartnäckigen Oberschenkelproblemen wieder auf dem Trainingsplatz steht, bleibt offen.

Schiedsrichter

Daniel Siebert leitete bisher 16 Begegnungen mit Beteiligung der Eintracht. Unter den neun Siegen finden sich unter anderem drei gegen die TSG Hoffenheim. Dem 36-jährigen Sportwissenschaftler aus Berlin assistieren die Linienrichter Lasse Koslowski und Jan Seidel. Vierter Offizieller ist Christian Dietz. Als Video Assistant Referee fungiert Patrick Ittrich, unterstützt von Markus Sinn.

Wiedersehen

Steven Zuber trifft wie in der Hinrunde auf einige Ex-Kollegen.

Mijat Gacinovic und Steven Zuber treffen auf ihre ehemaligen Teamkollegen. Während der Serbe im Sommer in den Kraichgau wechselte, schloss sich der Schweizer der Eintracht an.

Spielt die SGE gegen die TSG, trifft normalerweise auch Sportdirektor Bruno Hübner auf seinen Sohn Benjamin, der in Sinsheim unter Vertrag steht. Der Innenverteidiger wird am Sonntag allerdings verletzungsbedingt nicht mitwirken können. „Leider ist Benjamin angeschlagen, aber das ist aus unserer Sicht ganz gut, weil er schon gegen uns getroffen hat“, so der Eintracht-Sportdirektor mit einem Lächeln.

Im Hinspiel nach einer Stunde für David Abraham eingewechselt: Lucas Silva Melo.

In der Hinrunde feierte Tuta gegen die TSG Hoffenheim sein Bundesligadebüt.

Serien

Unter Trainer Adi Hütter hat die Eintracht alle fünf Bundesligaspiele gegen Hoffenheim gewonnen, gegen kein anderes Team ging Hütter in der Bundesliga so oft als Sieger vom Platz. Letztmals konnte die TSG gegen die Eintracht im April 2017 einen 1:0-Heimerfolg feiern.

Die Kraichgauer verloren nur gegen Bayer 04 Leverkusen einst ebenfalls mindestens fünf Bundesligapartien in Folge (sechs). Diesen Vereinsnegativrekord könnten die Hoffenheimer nun einstellen.

Die Adler sind seit acht Spielen im Oberhaus unbesiegt (sechs Siege, zwei Remis) und damit länger als jedes andere Team. Mehr unbesiegte Bundesligapartien in Folge konnte die Eintracht seit Einführung der Drei-Punkte-Regel nur im Frühjahr 2019 feiern (elf Spiele).

Historische Duellbilanz

Mit dem 2:1-Heimsieg am dritten Spieltag konnte Frankfurt die Gesamtbilanz egalisieren.

Ausgeglichener kann eine Bilanz nicht sein: Von 23 Begegnungen entschieden beide Mannschaften jeweils acht für sich, die übrigen sieben Partien endeten remis. Auch das Torverhältnis von 28:28 ist exakt ausgeglichen.

Toptorjäger gegen den gegnerischen Verein

Filip Kostic erzielte in zehn Duellen mit den Kraichgauern vier Tore und bereitete vier weitere Treffer vor.

Mit Florian Grillitsch, Havard Nordtveit, Andrej Kramaric, Benjamin Hübner, Ishak Belfodil und Konstantinos Stafylidis trafen sechs Hoffenheimer Profis je ein Mal gegen die SGE.

Duell der Torjäger

André Silva erzielte im Jahr 2021 bereits sieben Bundesligatore, so viele wie sonst nur Robert Lewandowski. Zudem netzte der Portugiese an den ersten 19 Spieltagen 16 Mal, was zuvor keinem anderen Adlerträger gelungen war.

Hoffenheims Andrej Kramaric traf zuletzt in drei Bundesligaspielen in Folge, wie zuletzt zu Saisonbeginn, damals waren es vier. Mit 13 Saisontoren hat er bereits jetzt seine Marke von zwölf Treffern aus der Vorsaison überboten.

Zudem gaben Silva und Kramaric bislang nach Robert Lewandowski die zweit- beziehungsweise drittmeisten Torschüsse ab. Auch nach Strafstößen sind beide Stürmer stark: Der Portugiese verwandelte sechs von sechs Elfmetern, der Kroate traf bei fünf Versuchen fünf Mal vom Punkt.

Kuriose Fakten

2021 holten die Hessen in der Liga bereits 16 Punkte – Ligahöchstwert. Die 33 Punkte nach 19 Partien überbot die SGE seit Einführung der Drei-Punkte-Wertung nur in der Saison 2016/17 (35).

Die Eintracht traf zuletzt in acht Bundesligaspielen in Folge mindestens doppelt (wie zuletzt 1999). Eine längere Serie mit mindestens zwei Toren pro Partie verzeichneten die Hessen einzig 1977 (elf).

Standardstärken auf beiden Seiten: In der aktuellen Saison erzielte die SGE 14 ihrer 38 Treffer nach einem ruhenden Ball – ein Wert, den nur Borussia Mönchengladbach (16) überbieten kann. Auch die TSG erzielte vier ihrer jüngsten fünf Tore nach einem Standard.

Die Eintracht verwandelte in dieser Saison alle sieben Elfmeter, wie sonst nur Mönchengladbach.

Hier läuft die Bundesliga

Sky Sport Bundesliga 1 HD überträgt die Partie am Sonntagnachmittag live und exklusiv. Wie gewohnt wird das Duell zwischen der TSG und der SGE zudem auch auf EintrachtFM zu hören sein.