31.03.2021
Bundesliga

Auf Augenhöhe

Am Samstag fällt der Startschuss in einen turbulenten April. Einer von drei Gegner aus den Top Sechs ist Samstag-Gastgeber BVB, der vier Punkte hinter den Adlerträgern liegt.

„Der April wird der Monat der Wahrheit“, weiß Adi Hütter, der in der vergangenen Woche sein 1000-Tage-Jubiläum als Cheftrainer der Eintracht feiern konnte. Die anstehenden Partien haben es in sich. Mit Borussia Dortmund, dem VfL Wolfsburg und Bayer 04 Leverkusen treffen die Adler im April auf gleich drei Mannschaften, die im oberen Tabellendrittel rangieren. Außerdem geht’s nach Mönchengladbach und damit zur vierten Mannschaft in diesem Monat mit internationaler Ambition in der Schlussphase dieser Saison.  Mit einem 5:2-Erfolg gegen Union Berlin hatten sich die Hessen in die Länderspielpause verabschiedet und Platz vier gefestigt. Ein Sieg, der auch bei Adi Hütter für Zufriedenheit sorgte: „Ich bin happy, wie wir gerade spielen und wie es läuft. Den Punkt aus Leipzig haben wir uns mit diesem Sieg vergoldet.“ 

Ich denke, dass es ein Spiel auf Augenhöhe ist. Da können wir stolz drauf sein, dass wir im Moment so gut performen und vor dem BVB stehen.

Erik Durm

Während die Eintracht am vergangenen Spieltag nach drei sieglosen Partien in Serie wieder dreifach gepunktet hat, musste sich Borussia Dortmund mit einem 2:2-Unentschieden gegen den 1. FC Köln begnügen. Der Vorsprung auf die Schwarz-Gelben und deren fünften Tabellenplatz konnte daher vor dem direkten Duell auf vier Punkte ausgebaut werden. „Der Druck liegt beim BVB, auch wenn wir wissen, dass wir mit einem Auswärtssieg einen riesigen Schritt machen könnten. Wir fahren mit dem Ziel dorthin, zu punkten“, gab sich Mittelfeldspieler Djibril Sow schon vor seiner Reise zur Schweizer Nationalmannschaft selbstsicher. Nicht zu Unrecht: Die Adler spielen mit 20 Zählern nach neun Partien bislang ihre beste Rückrunde im Oberhaus seit Einführung der Drei-Punkte-Regel und insgesamt die beste Saison der Vereinsgeschichte nach 26 Spieltagen. Auf der Gegenseite ist es für die Dortmunder in der zweiten Halbserie mit 14 Punkten die schwächste Bilanz seit 2008/09, damals waren es elf Zähler.

Erik Durm trainiert wieder

Am Samstag gastiert der Tabellenvierte beim -fünften, beide Teams haben große Ambitionen. Der zuletzt gelbgesperrte Tuta meint: „Es ist es ein direktes Duell um diese begehrten Plätze. Wir erwarten eine druckvolle Dortmunder Borussia, aber wir müssen uns nicht verstecken. Unsere Auswärtsbilanz kann sich sehen lassen, wir haben gerade gegen große Mannschaften auswärts bisher sehr gute Leistungen gezeigt. Wir werden entsprechend gut vorbereitet in dieses Spiel gehen und versuchen, auch dort etwas mitzunehmen." Während der Brasilianer und Amin Younes nach ihrer Sperre zurückkehren, muss Makoto Hasebe pausieren. Neben dem Japaner, der vor der Länderspielpause seine fünfte Gelbe Karte sah, fehlen Almamy Toure und Ragnar Ache verletzungsbedingt. Hinter einem Einsatz von Martin Hinteregger, der zuletzt aufgrund einer Faszienverletzung im linken Oberschenkel fehlte, steht noch ein Fragezeichen. Erik Durm trainierte am Dienstag nach seiner überstandenen Zerrung erstmals wieder mit der Mannschaft. Der Ex-Dortmunder blickt der Partie gegen seine ehemaligen Kollegen positiv entgegen: „Ich freue mich natürlich, nach Dortmund zu kommen, weil ich viele Gesichter kenne. Ich denke, dass es ein Spiel auf Augenhöhe ist. Da können wir stolz drauf sein, dass wir im Moment so gut performen und vor dem BVB stehen.“

