16.02.2021
Bundesliga

Plötzlich Topspiel

Bühne frei für das Duell der punktbesten Bundesligisten 2021! Mit der Eintracht und dem FC Bayern stehen sich zugleich zwei Offensivmaschinen gegenüber.

Wer hätte das vor Jahresfrist gedacht: Seit die Eintracht Mitte Dezember mit dem 2:0-Sieg beim FC Augsburg eine Durststrecke von neun sieglosen Spielen am Stück beenden konnte, haben sich die Frankfurter Fußballer innerhalb von zwei Monaten von Platz zehn bis auf Rang drei geschoben. Nach dem 2:0-Erfolg gegen den 1. FC Köln blicken die Hessen zudem auf den vierten Sieg seit Rückrundenbeginn und damit einen neuen Vereinsrekord sowie den achten Dreier aus den jüngsten neun Partien zurück. Mit 39 Zählern nach 21 Partien stehen die Hessen gar so gut da wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. „Die Punktzahl insgesamt sagt genau das aus, wie wir spielen. Wir haben keinen Sieg geklaut, uns alles hart erarbeitet“, betonte Cheftrainer Adi Hütter nach der Geduldsprobe gegen Köln.

Gesicht des anhaltenden Aufwärtstrends: Amin Younes.

2021 ist bislang das Jahr der Eintracht: Als einziges Team im deutschen Oberhaus sind die Adler ungeschlagen, haben 22 von 24 möglichen Punkten geholt und sowohl in der Defensive als auch in der Offensive extrem an Konsequenz wie Konstanz gewonnen. In den acht Spielen im neuen Jahr hat die Eintracht 22 Tore geschossen, womit die Mannschaft von Chefcoach Hütter häufiger getroffen hat als in den 13 Partien zuvor. Sieben Gegentore sind zudem deutlich weniger als die 22 aus den Hinrundenspielen 2020, in den jüngsten vier siegreichen Partien kassierte die Eintracht nie mehr als ein Gegentor. „Selbstbewusstsein macht im Teamsport viel aus und davon haben wir im Moment einiges. Wir haben einen super Lauf und möchten weiter so erfolgreich spielen. Wir wissen, dass zu dem Erfolg auch gute Trainingseinheiten gehören und arbeiten unter der Woche hart, um am Wochenende die Früchte zu ernten“, resümierte Erik Durm nach dem Sieg am vergangenen Sonntag, wohlwissend, dass die Trauben am Samstag im Deutsche Bank Park gegen den FC Bayern naturgemäß höher hängen.

Beschlossener Angriffspakt

Auf der anderen Seite hat die beeindruckende Serie zur Folge, dass die Eintracht den Tabellenführer auf einmal zum Topspiel des 22. Spieltags empfängt. Vergleiche zum Vorjahr hinken daher, auch wenn die Adler vor dem Vergleich in der Hinrunde ebenfalls noch ungeschlagen waren, ehe sie in München 0:5 unterlagen. Im spätwinterlichen Februar längst Schnee von vorgestern. Denn mit den jüngsten Leistungen im Rücken und dem gesammelten Selbstvertrauen muss und möchte sich in Frankfurt niemand vor dem Rekordmeister verstecken. „Wir wissen, dass wir aktuell jeden Gegner schlagen können, wenn wir weiterhin so auftreten. Man hat in der Vergangenheit gesehen, dass man auch gegen Bayern punkten kann. Es gibt viele Mannschaften, die den Münchnern das Leben schwer gemacht haben. In der Form, in der wir gerade sind, und mit dem Selbstvertrauen, das wir aktuell haben, können und möchten wir auch gegen Bayern gewinnen. Wir haben die Qualität dazu“, ist sich Kevin Trapp sicher.

