23.01.2021
Bundesliga

Gekommen, um zu bleiben

Nachdem Arminia Bielefeld mehrere Wochen in eher unruhigen Fahrwassern wankte, hat sich der Rekordaufsteiger im neuen Jahr freigeschwommen – auch dank kleiner, aber entscheidender Anpassungen.

Situation: Im Soll

Arminia Bielefeld startete mit einem 1:1 bei Eintracht Frankfurt und einem 1:0-Heimsieg gegen den 1. FC Köln zunächst achtenswert in die Saison. Anschließend folgten sieben Niederlagen in Serie, ehe der DSC am zehnten Spieltag mit einem 2:1-Erfolg gegen Mainz 05 erstmals wieder dreifach punktete. Nach zwei Niederlagen gegen den SC Freiburg (0:2) und den FC Augsburg (0:1) konnte der Aufsteiger das so wichtige Duell mit dem direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt Schalke 04 mit 1:0 für sich entscheiden. Zum Jahresauftakt 2021 verlor die Arminia mit 0:1 gegen Borussia Mönchengladbach – aus den jüngsten drei Ligapartien holte die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus dann sieben Punkte. Dem 1:0-Heimsieg gegen Hertha BSC folgte ein 0:0 bei der TSG Hoffenheim. Am Mittwochabend besiegte Bielefeld den VfB Stuttgart, der vor der Partie die auswärtsstärkste Mannschaft der Liga war, furios mit 3:0. Es war das erste Spiel in dieser Saison, in dem die Arminia dreifach traf.

DSC Arminia Bielefeld 2020/21
Kompakt5 Siege, 2 Unentschieden, 10 Niederlagen, 13:24 Tore, 17 Punkte, Tabellenplatz 15
FormkurveS-N-S-U-S
TorschützenDoan (3), Klos (3), Edmundsson (1), Prietl (1), Schipplock (1), Soukou (1), Yabo (1)

Zuvor hatte der DSC überhaupt nur beim 2:1-Sieg gegen Mainz mehr als ein Tor erzielt. Mit 17 Punkten nach 17 Partien steht die Arminia aktuell auf dem 15. Tabellenplatz „Wenn die Saison jetzt zu Ende wäre, hätten wir unser Ziel erreicht. Wir haben die Spielweise ein bisschen verändert und dadurch zumindest in den letzten fünf Spielen gut gepunktet. Von daher sind wir im Moment zufrieden, aber ich glaube, dass wir in der Rückrunde vielleicht den einen oder anderen Punkt mehr holen müssen“, äußerte der Chefcoach auf der Pressekonferenz vor dem Rückrundenauftakt gegen die Eintracht.

Trainer: Aufstiegserfahren

Die längste Zeit seiner aktiven Profilaufbahn verbrachte Uwe Neuhaus bei der SG Wattenscheid 09, für die er zwischen 1991 und 1994 in 102 Bundesligapartien auf dem Platz stand. Nachdem der 61-Jährige seine Fußballschuhe im Juli 1995 an den Nagel gehängt hatte, startete er seine Trainerkarriere bei der zweiten Mannschaft von Wattenscheid. Auf einige Monate an der Seitenlinie der SG folgte ein Jahr beim VfB Hüls, zwischen 19998 und 2004 war Neuhaus als Co-Trainer von Borussia Dortmund im Einsatz. Anschließend coachte er die U23 der Schwarz-Gelben, ehe es den Fußballlehrer im April 2005 zu Rot-Weiss Essen lockte.

Langer Weg ins Oberhaus: Uwe Neuhaus.

Nach einer siebenjährigen Amtszeit bei Union Berlin und weiteren drei Spielzeiten bei Dynamo Dresden übernahm der gebürtige Hattinger im Dezember 2018 die Arminia und führte sie noch vom 14. auf den siebten Rang. In der anschließenden Saison gelang Neuhaus mit den Bielefeldern bekanntlich als Meister die Rückkehr ins deutsche Oberhaus, nachdem seine Mannschaft seit dem 15. Spieltag durchgehend an der Tabellenspitze gelegen hatte. Ein weiterer Aufstieg in Neuhaus’ Vita – zuvor war er bereits mit Essen (2006), Union Berlin (2009) und Dynamo Dresden (2016) in die Zweite Bundesliga aufgestiegen.

Taktik: Mutiger Minimalismus

Unumstritten: Torwart Stefan Ortega.

Zu Beginn der Saison ließ Neuhaus seine Mannschaft noch im offensiven 4-3-3-Aufstiegssystem auflaufen, nach taktischen Umstellungen agierte die Arminia zuletzt in einem 4-4-2. In der Defensivreihe sind Jacob Laursen, Joakim Nilsson, Amos Pieper und Cedric Brunner gesetzt. Auf der Doppelsechs spielten in den vergangenen Wochen Fabian Kunze und Marcel Hartel – möglich, dass der nach muskulären Problemen wiedergenesene Manuel Prietl im Zentrum in die Startformation rückt. Die offensiven Außenbahnen besetzen in der Regel Reinhold Yabo und Ritsu Doan, im Sturm vertraut Coach Neuhaus auf Kapitän Fabian Klos und Sergio Córdova.

Als Alternativen für die Angriffsreihe stehen Cebio Soukou, Christian Gebauer und Sven Schipplock bereit. In der zurückliegenden Aufstiegssaison stellte der DSC mit 30 Gegentoren die beste Defensive der Zweiten Liga. Auch in der aktuellen Spielzeit kann die Arminia auf ihre Abwehr vertrauen. Bislang kassierte Bielefeld 24 Gegentreffern und damit weniger als alle anderen Teams aus der unteren Tabellenhälfte. Allerdings erzielten die Blau-Weißen in der vergangenen Saison auch die meisten Tore (65) – 13 Treffern nach 17 Spielen bedeuten aktuell die ligaweit wenigsten.

Spieler im Fokus: Ritsu Doan

Oft nur mit unfairen Mitteln zu stoppen: Ritsu Doan.

Bei sechs der 13 Arminia-Treffer hatte er seine Füße im Spiel: Ritsu Doan bereichert das Bielefelder Offensivspiel auf der rechten Außenbahn seit September 2020. Der quirlige Japaner wechselte 2017 leihweise von seinem Heimatklub Gamba Osaka zum FC Groningen, ehe ihn die Niederländer im Anschluss an die Saison fest verpflichteten. Ein weiteres Jahr später zog es ihn zur PSV Eindhoven, die ihn zu Beginn der aktuellen Spielzeit an Arminia Bielefeld verlieh.

In Ostwestfalen schlug der 22-Jährige sofort ein und stand in allen 17 Ligapartien in der Startelf. Zu den Stärken des 1,72 Meter großen Kreativakteurs zählt vor allem seine Schnelligkeit – kein Wunder also, dass der Japaner ligaweit am dritthäufigsten gefoult wird. Zudem ist er mit 180,31 zurückgelegten Kilometern nach Marcel Hartel (204,95) der laufstärkste Spieler der Bielefelder. Mit seinen sechs Torbeteiligungen ist Doan der Topscorer des DSC, zuletzt glänzte er beim 3:0-Erfolg gegen Stuttgart mit einem Treffer und einer Vorlage.

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