Hütters Borussia-Negativserie

Am Samstag möchte die Eintracht mit einem Erfolgserlebnis in den April starten, ist sich der Stärke des Gegners aber bestens bewusst. „Es wird sicher ein hart umkämpftes Spiel. Wir müssen physisch stark sein und unsere fußballerischen Qualitäten auf den Platz bringen. Dann können wir auch in Dortmund punkten“, ist sich Timothy Chandler sicher. Dass die Partien im Signal-Iduna-Park zuletzt kein einfaches Pflaster für die Eintracht waren, zeigen die Statistiken: Die jüngsten neun Gastspiele bei den Borussen wurden allesamt verloren. Ein Adlerträger wird ein besonders großes Interesse daran haben, diese und seine persönliche Bilanz aufzubessern. Adi Hütter konnte in fünf Pflichtspielen gegen die Schwarz-Gelben bei drei Unentschieden und zwei Niederlagen noch keinen Sieg feiern. Unter allen Bundesligisten ist er nur gegen die andere Borussia aus Mönchengladbach ebenfalls noch sieglos, die zwei Begegnungen mit seinem Ex-Klub Young Boys Bern einberechnet stehen nach sieben Partien fünf Niederlagen und zwei Remis. Die Woche nach seinem Amtsjubiläum in Frankfurt scheint für den Schweizer der perfekte Zeitpunkt zu sein, um seine Borussia-Negativserie zu beenden.

Nach dem Hinrundenspiel können beide Seiten, hier Adi Hütter und Sebastian Kehl, mit dem Remis zufrieden sein.

Formstarke Offensive auf beiden Seiten

Mit der Eintracht und der Borussia aus Dortmund treffen die dritt- und die zweitstärkste Offensive der Bundesliga aufeinander, doch nicht nur dieser Faktor verspricht eine torreiche Partie. Einzig bei Spielen mit Beteiligung des FC Bayern fielen in dieser Saison mehr Tore (113) als in den Spielen Dortmunds (91) und der SGE (89). Zudem spielten sowohl die Hessen als auch der BVB in dieser Saison kein einziges Mal 0:0. Bei Dortmund fand das bis dato letzte torlose Remis im Oktober 2019 auf Schalke statt, bei den Adlern im April 2019 gegen Hertha BSC. Ein Grund für die erfolgreiche Torausbeute beider Teams: Nur der deutsche Rekordmeister kann eine bessere Chancenverwertung verzeichnen als die SGE und der BVB. Einen besonders großen Anteil an der Offensivstärke ihrer Mannschaft haben André Silva und Erling Haaland. Die beiden Stürmer trafen in dieser Saison bereits jeweils 21-mal, lediglich Bayerns Robert Lewandowski trifft mit seinen 35 Saisontoren außer Konkurrenz und wird trotz seines Ausfalls in den nächsten Wochen uneinholbar bleiben. Silva fehlen noch fünf Treffer bis zur Einstellung des Vereinsrekords von Bernd Hölzenbein aus der Spielzeit 1976/77.

Assistkönig Kostic

Doch nicht nur der Portugiese sorgt offensiv für Trubel, auch Filip Kostic zeigt sich aktuell in Bestform. Der 28-Jährige war 2021 in 13 Bundesligapartien an 13 Treffern direkt beteiligt (vier Tore, neun Assists). Seit Jahresbeginn sammelte nur Robert Lewandowski mehr Scorerpunkte als Kostic (20). An seine neun Assists kommt im neuen Jahr gar kein einziger Spieler im Oberhaus heran. Während der Serbe nach dem 2:1-Sieg gegen die Bayern im Februar selbst erklärte, momentan in der besten Phase seiner Karriere zu sein, fand auch FCB-Coach Hansi Flick nur lobende Worte für den Flügelflitzer: "Er ist auf der linken Seite einer der besten Vorlagengeber der Bundesliga, vielleicht sogar in Europa. Alles, was er macht, hat Hand und Fuß.“ Seine sensationelle Form stellt Kostic auch bei der serbischen Nationalmannschaft unter Beweis, am vergangenen Wochenende traf er gegen Portugal zum 2:2-Endstand. Vor der Länderspielpause steuerte der 28-Jährige einen Treffer und einen Assist zum Sieg gegen Union Berlin bei, eine Fortsetzung seiner Serie am kommenden Samstag wäre mehr als wünschenswert.

Die Adlerträger

Eine Radio-Mini-Hörspiel-Serie von Henni Nachtsheim, der sich dem jeweils nächsten Gegner der Eintracht von der humoristischen Seite nähert. Die neue Folge: „Hochbegabt“ – unbedingt reinhören!

Zum Spiel

Anstoß: Samstag, 3. April, 15.30 Uhr, 27. Spieltag, Bundesliga 2020/21.
Stadion: Signal Iduna Park, Dortmund.
rtipp: EintrachtFM sendet ab 15.20 Uhr live.
TV-Hinweis: Sky Sport Bundesliga 2 HD überträgt ab 15.15 Uhr live.

Die Pressekonferenz vor dem Spiel – präsentiert von Krombacher

Die letzten Informationen vor dem Bundesligaspiel erhaltet ihr auf der Pressekonferenz am Donnerstag, 13 Uhr, mit Cheftrainer Adi Hütter. Live zu sehen auf EintrachtTV und Facebook – präsentiert von Krombacher.

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