Ihren Gegner werden beide Seiten kaum unterschätzen. So verweist auch Hütter darauf, dass mit dem FC Bayern die „beste Mannschaft der Welt“ nach Frankfurt reist. Offiziell belegt am vergangenen Donnerstag, als der Sextuple-Champion das Finale der FIFA-Klub-Weltmeisterschaft gegen UANL Tigres um den Ex-Frankfurter Carlos Salcedo mit 1:0 für sich entschied. Zumal am Samstag die beiden stärksten Offensiven der Liga aufeinandertreffen. Der FCB erzielte bereits 61 Tore, die Eintracht traf 43 Mal. Im Fokus steht dabei zwangsläufig das Torjägerduell zwischen André Silva und Robert Lewandowski. Der Portugiese netzte im Kalenderjahr 2021 neun Mal und damit bereits so oft wie in den 13 Partien vor dem Jahreswechsel sowie häufiger als jeder andere Ligaakteur. Lewandowski hingegen erzielte bereits 25 Saisontore, so viele wie noch nie ein Bundesligakicker zuvor nach 21 Spieltagen. Hinzu kommt: Die Bayern blieben in dieser Saison noch nicht ohne eigenen Treffer, die Eintracht traf lediglich im Hinrundenspiel gegen den Titelverteidiger nicht – Tore sind also nahezu garantiert. Notiz am Rande: Silva und Lewandowski begegneten sich bisher in fünf Duellen, darunter ein Mal im Länderspiel zwischen Portugal und Polen. Die Bilanz: Der Adlerträger entschied zwei Partien für sich, der Weltfußballer gewann drei Mal. Mit einem Eintracht-Sieg könnte Silva am Samstag folglich gleichziehen.

Die Sache mit den Boni

Zurückstecken muss wiederum ein Fixpunkt der vergangenen Monate: Djibril Sow wird gelbgesperrt zuschauen müssen, was Hütter zu einem Wechsel im Mittelfeld zwingt. Unter anderem könnte Sebastian Rode den Schweizer gegen seinen Ex-Klub positionsgetreu ersetzen, was aber nur eine von mehreren Möglichkeiten darstellt. Auch taktischer Natur, selbst wenn sich das 3-4-2-1 zuletzt mehr als bezahlt gemacht hat. Und das mittlerweile unabhängig vom Leistungsstand des jeweiligen Kontrahenten. Haben sich die Hessen in der Vergangenheit manches Mal mit tiefstehenden Teams schwergetan, punkten sie derzeit bemerkenswert regelmäßig gegen Widersacher jeglicher Sorte. 31 von 39 Punkten aus den Begegnungen mit Teams aus der unteren Tabellenhälfte wertet Hütter als „eine überragende Statistik, auch wenn es egal ist, gegen wen man die Punkte holt.“

Eine Aussage mit großem Gehalt, denn Frankfurt verlor in dieser Saison einzig in München und Wolfsburg, im eigenen Stadion ist die SGE hingegen ungeschlagen. Neben der Besinnung auf die eigenen Stärken sind sich alle Beteiligten in Frankfurt der Dominanz der Gäste von der Isar bewusst. „Wir haben uns von den hinteren Plätzen ein wenig distanziert und sind in einer Situation, in der die Partie gegen die Bayern eine Art Bonusspiel ist. Wir können frei aufspielen und ihnen hoffentlich Paroli bieten“, sagt Sportvorstand Fredi Bobic mit dem bekannten Mix aus Demut und Ambition. Denn wie das mit den Boni so ist: Einkalkulieren lassen sie sich selten, diesen verweigern möchten sich am Ende ebenso die wenigsten. Erst recht nicht die nimmersatten Adlerträger.

Radio-Mini-Hörspiel

Die Adlerträger

Von Henni Nachtsheim

Zum Spiel

Anstoß: Samstag, 20. Februar, 15.30 Uhr, 22. Spieltag, Bundesliga 2020/21.
Stadion: Deutsche Bank Park, Frankfurt.
Hörtipp: EintrachtFM sendet ab 15.20 Uhr live. Diesmal am Mikrofon: Reporterlegende Fritz von Thurn und Taxis.
TV-Hinweis: Sky Sport Bundesliga 2 HD überträgt ab 15.15 Uhr live.

Die Pressekonferenz vor dem Spiel – präsentiert von Krombacher

Die letzten Informationen vor dem Bundesligaspiel erhaltet ihr auf der Pressekonferenz am Donnerstag, 13 Uhr, mit Cheftrainer Adi Hütter. Live zu sehen auf EintrachtTV und Facebook – präsentiert von Krombacher.

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